Kontingenz, Künstlichkeit und Travestie

Zur Neubeschreibung von Themenarchitekturen

Die architekturtheoretische Aufarbeitung des weltweit metastasierenden Phänomens der Themenarchitektur ist durch Aggression und Unverständnis charakterisiert. Der Architekturdiskurs disqualifiziert die plakative, zitathafte Künstlichkeit thematischer Simulationsästhetiken als manipulative »Hyperrealität«. Christian Rabl begreift demgegenüber die rezeptiven Kontingenzeindrücke der sekundaristischen, artifiziellen Themenarchitekturen als (unbeabsichtigte) parodistische »Travestien« und als potenziell befreiend, sofern sie essentialistisch sedimentierte Ordnungsvorstellungen delegitimieren. In seiner anti-essentialistischen Neubeschreibung analysiert er dazu u.a. die simulatorischen Stadtästhetiken von Las Vegas, Orlando und Dubai.

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10. August 2020, 376 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5406-6

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Christian Rabl

Christian Rabl, Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die breite, um den Begriff der ›Hyperrealität‹ kreisende architekturpublizistische und feuilletonistische Diskussion des Phänomens Themenarchitektur sitzt dem Missverständnis auf, ihre plakativen Künstlichkeiten ausschließlich als realitätsflüchtige und manipulative Überwältigungsästhetiken zu beschreiben. Damit überschätzt sie deren Immersionswirkungen und unterschätzt deren intendierte, von einem illusionskompetenten Publikum freudig rezipierten Kontingenzwirkungen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Spektakeleffekte themenarchitektonischer Künstlichkeit, wie sie in den Stadtästhetiken von Las Vegas, Orlando oder Dubai maximalisiert sind, erfahren eine anti-essentialistische Neubeschreibung, die im theoretischen Kontext von Richard Rortys Konzept eines kontingenzbewussten ›Ironismus‹ und Judith Butlers ›parodistischen‹ Taktiken der Travestie eine subversiv veranschlagte Affirmation des Künstlichen betreibt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Diese künstlichkeitsapologetische Betrachtungsperspektive thematischer Simulationsästhetiken stellt zweifelsohne eine Außenseiterposition dar, denn leider bestimmt eine Pauschalablehnung der als ›Disneyfizierung‹ rubrizierten Inszenierungsmechanismen von Themenparks, -casinos, -resorts und -malls den Architekturdiskurs. Sie wird dem architektonischen Eigentümlichkeiten ihrer imitatorischen ›Kulissenhaftigkeit‹ aber weit eher gerecht als die architekturtheoretische Fundamentalkritik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit all jenen Architektur- und Kulturtheoretikern, die die philosophischen und politischen Überzeugungen meiner theoretischen Kronzeugen teilen, die Kontingenz- und Kontextgebundenheit essentialistisch verfestigter Wert- und Ordnungszuweisungen durch Neubeschreibung ihrer ›travestierenden‹ Dimension offenzulegen, jedoch davor zurückschrecken, sich mit dem Hauptfeindbild der Gegenwartsarchitektur, thematischen Simulationsästhetiken, in dieser Weise zu beschäftigen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer die Kontingenz- und Künstlichkeitswirkungen von Themenarchitekturen als Makel begreift, verkennt ihre Inszenierungsmechanismen und -qualitäten ums Ganze.

Autor_in(nen)
Christian Rabl
Buchtitel
Kontingenz, Künstlichkeit und Travestie Zur Neubeschreibung von Themenarchitekturen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
376
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5406-6
DOI
10.14361/9783839454060
Warengruppe
1584
BIC-Code
AM JFC
BISAC-Code
ARC010000 SOC022000
THEMA-Code
AM JBCC
Erscheinungsdatum
10. August 2020
Auflage
1
Themen
Kultur, Architektur, Kunst
Adressaten
Architektur, Kunstgeschichte, Kulturtheorie, Kunsttheorie
Schlagworte
Themenarchitektur, Postmoderne, Las Vegas, Orlando, Dubai, Hyperrealität, Simulationsästhetik, Richard Rorty, Neopragmatismus, Judith Butler, Queer Space, Historismus, Coney Island, Dialektik, Disneyland, Architektur, Kultur, Kunst, Kulturtheorie, Kulturphilosophie

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