Unerlaubte Gleichheit

Homosexualität und mann-männliches Begehren in Kulturgeschichte und Kulturvergleich

Das westlich-moderne Konzept der (männlichen) »Homosexualität« umfasst neben der Vorstellung von der Gleichgeschlechtlichkeit der Partner auch die Annahme ihrer sozialen Gleichwertigkeit. Kulturhistorisch betrachtet ist dies allerdings eine entschiedene Ausnahme. In vielen Kulturen bildet(e) gerade die Ungleichheit – etwa hinsichtlich Alter, Stand oder Sexualverhalten – eine Bedingung, um gleichgeschlechtliche Beziehungen kulturell verhandelbar und teils sogar sozial akzeptabel zu machen. Die Beiträger*innen des Bandes widmen sich diesen verschiedenen Manifestationen mann-männlichen Begehrens und verdeutlichen dabei die Eigenheiten der jeweiligen Konzepte, Praktiken und sozialen Bewertungen gleichgeschlechtlicher Beziehungen im Kulturvergleich.

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30. März 2021, 338 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5356-4

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Michael Navratil

Michael Navratil, Universität Potsdam, Deutschland

Florian Remele

Florian Remele, Universität Lausanne, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Während für die westlich-moderne Konzeption der Homosexualität die Annahme der sozialen Gleichheit der Partner*innen zentral ist, spielt diese Gleichheitsidee in vielen anderen Kulturen und Epochen kaum eine Rolle: Tatsächlich bilden hier häufig gerade Formen der Ungleichheit im sozialen, sexuellen oder juristischen Bereich die Bedingung, um mann-männliches Begehren kulturell überhaupt verhandelbar zu machen. Diesen historischen Formen ›unerlaubter Gleichheit‹ widmet sich der Band.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch verfolgt einen partialgenealogischen und komparativen Ansatz: Spezifische Teilaspekte mann-männlichen Begehrens – etwa Formen der Partnerschaft, der Gender-Performanz oder die juristische Bewertung bestimmter sexueller Handlungen – werden isoliert und über verschiedene Kulturen und Zeiten hinweg miteinander verglichen. Auf diese Weise können kulturelle Eigenheiten erkannt werden, die bei Anwendung der suggestiven, analytisch aber unpräzisen Kategorie ›Homosexualität‹ verborgen bleiben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Gender und Queer Studies haben in den letzten Jahren wichtige Beiträge zum Verständnis der kulturellen Konstruktion und politischen Relevanz von Geschlechtlichkeit geliefert. Die Geschichte der Sexualität steht dabei aber nur selten im Fokus. Unser Band argumentiert dezidiert historisch: Alle Beiträge stellen das historische Material ins Zentrum und arbeiten in einer vergleichenden Perspektive die Eigenheiten der jeweiligen kulturellen Lesarten mann-männlichen Begehrens heraus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Besonders interessant wäre eine Diskussion mit Historiker*innen frau-fraulichen Begehrens, um gemeinsam besser zu verstehen, wie sich Formen dieser Variante gleichgeschlechtlichen Begehrens von Formen mann-männlichen Begehrens in verschiedenen Zeiten und Kulturen unterscheiden und welche Untersuchungskategorien hier jeweils anzulegen sind. Ferner wäre eine Ausweitung unseres Forschungsansatzes auf weitere Kulturen und historische Perioden wünschenswert.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch präsentiert in elf historisch-komparativen Studien die kulturelle Bandbreite verschiedener Manifestationsformen mann-männlichen Begehrens.

Autor_in(nen)
Michael Navratil / Florian Remele (Hg.)
Buchtitel
Unerlaubte Gleichheit Homosexualität und mann-männliches Begehren in Kulturgeschichte und Kulturvergleich
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
338
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5356-4
DOI
10.14361/9783839453568
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSJ HBTB JHBK5
BISAC-Code
SOC032000 HIS054000 SOC000000
THEMA-Code
JBSF NHTB JHBK JBFW
Erscheinungsdatum
30. März 2021
Auflage
1
Themen
Kultur, Geschlecht, Kulturgeschichte
Adressaten
Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Literaturwissenschaft, Sexualwissenschaft, Gender Studies
Schlagworte
Homosexualität, Kulturgeschichte, Literatur, Männlichkeit, Gender, Soziale Ungleichheit, Diskriminierung, Geschlecht, Kultur, Gender Studies, Sexualität, Interkulturalität, Kulturwissenschaft

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