Digitalisierung als Distributivkraft

Über das Neue am digitalen Kapitalismus

Nehmen uns Roboter die Arbeit weg? Wer diese Frage stellt, missversteht die Digitalisierung – sie ist keine industrielle Revolution mit anderen Mitteln. Sabine Pfeiffer sucht nach dem wirklich Neuen hinter der Digitalisierung und dem digitalen Kapitalismus. Sie stellt in ihrer Analyse dem Marx'schen Begriff der Produktivkraft die Idee der Distributivkraft zur Seite. Von der Plattformökonomie bis zur künstlichen Intelligenz wird damit verstehbar: Es geht immer weniger um die effiziente Produktion von Werten, sondern vielmehr um deren schnelle, risikolose und auf Dauer gesicherte Realisierung auf den Märkten. Neben der Untersuchung dieser Dynamik und ihrer Folgen wird auch diskutiert, warum die Digitalisierung als Distributivkraft zu einer ökologischen Destruktivkraft zu werden droht.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Danksagung

    Seiten 7 - 8
  4. 1. Einleitung

    Einleitung

    Seiten 9 - 14
  5. 1.1 Die zentrale These – in bad neighborhood?

    Seiten 14 - 19
  6. 1.2 Digitaler Kapitalismus und Wert

    Seiten 20 - 22
  7. 1.3 Produktivkraft und Markt

    Seiten 22 - 25
  8. 1.4 Drei Distributivkräfte und ihre Entwicklung

    Seiten 25 - 27
  9. 1.5 Illustrationen und Destruktionen

    Seiten 27 - 30
  10. 2. Digitaler Kapitalismus revisited – schon wieder?

    Einleitung

    Seiten 31 - 34
  11. 2.1 Dan Schiller und die Entstehung des digitalen Kapitalismus

    Seiten 34 - 37
  12. 2.2 Dynamik – Transformation – Akteure

    Seiten 37 - 45
  13. 2.3 Immaterielles – Arbeit – Wert

    Seiten 45 - 55
  14. 2.4 Knappheit – Unknappheit – Krise

    Seiten 55 - 73
  15. 2.5 Vieles gesagt – alles offen?

    Seiten 73 - 76
  16. 3. Eine erste Leerstelle: Wert im digitalen Kapitalismus

    Einleitung

    Seiten 77 - 78
  17. 3.1 Mazzucato oder die Wiederentdeckung des Werts

    Seiten 78 - 83
  18. 3.2 Wer vom Wert redet …

    Seiten 83 - 96
  19. 3.3 Weiter auf der Suche nach dem Neuen

    Seiten 96 - 98
  20. 4. Transformation und Produktivkraft

    Einleitung

    Seiten 99 - 101
  21. 4.1 Polanyis̕ Great Transformation

    Seiten 102 - 113
  22. 4.2 Marx̕ Produktivkraftentwicklung

    Seiten 114 - 124
  23. 4.3 Produktivkraft und digitaler Kapitalismus: Verengungen und Missverständnisse

    Seiten 124 - 132
  24. 5. Zweite Leerstelle: Wertrealisierung im (digitalen) Kapitalismus

    Einleitung

    Seiten 133 - 134
  25. 5.1 Ausdehnung und Markt

    Seiten 135 - 141
  26. 5.2 Konsum und Gesellschaft

    Seiten 142 - 150
  27. 5.3 Kommunikation und Krise

    Seiten 150 - 158
  28. 6. Distributivkraft und (digitaler) Kapitalismus: Das Neue

    Einleitung

    Seiten 159 - 162
  29. 6.1 Distributivkraft Werbung und Marketing

    Seiten 162 - 167
  30. 6.2 Distributivkraft Transport und Lagerung

    Seiten 168 - 175
  31. 6.3 Distributivkraft Steuerung und Prognose

    Seiten 176 - 186
  32. 6.4 Distributivkräfte und Digitalisierung – zusammengedacht

    Seiten 186 - 194
  33. 7. Distributivkraft und (digitaler) Kapitalismus: Präzisierungen

    Einleitung

    Seiten 195 - 196
  34. 7.1 Abgrenzung: Distributionsverhältnisse und Zirkulation

    Seiten 196 - 203
  35. 7.2 Transformation oder Häutung: Produktionskraft disrupted?

