Kultur in Stücken

Barthes, Brecht, Artaud

Die Erschütterungen neuzeitlicher Gewissheitsordnungen haben das menschliche Selbst- und Weltverständnis in eine tiefe Krise gestürzt. Darauf antworten Bertolt Brecht und Antonin Artaud wie auch ihr Rezipient Roland Barthes mit einem Theater des Nichtverstehens – sowohl auf der Bühne wie auch im Text. Dieses Theater zeigt, dass Kultur in erster Linie ein ästhetisches System und daher immer ein riskanter Prozess ist. Melanie Reichert überführt die drei bisher vor allem literatur- und kunstwissenschaftlich gelesenen Autoren in einen kulturphilosophischen Diskurs über Philosophie, Theater und die Wiederentdeckung der Ambiguitätstoleranz nach dem Scheitern der Ideologiekritik.

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31. Juli 2020, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5360-1

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Melanie Reichert

Melanie Reichert, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mich hatte zuerst die Frage fasziniert, warum manche Künstler zur Durchsetzung gesellschaftlicher Veränderung ausgerechnet auf Unverständlichkeit setzen. Warum sollte man sein Publikum verwirren, wenn man doch Emanzipation erreichen will? Im Laufe meines Arbeitsprozesses habe ich dann festgestellt, dass das Thema nicht bloß ideengeschichtlich interessant ist, sondern auch den Blick auf unsere philosophische und kulturelle Gegenwart verändern kann.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In meinem Buch nutze ich einen bestimmten Begriff von Kultur für eine Reihe von Neubewertungen. Diese betreffen das Verhältnis von Philosophie und Theater, von Kultur und Kritik, von Ästhetik und Erkenntnis sowie die Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Intervention. Im Hintergrund steht dabei folgende Frage: Was bleibt, wenn (Ideologie-)Kritik zur Mode geworden ist?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Debatten um ästhetische Formen von Kritik und Erkenntnis werden seit Langem geführt. Dabei wurden bisher allerdings, so denke ich, zwei Sachverhalte nicht genügend berücksichtigt: Erstens nämlich sind die Wirkungen ästhetischer Formung fundamental unberechenbar. Zweitens ist Kultur – ebenso wie ihre Kritik (!) – ein hermetisches System, das immer auf einen Raum der Eingeweihten angewiesen ist. Meine Arbeit zeigt, dass diese beiden Umstände sich ganz entscheidend auf kritische und epistemische Vorhaben auswirken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Adorno und Sartre – gleichzeitig.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kultur ist ein Pharmakon: Gift und Medizin zugleich.

Autor_in(nen)
Melanie Reichert
Buchtitel
Kultur in Stücken Barthes, Brecht, Artaud
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5360-1
DOI
10.14361/9783839453605
Warengruppe
1521
BIC-Code
JFC HP AN HPC
BISAC-Code
PHI034000 PER011020 PHI009000
THEMA-Code
JBCC QD ATD QDH
Erscheinungsdatum
31. Juli 2020
Auflage
1
Themen
Kultur, Theater
Adressaten
Philosophie, Theaterwissenschaft, Performance Studies, Kunstwissenschaft, Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Roland Barthes, Bertold Brecht, Antonin Artaud, Kulturphilosophie, Kulturkritik, Theater, Selbstverhältnis, Weltverhältnis, Krieg, Mythos, Ideologie, Krise, Aporetik, Haut, Kultur, Theaterwissenschaft, Philosophiegeschichte, Philosophie

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