Planetar denken

Ein Einstieg

Planetar denken heißt, die Erde als Planeten ernst nehmen: vom Erdkern bis in den interplanetaren Raum, von der Nanosekunde bis zur Tiefenzeit, vom Elementarteilchen bis zur Erdmasse. Stehen Wechselwirkungen zwischen unserem Heimatplaneten und uns im Zentrum, nimmt ein planetares Wissensparadigma Gestalt an. Es geht einher mit der Relationierung menschlicher Existenz im Universum und der Relativierung der anthropozentrischen Sichtweise. So rücken Fragen der Bewohnbarkeit und Gastfreundschaft in den Vordergrund – und die Schaffung neuen Wissens bedeutet stets auch die Schaffung neuer Welten. Dieses Buch spricht alle mit dem Universum und dem Menschen befassten Wissenschaften an.

15,99 € *

9. Juni 2021, 200 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5383-4
Dateigröße: 17.08 MB

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Frederic Hanusch

Frederic Hanusch, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

Claus Leggewie

Claus Leggewie, Justus-Liebig-Universität Gießen, Deutschland

Erik Meyer

Erik Meyer, freier Autor, Deutschland

1. Warum ein Studienbuch zu diesem Thema?

In Zeiten galoppierenden Artensterbens, beschleunigten Klimawandels und akuter Pandemie ist alles Leben auf unserem Planeten in Gefahr. Dass etwas anders werden muss, radikal anders, liegt auf der Hand, doch lassen die erhofften Durchbrüche auf sich warten. Kann es sein, dass wir immer noch nicht weit genug denken? Das ›Planetare Denken‹ versucht darauf Antworten zu finden, indem es die erd- und menschenfixierte Leitidee der Globalisierung hinter sich lässt.

2. Welche Bedeutung kommt diesem Thema innerhalb des Fachgebiets und der wissenschaftlichen Ausbildung zu?

Wir schlagen ein interdisziplinäres Forschungs- und Bildungsprogramm ›Planetarities‹ vor, das sich der Planetarisierung des Sozialen genau wie der Sozialisierung des Planetaren widmet. Es reicht von der Astrobiologie über die Big History, die Geoanthropologie bis zur Erdsystemgovernance. Erste Studiengänge wie ›Planetary Future Studies‹ an der Universität Amsterdam oder die ›Anthropocene Studies‹ an der Universität Cambridge zielen in diese Richtung.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Humboldts Dictum ›Alles ist Wechselwirkung‹ gilt weiterhin. Aber eine planetare Perspektive, weiter inspiriert durch den ›Overview‹ aus dem Weltall auf die Erde und ergänzt durch das ›Ultraview‹ in das weitere Universum, verbindet anthropozentrische mit planetozentrischen Sichtweisen über unseren Heimatplaneten hinaus. Planetar denken erfordert daher eine verfassungsgestützte Ausweitung des normativen Kosmopolitismus zu einer umfassenderen Kosmo-Politik.

4. Ihr Tipp zur weiterführenden Lektüre?

Die Grundlage für eine planetare Sozialtheorie des 21. Jahrhunderts entwickeln Nigel Clark und Bronislaw Szerszynski in ihrem Buch »Planetary Social Thought: The Anthropocene Challenge to the Social Sciences«, das dieses Jahr bei der Polity Press in Cambridge erschienen ist. Ebenso erhellend ist aus geisteswissenschaftlicher Perspektive »The Climate of History in a Planetary Age« von Dipesh Chakrabarty, welches ebenfalls dieses Jahr in Chicago bei der University of Chicago Press erschien.

»Der brillant geschriebene Essay [...] ist ein wichtiges Plädoyer für eine notwendige Horizonterweiterung. Seine augenöffnenden Reflexionen verdienen in aktuellen ethischen und politischen Debatten über die ökologische Krise rezipiert zu werden.«
Marcel Remme, www.lehrerbibliothek.de, 12.10.2021
»Als Versammlung verschiedener Theorien unter einem neuen Paradigma leistet »Planetar denken« hilfreiche Arbeit. Konsequent umgesetzt trüge der Denkstil zur Linderung der ökologischen Schieflage unseres Planeten bei.«
Niklas Elsenbruch, Süddeutsche Zeitung, 22.11.2021
O-Ton: »Wir leben nicht auf einem Planeten, wir sind Teil von ihm« – Interview mit Frederic Hanusch bei L.I.S.A. Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung am 09.11.2021.
L.I.S.A.
»Das Buch ist dankenswert lesefreundlich geschrieben und richtet sich nicht nur an ein akademisches Publikum, wiewohl es den wissenschaftlichen Forschungs- und Erkenntnishorizont zu erweitern antritt. Die immer sinnvoll in den Text komponierte Bebilderung tut beim ersten Durchblättern ein Übriges, um Neugier auf die Botschaften der Autoren zu wecken.«
Arnold Schmieder, www.socialnet.de, 08.10.2021
»Keine leichte Lektüre, aber reich an Anregungen zum Weiterdenken.«
Katholisches Sonntagsblatt, 35 (2021)
»Vielfältig anregend, grundsätzlich und relevant.«
Hans Durrer, https://durrer-intercultural.blogspot.com, 21.07.2021
»Hier finden alle wesentlichen wissenschaftlichen Beiträge zum Komplex Mensch und Planet, die historischen wie die aus unserer Zeit, ihre Einordnung, Besprechung und Gewichtung, was einer produktiven Verortung weiterer Ausarbeitungen und Verknüpfungen in diesem Geflecht zu einer Wissenschaft von Menschheit mit Bezug auf das Universum gerecht werden kann. Kein Handbuch, aber eine fundierte Anregung darüber hinaus.«
Renate Straetling, https://renatestraetling.wordpress.com, 13.07.2021
Besprochen in:
https://www.uni-giessen.de, 12.07.2021
Clubhaus, 8/9 (2021)
Bayern 2 – Jazz & Politik, 25.09.2021, Andreas Neumann
Visionen, 10/11 (2021)
Spektrum der Wissenschaft, 11 (2021), Michael Springer
Buchtitel
Planetar denken Ein Einstieg
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
200
Ausstattung
8 SW-Abbildungen, 62 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5383-4
DOI
10.14361/9783839453834
Warengruppe
1729
BIC-Code
RNT HPJ JPQB
BISAC-Code
SOC026000 PHI013000 POL044000
THEMA-Code
RNT QDTJ RND JPQB
Erscheinungsdatum
9. Juni 2021
Themen
Natur
Adressaten
Wissenschaftler*innen aller Disziplinen sowie Praktiker*innen im Bereich Nachhaltigkeit
Schlagworte
Anthropozän, Erdsystem, Wissen, Planet, Menschheit, Natur, Kultur, Nachhaltigkeit, Umwelt, Politik, Universität, Umweltsoziologie, Naturphilosophie, Umweltpolitik, Ökologie, Soziologie, Einführung

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