Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit

Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet
(2., aktualisierte Auflage)

Auch wenn die Dringlichkeit einer sozial-ökologischen Transformation zur Nachhaltigkeit längst von praktisch allen Seiten anerkannt wird – moderne Gesellschaften verteidigen ihren Wohlstand und Lebensstil entschiedener denn je. Beharrlich wird eine sozial und ökologisch zerstörerische Politik der Nicht-Nachhaltigkeit betrieben. Die Konjunktur des Rechtspopulismus signalisiert, wie sehr das ökologisch-demokratische Projekt vergangener Jahrzehnte brüchig geworden ist. Und die Corona-Pandemie verschiebt die Prioritäten erneut in Richtung Wachstumspolitik und Konsumstimulation.

Dieser Band stellt grundlegende Annahmen der Nachhaltigkeitsforschung und Umweltsoziologie in Frage. Er skizziert neue sozialwissenschaftliche Forschungsperspektiven, um die eigenartige Fortdauer der Nicht-Nachhaltigkeit zu erhellen.

20,00 € *

2020-05-29, 350 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5442-4

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Ingolfur Blühdorn

Ingolfur Blühdorn, Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Felix Butzlaff

Felix Butzlaff, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Michael Deflorian

Michael Deflorian, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Daniel Hausknost

Daniel Hausknost, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

Mirijam Mock

Mirijam Mock, Institut für Gesellschaftswandel und Nachhaltigkeit (IGN) – Wirtschaftsuniversität Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Seit fünfzig Jahren mobilisiert die moderne Umweltbewegung gegen die Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen. Doch der Artenverlust, der Ressourcenverbrauch, die Klimaerwärmung etc. schreiten in rasendem Tempo voran – und die Corona-Pandemie fokussiert erneut alle Bemühungen auf Wirtschaftswachstum und Konsumanreize. Es ist höchste Zeit, über die bekannten Mobilisierungsaufrufe und Lösungsangebote hinauszugehen und zu untersuchen, warum die Nicht-Nachhaltigkeit so unglaublich haltbar ist.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Die COVID-19 Pandemie wurde von vielen Seiten zunächst als eine große Chance für eine sozial-ökologische Transformation der Gesellschaft und eine demokratische Erneuerung gesehen. Stattdessen entfalten sich derzeit nachhaltigkeitsbezogene Konflikte, die schon jetzt in gewalttätigen Auseinandersetzungen eskalieren. Die gesellschaftliche Spaltung und Polarisierung ist überall sichtbar. Und im Zeichen des Virus nehmen moderne Gesellschaften erneut unvorstellbar große Hypotheken auf die Zukunft auf.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Umwelt- und Klimadebatte haben wir uns mit Glaubenssätzen und Sicherheiten eingerichtet, die sich längst als unzureichend bzw. falsch erwiesen haben. Dazu gehört die Behauptung, mehr Aufklärung und Information würden zu mehr Veränderungsbereitschaft führen; oder mehr Bürgerbeteiligung würde notwendig zu mehr Nachhaltigkeit führen; oder technologische Innovationen wie Elektroautos seien die Lösung. Bei der kritischen Untersuchung genau solcher falscher Gewissheiten setzt dieses Buch an.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Beim Klimaschutz, der Generationengerechtigkeit und der Nachhaltigkeit werden wir nur weiter kommen, wenn wir es schaffen, aus unseren hergebrachten Denk-, Analyse- und Argumentationsmustern auszubrechen. Die etablierten Freund/Feind-Schemata, Problemdiagnosen und Lösungskonzepte sind nicht mehr ausreichend. Hier ist die sozialwissenschaftliche Betrachtung gefragt, denn die Logik der Politik, der Mobilisierung, der Technologie oder Ökonomie reproduzieren diese unzureichenden Ansätze nur.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die zu verstehen beginnen, dass die bedingungslose Verteidigung dessen, was wir gern als unsere Freiheit, unsere Werte und unseren Lebensstil bezeichnen, unvermeidlich in die autoritäre Gesellschaft und gewaltsame Konflikte führt. Und zwar nicht erst in der mehr oder weniger fernen Zukunft, sondern bereits jetzt in der Gegenwart.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Auf der Suche nach einer Erklärung für die nachhaltigkeitspolitische Handlungsunfähigkeit der Politik entwickelt das Buch eine Theorie der Gesellschaft der Nicht-Nachhaltigkeit und beleuchtet die Handlungspotenziale des modernen Staates, der Parteien, sozialer Bewegungen und der Bürger*innen als Konsument*innen.

