Wasser als Gemeinsames

Potenziale und Probleme von Commoning bei Konflikten der Wasserbewirtschaftung

Wasserkonflikte sind insbesondere in Zeiten von Klimawandel, Ressourcenübernutzung und sozialen Verwerfungen mitunter folgenschwer. Johannes Euler begibt sich auf die Suche nach den ökonomischen und sozialen Ursachen von Wasserkonflikten sowie nach Möglichkeiten, diesen Ursachen entgegenzuwirken und gleichzeitig konstruktiv mit vorhandenen Konflikten umzugehen. Dabei zeigt er theoretisch und empirisch die Potenziale und Probleme von Commoning als Form der Wasserbewirtschaftung jenseits von Markt und Staat auf. Durch die Verknüpfung von Wirtschafts-, Nachhaltigkeits- und Konfliktforschung liefert er hoffnungsvolle Erkenntnisse für die Wasserwirtschaft und alternativökonomische Praxis.

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7. Dezember 2020, 414 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5376-6
Dateigröße: 3.22 MB

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Johannes Euler

Johannes Euler, Alanus Hochschule Alfter, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wassermanagement ist insbesondere vor dem Hintergrund von intensivierter Landwirtschaft, Urbanisierung, Ressourcenübernutzung und Klimawandel von entscheidender Bedeutung. Steigende ökonomische und soziale Ungleichheiten, tiefgehende Polarisierungstendenzen sowie die weitreichenden Entscheidungsnotwendigkeiten unserer Zeit verdeutlichen, dass es einen konstruktiven Umgang mit Konflikten bedarf. Dieses Buch weist einen Weg, der ebenso steinig wie hoffnungsvoll ist.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch beleuchtet gemeinsames, selbstorganisiertes Wassermanagement jenseits von Markt und Staat. Jenseits bedeutet hier nicht ›außerhalb von‹, sondern ›nach anderen Logiken funktionierend‹. Analysiert wird dies insbesondere anhand zweier Fallstudien im bolivianischen Cochabamba und im kolumbianischen Medellín. Es zeigt sich, dass Wasser-Commoning überaus inklusiv und funktionsfähig sein kann, dass der Erfolg aber von den politischen, ökonomischen und ökologischen Kontextbedingungen abhängt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Fokus auf die sozialen Praktiken (Commoning) und die damit verbundenen institutionellen Logiken ist für die Commons-Debatte innovativ und somit konzeptionell und methodisch bedeutsam. Aus Sicht der Konfliktforschung ist insbesondere der Blick auf den Umgang mit Konflikten in und um tendenziell informelle alternative Ökonomien wichtig. Dies erfolgt durch eine gesellschaftstheoretisch fundierte Unterscheidung zwischen ex- und inklusionslogischem Konfliktmanagement.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch würde ich gerne der Wirtschaftsnobelpreisträgerin Elinor Ostrom vorstellen, da es zwar auf ihren Erkenntnissen aufbaut, aber in wichtigen Punkten auch abweichende und weitergehende Standpunkte vertritt. Auch Papst Franziskus wäre ein interessanter Gesprächspartner, hat er doch mehrfach gezeigt, dass er eine große Sympathie für die in diesem Buch eingeschlagene Grundrichtung hegt. Aber letztlich würde ich es am liebsten mit meinem leider bereits verstorbenen Vater, dem das Buch gewidmet ist, diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Selbstorganisiertes Wassermanagement ist polit-ökonomisch bedroht und hat das Potenzial zukunftsfähig zu wirtschaften und mit Konflikten umzugehen.

Autor_in(nen)
Johannes Euler
Buchtitel
Wasser als Gemeinsames Potenziale und Probleme von Commoning bei Konflikten der Wasserbewirtschaftung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
414
Ausstattung
2 SW-Abbildungen, 1 Farbabbildung
ISBN
978-3-8394-5376-6
DOI
10.14361/9783839453766
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA JPH KCP JPQB
BISAC-Code
POL010000 POL043000 POL024000
THEMA-Code
JPA JPH KCP JPQB
Erscheinungsdatum
7. Dezember 2020
Themen
Gesellschaft, Wirtschaft, Natur, Politik
Adressaten
Wirtschaftswissenschaft, Soziologie, Politikwissenschaft, Nachhaltigkeitswissenschaft, Wasserwirtschaft sowie Aktivist*innen und Praktiker*innen der Alternativökonomie
Schlagworte
Commons, Wasser, Konflikt, Lateinamerika, Nachhaltigkeit, Gemeingut, Menschenrecht, Bolivien, Kolumbien, Mensch, Natur, Macht, Wirtschaft, Gesellschaft, Politische Theorie, Politikberatung, Wirtschaftspolitik, Arbeits- und Industriesoziologie, Politikwissenschaft

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