Das Gedächtnis der Migrationsgesellschaft

DOMiD – Ein Verein schreibt Geschichte(n)

Das Leben in der Bundesrepublik Deutschland wird von Millionen Migrant*innen mitgeprägt. Lange blieb ihre Geschichte ungeschrieben, doch 1990 begannen die aus der Türkei stammenden Pionier*innen des »Dokumentationszentrums und Museums über die Migration in Deutschland e.V.« (DOMiD) damit, alltagskulturelle Objekte aus der Ära der so genannten »Gastarbeiter*innen« zusammenzutragen und in Ausstellungen zu präsentieren.

Heute umfasst die Sammlung über 150.000 Zeitzeugnisse aus der Migrationsgeschichte Deutschlands seit 1945 bis heute. Unzählige unerzählte Geschichten multipler Migrationen knüpfen sich daran.

Das Buch zeichnet die Geschichte des Vereins nach.

40,00 € *

3. November 2021, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5423-3

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Manuel Gogos

Manuel Gogos, Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland e.V., Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch erzählt die Geschichte einer Migrantenselbstorganisation, die mit dreißig Jahren beharrlicher Arbeit erfolgreich darauf drängte, in Deutschland endlich ein Migrationsmuseum zu gründen. Damit erfüllt sich eine zentrale Forderung von Seiten der Migrant*innen, die eigene Geschichte gewürdigt zu sehen. Zugleich erhält das ›Land mit Migrationshintergrund‹ (Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier) den geeigneten Ort, die eigene Erinnerungskultur zu erweitern und der Vielstimmigkeit seiner Migrationen zu entsprechen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Domid-Archiv ist ein Grassrouts-Projekt, und das Buch darüber buchstäblich Geschichtsschreibung ›von unten‹. In deutschen Geschichtsbüchern liest man vom Wirtschaftswunder. Was aber ist mit der Geschichte, die die Arbeitsmigrant*innen selbst hier schrieben? Und all die anderen Migrant*innen? Heute entsteht eine neue, ›transnationale‹ Identität. Um deren Umrisse zu erkennen, bedarf es der Sichtbarmachung auch jener Gegenerzählungen. Denn so lange die Einwanderer für die Geschichte Fremde bleiben, bleibt auch ihnen diese Geschichte fremd. 3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Erinnerungskultur ist in den Kulturwissenschaften zur zentralen Kategorie avanciert. In Deutschland wird sie meist als Aufarbeitung des Nationalsozialismus verstanden. Der Bahnhof als Erinnerungsort steht für die Deportationen jüdischer Zwangsarbeiter, ab 1955 wird er von der Ankunft südeuropäischer Arbeitsmigrant*innen überschrieben. Wo liegen Kontinuitäten zwischen dem Regime der Zwangsarbeit und Gastarbeit, wo liegen Brüche? Dies zu klären ist heute eine zentrale Aufgabe gesellschaftlicher Erinnerungspolitik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit ehemaligen Stahlarbeitern und Putzfrauen oder Krankenschwestern aus Griechenland, der Türkei und Korea. Mit den Sons and Daughters of Gastarbeiter. Ebenso wie mit kritischen Historiker*innen und Migrationsforscher*innen, Museolog*innen und Kurator*innen. Mit Schrifsteller*innen und Filmemacher*innen mit und ohne Migrationsgeschichte, mit Rappern, Journalisten und politischen Repräsentanten wie Eko Fresh und Elif, Günter Wallraff oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch erzählt die Geschichte einer Migrantenselbstorganisation, der es nach dreißig Jahren endlich gelingt, in Deutschland ein Migrationsmuseum zu gründen. Es ist eine Aschenputtelgeschichte, mit Happy End.

O-Ton: »Die Leistung der Gastarbeiter:innen wird zu wenig gewürdigt« – Manuel Gogos im Interview bei WDR 5 am 29.10.2021.
WDR 5
Autor_in(nen)
Manuel Gogos
Buchtitel
Das Gedächtnis der Migrationsgesellschaft DOMiD – Ein Verein schreibt Geschichte(n)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
272
Ausstattung
Hardcover, Fadenbindung, durchgängig vierfarbig
ISBN
978-3-8376-5423-3
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN HBLW3 JPW
BISAC-Code
SOC007000 HIS037070 POL003000
THEMA-Code
JBFH JPW
Erscheinungsdatum
3. November 2021
Auflage
1
Themen
Museum, Migration
Adressaten
Migrationsforschung, Migrationsgeschichte, Museologie, Soziologie, Europäische Ethnologie, Zeitgeschichte, Kulturpolitik sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Migration, Museum, Archiv, Migrationsgesellschaft, Migrationsgeschichte, Migrationsmuseum, Erinnerungskultur, Einwanderungsgesellschaft, Vielfalt, Public History, Zeitgeschichte, Zivilgesellschaft, Demokratie, Geschichtswissenschaft

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