»Sachlich und schonungslos.«
Achim Stammberger, Ox – Kochen ohne Knochen, 39/2 (2020)
»Aufschlussreich und gleichzeitig ernüchternd.«
XTRA!, 362 (2020)
»[Der Band] zeichnet in erhellender Weise ökologische Debatten der vergangenen Jahrzehnte nach. So wird klar, dass die Argumente sich immer wiederholen.«
Jan Christoph Freybott, Welt-Sichten, 4/5 (2020)
»Ungemein instruktiver Band.«
Stephan Lessenich, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.04.2020
»Das Buch ist keine lustige Lektüre und stimmt nicht optimistisch. Am ehesten könnte man es vielleicht als Weckruf betrachten. Das grüne Gehirn lässt sich damit jedenfalls wunderbar mal gegen den Strich bürsten.«
Ariane Rüdiger, https://anderewirtschaft.arianeruediger.de, 09.03.2020
»Dieses Buch blickt quasi in die Lücke zwischen Notwendigkeiten, Forderungen und Bemühungen.«
Fundraiser-Magazin, 3 (2020)
»Ein wichtiger, kritisch-reflexiver Beitrag zum aktuellen Nachhaltigkeitsdiskurs.«
Marcel Remme, www.lehrerbibliothek.de, 23.02.2020
»Trotz des wissenschaftlichen Ansatzes angenehm zu lesen und daher gerne empfohlen.«
Jessica Witt, ekz-Bibliotheksservice, 8 (2020)
»[Es gelingt], die versprochenen Möglichkeiten und Grenzen sozialwissenschaftlicher Nachhaltigkeitsforschung aufzuzeigen und die normativen, selten hinterfragten Grundlagen wieder der gesellschaftlichen Debatte zuzuführen.«
www.centrum3.at, 2 (2020)
»Den Autoren ist es gelungen, sehr verständlich äußerst komplexe Zusammenhänge zu beleuchten. Damit tragen sie auch zu einer objektiven, lösungsorientierten Diskussionsgrundlage bei.«
www.der-kultur-blog.de, 06.02.2020
»Dieses Buch [ist] eine Art Lösungsansatz: einer, der versucht, vorherrschende Lösungsansätze in der Nachhaltigkeitsforschung zu durchbrechen – und somit womöglich zu neuen, praktikableren Ufern aufzubrechen.«
Katharina Kropshofer, DerStandard, 18.01.2020
O-Ton: »Jeder einzelne müsste seine eigenen Freiheiten überdenken« – Interview mit Ingolf Blühdorn auf Radio Eins am 18.01.2020.
http://bit.ly/2tyWHbX
O-Ton: »Wir werden der Frage nach Begrenzung von Freiheiten nicht entkommen« – Ingolfur Blühdorn im Interview bei der Süddeutschen Zeitung am 17.10.2019.
http://bit.ly/2MRvpTG
Besprochen in:
WDR 5 – Politikum, 07.01.2020, Tanja Busse
https://transformatorische-bildung.de, 14.02.2020
ORF – Journal-Panorama, 25.02.2020
UmweltBriefe, 3 (2020)
www.goethe.de, 4 (2020), Holger Moos
Buchtitel
Nachhaltige Nicht-Nachhaltigkeit Warum die ökologische Transformation der Gesellschaft nicht stattfindet
(2., aktualisierte Auflage)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
350
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-5442-4
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
RNT JHBA KCN RNU
BISAC-Code
SOC026000 BUS072000 BUS099000
THEMA-Code
RNT JHBA KCVG RNU
Erscheinungsdatum
2020-05-29
Auflage
2., aktualisierte Auflage
Frühere Auflage
978-3-8376-4516-3
Themen
Gesellschaft, Natur, Zeitdiagnose, Politik
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Bewegungsforschung, Gesellschaftstheorie, Nachhaltigkeitsforschung, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Nachhaltigkeit, Ökologie, Gesellschaftswandel, Wohlstand, Umweltbewegungen, Nachhaltigkeitstransformation, Nicht-Nachhaltigkeit, Reaktionismus, Rechtspopulismus, Gesellschaft, Natur, Politik, Umweltsoziologie, Soziologische Theorie, Soziologie

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