Die Regierung der Serie

Poetologie televisueller Gouvernementalität der Gegenwart

Serien erfreuen sich immenser Popularität und treiben den Medienwandel vom Fernsehen zum digitalen Streaming voran, kurz: Sie regieren. Zugleich ist für Serien das Modell der Regierung konstitutiv, denn sie lenken ihre Entwicklung, regulieren ihren Fortgang und entwerfen sich als zeitbasierte Steuerungsprozesse. Dominik Maeder analysiert die Kopplung dieser beiden Facetten – das Regieren der Serie und die Serie als Regierung – und stellt heraus: Ihre Popularität erklärt sich nur vor dem Hintergrund jener Steuerungslogiken, die fiktionale wie non-fiktionale Serien ins Werk setzen. Die poetische Signatur der digitalmedialen Transformation der Gegenwart lässt sich damit am Phänomen Serie ablesen.

45,00 € *

27. Dezember 2020, ca. 340 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5428-8

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Dezember 2020

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Dominik Maeder

Dominik Maeder, Universität Bonn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Serien sind ein ungemein populärer Gegenstand, sie sind zur audiovisuellen Leitform der Gegenwart geworden. Sie bilden ganz eigene Erfahrungsweisen, Erzählstrukturen und Ästhetiken aus. Video-on-Demand-Anbietern wie Netflix dienen sie gar zur Durchsetzung einer gänzlich neuen, posttelevisuellen Distributionsweise, nämlich der Streamingplattform. Serien sind also in die derzeitigen Umwälzungen digitaler Medienökonomie zutiefst verstrickt und erfordern medienwissenschaftliche Reflexion.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch legt erstens einen breiten Serienbegriff an: Auch nicht-fiktionale Serien etwa aus dem Reality-TV werden analysiert. Zweitens wird Serialität im weiten kulturwissenschaftlichen Sinn als Operationsweise gedacht, die mit den seriellen Verfahren der Moderne (etwa der Fließbandarbeit) eng verwoben ist. Drittens werden Serien hinsichtlich ihrer Steuerungspoetiken befragt: Es geht darum, Serien als Operationsformen des Steuerns, Führens, Lenkens, kurz: des Regierens zu beschreiben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch führt zwei häufig getrennt voneinander gedachte Forschungsfelder zusammen: das Feld der Serienforschung mit dem Fokus auf ästhetische und narrative Formen einerseits, das Feld der Gouvernementalitätsforschung, d.h. der kritischen Befragung von (medialen) Machtverhältnissen andererseits. Die Annahme ist dabei, dass Machtfragen nicht unabhängig von Fragen der Ästhetik zu erörtern sind. So schließt das Buch an zwei Forschungsdebatten an und bezieht sie aufeinander.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ob der Vielzahl an aufgerufenen Perspektiven müsste das ein ganzes Diskussionspanel sein. Gerne dabei sein dürften Programmplaner_innen von Netflix, Serienproduzent_innen, Reality-TV-Macher_innen, der (leider längst verstorbene) französische Philosoph Michel Foucault, der den Begriff der Gouvernementalität geprägt hat, und der Medienwissenschaftler Markus Stauff, dessen Buch »Das neue Fernsehen« für die Entwicklung meiner Forschungsperspektive sehr wichtig war.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch verschaltet ästhetische mit machtkritischen Fragen und analysiert Poetologien serieller Steuerung anhand populärer Serien.

Autor_in(nen)
Dominik Maeder
Buchtitel
Die Regierung der Serie Poetologie televisueller Gouvernementalität der Gegenwart
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 340
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 58 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5428-8
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFDT APT
BISAC-Code
SOC052000 PER010030
THEMA-Code
JBCT2
Erscheinungsdatum
27. Dezember 2020
Auflage
1
Themen
Medien, Fernsehen, Film
Adressaten
Medienwissenschaft, Serienforschung, Fernsehwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Medien, TV-Serien, Fernsehen, Reality-TV, Gouvernementalität, Steuerung, Streaming, Serialität, Regierung, Sucht, Narration, Film, Medienästhetik, Medientheorie, Mediensoziologie, Medienwissenschaft

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