Arabische Präsenzen in Deutschland um 1900

Biografische Interventionen in die deutsche Geschichte

Die Präsenz arabischer Menschen in Deutschland ist kein neues Phänomen. Personen wie Sayyida Salme (Emily Ruete) oder Hassan Taufik waren schon vor 1900 Teil der deutschen Gesellschaft. Orientalistische, nationalistische und koloniale Projektionen umfangen ihre Biografien. Aischa Ahmed stellt diskursiv marginalisierte Lebensgeschichten ins Zentrum ihrer Untersuchung und gibt Einblick in den Alltag arabischen Lebens in Deutschland zwischen 1871 und 1933. Es gelingt ihr, aus sensiblem historischen Quellenmaterial ein Narrativ arabisch-deutscher Geschichte zu erstellen, das eigensinnige Akteur*innen zeigt und belegt: Die Vorstellung einer homogenen deutschen Nation war bereits um 1900 hinfällig.

39,99 € *

27. Oktober 2020, 352 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5411-4
Dateigröße: 3.14 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

Weiterempfehlen

Aischa Ahmed

Aischa Ahmed, Historikerin Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

»Arabische Präsenzen in Deutschland um 1900« bietet erstmals eine arabisch-deutsche Geschichte und stellt damit Personen in den Mittelpunkt, die bislang aus dem dominanten Narrativ deutscher Geschichtsschreibung ausgeklammert waren. Das Buch schließt an Studien zu marginalisierten Präsenzen innerhalb der deutschen Geschichte und Gegenwart an und zeigt, dass ›Vielheit‹ – eine in sich diverse Gesellschaft – auch schon für das Imperiale Deutschland konstitutiv war.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Anhand biografischer Rekonstruktionen, z.B. einer ›arabischen Prinzessin‹, eines Musikunternehmers oder eines jüdisch-palästinensischen Bildhauers, wird die Diversität der deutschen Gesellschaft um 1900 gezeigt. Diese biografischen Interventionen folgen Formen des multidirektionalen Erinnerns. Das Buch analysiert arabisch-deutsche Geschichte(n) sowohl aus einer kolonialismus- als auch rassismuskritischen Perspektive, die ›Veranderung‹ (othering) und Rassifizierung arabischer Präsenzen nachweist.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch folgt globalgeschichtlichen Forschungsarbeiten, die Perspektivwechsel vornehmen und sich marginalisierten, zuvor in historiografischen Analysen vernachlässigten, Akteur*innen widmen. Es bietet konkretes empirisches Material für Ansätze, die Wissensbestände dekolonisieren und Erinnerung multidirektional fassen. Arabische Präsenzen ist eine Geschichte des ›Entanglements‹, also geteilter und gemeinsamer Erfahrungen arabisch-(deutsch)er Akteur*innen innerhalb der deutschen Gesellschaft.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch richtet sich an historisch interessierte Praktiker*innen der Jugend-, Bildungs- und Museumsarbeit. An Menschen, die nicht allein in der Akademie zu finden sind und an kritische Historiker*innen/Akademiker*innen. Diskutieren könnte ich es, neben Personen, die in meiner Danksagung stehen, z.B. mit Gilbert Achcar (Prof. SOAS, London), Heba Amin (Bildende Künstlerin), Michael Rothberg, (Prof., Univ. v. Illinois), Philip Scheffner (Filmemacher) und jungen Menschen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Arabische Präsenzen ist eine arabisch-deutsche Geschichte um 1900, die eigensinnige Perspektiven aufdeckt und ›Orientfantasien‹ ad absurdum führt.

Autor_in(nen)
Aischa Ahmed
Buchtitel
Arabische Präsenzen in Deutschland um 1900 Biografische Interventionen in die deutsche Geschichte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
352
Ausstattung
3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5411-4
DOI
10.14361/9783839454114
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBG HBTQ
BISAC-Code
HIS014000 HIS037000
THEMA-Code
NHD NHB NHTQ
Erscheinungsdatum
27. Oktober 2020
Themen
Gesellschaft, Globalisierung, Postkolonialismus, Erinnerungskultur, Migration, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Globalgeschichte, Postcolonial Studies, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft sowie Praktiker*innen der historischen und politischen Bildungsarbeit
Schlagworte
Deutsche Kolonialgeschichte, Globalgeschichte, People of Color, Migration, Rassismus, Kolonialismus, Nationalismus, Emily Ruete, Hassan Taufik, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichte des 19. Jahrhunderts, Biographie, Erinnerungskultur, Gesellschaft, Globalisierung, Deutsche Geschichte, Kolonialgeschichte, Geschichtswissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung