Visualisierungen des Politischen

Homophobie und queere Protestkultur in Polen ab 1980

Homophober Hass in Polen wird durch Plakate, Piktogramme, Graffiti und weitere Bildtypen nationalistischer, rechtsradikaler und katholisch-fundamentalistischer Bewegungen propagiert. Durch das Internet sowie Straßenproteste finden diese homophoben Bilder Verbreitung im digitalen und urbanen Raum. Damit haben sie fundamentalen Einfluss auf Polens visuelle Kultur. Julia Austermann erforscht diese polnischen Text- und Bildkonvolute vor und nach 1989, die Auskunft geben über Homophobie sowie deren Sichtbarmachung und Bekämpfung. Im Mittelpunkt stehen dabei die Analyse der Produktion dieser Bilder, des Umgangs mit ihnen sowie die damit verbundenen Emotionalisierungstechniken. Aber auch die queeren Interventionen gegen Homophobie werden untersucht.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. 1 Einleitung

    1.1 Homophobie und queerer Protest in Polen. Zur Aktualität des Themas

    Seiten 7 - 22
  4. 1.2 Stand der Forschung und Ziele der Arbeit

    Seiten 22 - 34
  5. 2 Theoretische und methodische Grundlagen

    2.1 Visuelle Kultur. Bilddiskurse und Bildpraktiken

    Seiten 35 - 39
  6. 2.2 Queerfeministische Zugänge. Sichtbarkeit und Sichtbarmachung jenseits der Heteronormativität

    Seiten 40 - 46
  7. 2.3 Perspektiven der Protestforschung und Affect Studies

    Seiten 46 - 60
  8. 2.4 Quellenauswahl und Kapitelüberblick

    Seiten 61 - 72
  9. 3 Homophobie und queere Interventionen im kommunistischen Polen (1980-1989) .

    Einleitung, These und Aufbau des Kapitels

    Seiten 73 - 79
  10. 3.1 Diskriminierung schwuler Männlichkeiten während der Polizeiaktion Hyazinthe (1985-1987)

    Seiten 79 - 96
  11. 3.2 Queere Interventionen I: Ryszard Kisiel und die Inszenierung queerer Männlichkeiten

    Seiten 96 - 126
  12. 3.3 Queere Interventionen II: Krzysztof Jung und sein plastisches Theater

    Seiten 127 - 143
  13. Zwischenfazit

    Seiten 143 - 144
  14. 4 Homosexuelle Sichtbarkeit und neue nationalistische Visualisierungen der Homophobie (1990-2003)

    Einleitung, These und Aufbau des Kapitels

    Seite 145
  15. 4.1 Polens Dritte Republik. Die polnische Nation und die katholische Kirche

    Seiten 145 - 173
  16. 4.2 Queere Proteste I: Die erste Kunstausstellung zu Homosexualität und HIV/Aids (1996)

    Seiten 173 - 181
  17. 4.3 Queere Proteste II: (Trans-)Nationale Strategien der homosexuellen Sichtbarmachung

    Seiten 181 - 208
  18. Zwischenfazit

    Seiten 208 - 210
  19. 5 Queering Poland und die Politisierung der Homophobie (2004-2015)

    Einleitung, These und Aufbau des Kapitels

    Seiten 211 - 222
  20. 5.1 Homophobe Straßenproteste. Plakate, Poster, Graffiti

    Seiten 222 - 250
  21. 5.2 Queerer Aktivismus I: LGBT*-Kampagnen und die Gleichheitsparaden

    Seiten 251 - 272
  22. 5.3 Queerer Aktivismus II: Positionen der polnischen Gegenwartskunst

    Seiten 272 - 283
  23. Zwischenfazit

    Seiten 283 - 284
  24. 6 Zusammenfassung

    Seiten 285 - 292
  25. Anhang

    Abbildungsverzeichnis

    Seiten 293 - 300
  26. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 300 - 302
  27. Glossar

    Seiten 302 - 314
  28. Quellen

    Seiten 314 - 338
  29. Literatur

    Seiten 339 - 366
  30. Dank

    Seiten 367 - 370
Mehr
49,00 € *

6. September 2021, 370 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5403-5

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Julia Austermann

Julia Austermann, Universität Siegen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Situation sexueller Minderheiten in Polen hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschärft. Die Relevanz des Themas offenbart sich in seinen Bezügen zu Problemen unserer Gegenwart: Denn wenn die Sichtbarkeit der LGBT*-Bewegung in Polen durch Nationalist*innen, Rechtsextremist*innen und katholische Fundamentalist*innen als eine Belastung und eine Herrschaftsform ausgelegt wird, lassen sich Analogien herstellen zu Rassismus, Antisemitismus und Sexismus.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Nationalistische, religiöse und queere Proteste in Polen geben Auskunft über die Polarisierung der polnischen Gesellschaft. Ein regelrechter ›Krieg der Bilder‹ ist entfacht, in dem die Regenbogenfahne, Symbol der globalen LGBT*-Community, zum Feindbild eines eng gefassten Nationskonzeptes erklärt wird. Diese Entwicklungen bilden den Ausgangspunkt der Arbeit, in der die visuelle Kultur homophober und queerer Proteste in Polen zwischen 1980 und 2015 thematisiert wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Protestbewegungen haben immer schon spezifische Bildstrategien verfolgt, um ihre Kritik zu artikulieren, doch ist die visuelle Analyse der homophoben und queeren Protestkultur in Polen ein Forschungsdesiderat. Mit der Analyse des Bilddiskurses zu Homophobie und queeren Interventionen in Polen vor und nach 1989 leistet das Buch einen Beitrag zu den Forschungsfeldern der Visuellen Kultur, der Gender/Queer Theory, der Protestforschung sowie der Emotions- und Minderheitengeschichte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zur Diskussion eingeladen sind Wissenschaftler*innen aus den verschiedenen Disziplinen und Forschungsfeldern wie der Visuellen Kultur, der Gender/Queer Studies, der Protestforschung, der Ostmitteleuropaforschung sowie der Emotions- und Minderheitengeschichte. Ebenso aufgerufen sind LGBT*-Aktivist*innen, Kunst- und Kulturschaffende, Pädagog*innen und Leser*innen, die sich für die Rolle der Bilder und auch der sozialen Medien für die Artikulation des homophoben und queeren Protestes interessieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine eindrucksvolle Bilddiskursanalyse zu Homophobie und der queeren Protestkultur in Polen vor und nach 1989.

Autor_in(nen)
Julia Austermann
Buchtitel
Visualisierungen des Politischen Homophobie und queere Protestkultur in Polen ab 1980
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
370
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 42 SW-Abbildungen, 67 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5403-5
DOI
10.14361/9783839454039
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JPH JPWF
BISAC-Code
SOC022000 POL016000 POL003000
THEMA-Code
JBCC JPH JPWG
Erscheinungsdatum
6. September 2021
Auflage
1
Themen
Kultur, Geschlecht, Politik
Adressaten
Visuelle Kultur, Medienwissenschaft, Medienethnographie, Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft
Schlagworte
Polen, Homophobie, Homosexuellenbewegung, Visuelle Kultur, Emotionen, AIDS/HIV, Aktivismus, Diskriminierung, Rechtsradikalismus, Fundamentalismus, Soziale Bewegung, Soziale Medien, Katholische Kirche, Kommunismus, Politik, Kultur, Geschlecht, Cultural Studies, Politics, Soziale Bewegungen, Gender Studies, Kulturwissenschaft

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