    Seiten 204 - 214
  36. 7.3 Produktiv- und Distributivkraftentwicklung – zusammengedacht

    Seiten 214 - 220
  37. 8. Distributivkraft im digitalen Kapitalismus: Empirische Illustrationen

    Einleitung

    Seiten 221 - 222
  38. 8.1 GAFAM und Plattformökonomie

    Seiten 222 - 229
  39. 8.2 Katalysatoren der Wertrealisierung

    Seiten 230 - 244
  40. 8.3 Distributivkraft und Kaufmannskapital 4.0

    Seiten 244 - 254
  41. 8.4 Distributivkraft und Arbeit

    Seiten 254 - 266
  42. 9. Digitalisierung: Distributivkraft oder Destruktivkraft?

    Seiten 267 - 288
  43. Literatur

    Seiten 289 - 318
  44. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 319 - 322
Mehr
29,00 € *

19. April 2021, 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5422-6

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* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Sabine Pfeiffer

Sabine Pfeiffer, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Seit den 1990er Jahren ist das Internet kommerziell, seit 10 Jahren reden wir von Industrie 4.0 und aktuell vor allem von Künstlicher Intelligenz. Dabei geht es meist um die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der technischen Entwicklung. Viel zu selten wird gefragt, welche sozialen und wirtschaftlichen Dynamiken die Digitalisierung in ihrer vorherrschenden Form prägen und erklären. Es wird Zeit, die Rede vom digitalen Kapitalismus mit einer kapitalismustheoretischen Analyse zu unterfüttern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Digitalisierungsdebatte zieht zurecht oft Vergleiche zur ersten Industrialisierung. Damit konzentriert sich die Analyse auf zwei Ebenen: zum einen die Rationalisierung und Ersetzung von Arbeit, zum anderen kulturell-soziale Folgen digitaler Mediennutzung. Es geht also um Arbeit oder um Konsum. Neu ist die verbindende Perspektive: Marktlogik und Wachstumszwang. Damit erklären sich nicht nur die Effekte, sondern die Gründe für den Erfolg der Plattformökonomie und der Großen im Silicon Valley.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Digitalisierungsforschung richtet sich entweder auf die Plattformökonomie und die erfolgreichsten der großen Digitalkonzerne. Oder auf die Nutzungsseite: von der unbezahlten Arbeit bis zu den Echokammern in den sozialen Netzwerken. Das Buch nimmt die Zusammenhänge all dessen in den Blick und entdeckt dafür Karl Polanyi und Karl Marx noch einmal ganz neu: Sehr konkret in Konfrontation mit dem empirischen Hier und Jetzt, aber auch in lebendiger Weiterentwicklung scheinbar alter Theorie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskussion wird fruchtbar in der Reibung, daher: Mit denen, die Digitalisierung technisch über- und ökonomisch unterschätzen. Mit denen, die einzelne Akteure oder Phänomene der Digitalökonomie, aber nicht den Zusammenhang betrachten. Mit denen, die Digitalisierung als Immaterialität missverstehen – und damit Gestaltungsoptionen und -grenzen übersehen. Und mit denen, für die eine soziologische Analyse der Digitalisierung auf das ›Soziale‹ zielt – ohne Blick für die ökonomischen Dynamiken dahinter.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Aktuelle Phänomene der Digitalisierung verstehen und die wirtschaftliche Dynamik erkennen, die ihren Erfolg erst möglich macht.

Autor_in(nen)
Sabine Pfeiffer
Buchtitel
Digitalisierung als Distributivkraft Über das Neue am digitalen Kapitalismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
322
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 7 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5422-6
DOI
10.14361/9783839454220
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHB PDR
BISAC-Code
SOC026000 TEC052000
THEMA-Code
JHB PDR
Erscheinungsdatum
19. April 2021
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Arbeit, Technik, Wirtschaft
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Gesellschaftsdiagnose sowie Praktiker*innen im Bereich der digitalen Transformation und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Digitale Transformation, Digitalisierung, Kapitalismus, Plattformökonomie, Künstliche Intelligenz, Arbeit, Karl Polanyi, Karl Marx, Markt, Technik, Wirtschaft, Wirtschaftssoziologie, Techniksoziologie, Arbeits- und Organisationssoziologie, Soziologie

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