Die Touristin Wanda Frisch

Eine Reisebiografie im 20. Jahrhundert

Wir alle sind Tourist*innen und unsere Urlaubsreisen ein beliebter Gegenstand von Kommunikation und Erinnerung. Wanda Frisch ist Veteranin einer Generation, die zum ersten Mal in der Geschichte mehrheitlich die Möglichkeit hatte, (fast) jedes Jahr in den Urlaub zu fahren und die unterschiedlichsten Zeugnisse dieser Reisetätigkeit zu sammeln und zu bearbeiten. Das Konvolut ihres Nachlasses bildet den Ausgangspunkt für Gerlinde Irmschers transdisziplinäre biografische Studie, in der je unterschiedliche wissenschaftliche Zugänge erprobt werden, um das von der Protagonistin über Jahrzehnte angehäufte Material angemessen und mit historischer Tiefenschärfe zu interpretieren – und damit Auskunft über eine individuell wie gesellschaftlich bedeutsame kulturelle Praxis zu geben.

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24. September 2020, 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5386-1

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Gerlinde Irmscher

Gerlinde Irmscher, Historisches Archiv zum Tourismus, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Vor wenigen Wochen wurde in den Medien angesichts von Corona heftig diskutiert, ob die Urlaubsreise, vornehmlich die Auslandsreise, ein Menschenrecht sei. Es muss eine Historikerin erstaunen, wie schnell eine Konvention, die doch erst wenige Jahrzehnte alt ist, einen fast naturrechtlichen Status erworben hat. Das ist nur ein aktueller Beleg für das Anliegen meines Buches, anhand der Reisebiografie einer Chefsekretärin die Herausbildung dieser kulturellen Praxiscdarzustellen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Touristen wie meine Protagonistin hinterlassen meist keine Reisebeschreibungen, sondern ein diffuses Konglomerat von Quellen: Ansichtskarten, Quittungen, Tickets, Fotoalben. Ich habe einerseits versucht, für die Interpretation solcher Zeugen der Alltagskultur ungewohnte methodische Wege zu gehen, wie andererseits einen multidisziplinären Zugang mit historischer Tiefenschärfe auszuprobieren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es geht zunächst erst einmal darum, das wissenschaftliche Potenzial, das einem so komplexen Phänomen wie der Urlaubsreise eigen ist, ins Bewusstsein zu heben. Dabei lassen sich in diesem vermeintlich anderen Leben auf Zeit Möglichkeiten und Grenzen der Variabilität kultureller und sozialer Praxen wie in einem Brennglas untersuchen. Wer sich auf diese Weise mit Touristen beschäftigt, ist kein Tourismusforscher, sondern betritt ein Feld der unbegrenzten Möglichkeiten von Gesellschaftswissenschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich mit denjenigen diskutieren, die selbst Protagonisten des Tourismus sind. Das können natürlich auch Fachkollegen sein – Historiker_innen, Soziolog_innen, Ethnolog_innen, Medienhistoriker_innen und auch Tourismuswissenschaftler_innen im engeren Sinne. Vielleicht hat die Problematisierung der Urlaubsreise im Gefolge von Corona hier sogar neue Wahrnehmungsweisen zutage gefördert.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Urlaubsreisen sind im 20. Jahrhundert zu einem Medium autobiografischer Selbstdarstellung im Alltag geworden.

Besprochen in:
Tourismuspresse-Blog, 09.10.2020
Autor_in(nen)
Gerlinde Irmscher
Buchtitel
Die Touristin Wanda Frisch Eine Reisebiografie im 20. Jahrhundert
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
322
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 21 SW-Abbildungen, 10 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5386-1
DOI
10.14361/9783839453865
Warengruppe
1559
BIC-Code
HBTB JHB JFD AJ
BISAC-Code
HIS054000 SOC026000 SOC052000 PHO005000
THEMA-Code
NHTB JHB JBCT AJ
Erscheinungsdatum
24. September 2020
Auflage
1
Themen
Fotografie, Kulturgeschichte
Adressaten
Kultursoziologie, Kulturgeschichte, Zeitgeschichte, Ethnologie, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Urlaub, Deutschland, 20. Jahrhundert, Tourismus, Kultur, Reise, Reisebericht, Biographie, Kulturgeschichte, Fotografie, Cultural Studies, Kulturwissenschaft

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