Wem gehört die Gebärdensprache?

Essays zu einer Kritik des Hörens

Gebärdensprache ist sichtbar und die Anwesenheit von Gebärdensprachdolmetscher*innen im öffentlichen Raum ist vertraut. Doch nicht nur für Gehörlose ist Gebärdensprache wichtig. Gebärdensprachkurse und -studiengänge sind bei Hörenden beliebt und zeugen von einer wachsenden Neugierde an dieser besonderen Sprache. Tomas Vollhaber bewegt sich auf einem Grat zwischen der Forderung nach Anerkennung der Interessen Gehörloser und der Wieder-Entdeckung der Gebärdensprache durch Hörende. Mit seinen Essays wendet er sich an Menschen aus dem Bereich der Sprach- und Kulturwissenschaft, der Deaf Studies und Disability Studies und an jene, die mehr vom Körper und seinen Sprachen erfahren wollen.

45,00 € *

27. Juni 2021, ca. 474 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5455-4

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Juni 2021

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Tomas Vollhaber

Thomas Vollhaber, Universität Hamburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Fast alle Menschen wissen, dass Gebärdensprache die Sprache tauber Menschen ist. Wie kommt es, dass auch hörende Menschen von dieser Sprache angesprochen und manche von ihr so begeistert sind, dass sie sie erlernen wollen, obwohl sie keinen Kontakt zu tauben Menschen haben? Worin unterscheidet sich die Beschäftigung mit dieser Sprache von der mit einer anderen Fremdsprache? Was berührt Hörende, wenn sie Gebärdensprache sehen? Auf diese Fragen versucht das Buch Antworten zu geben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Bisher haben die meisten Bücher über Gebärdensprache deren Sprachstruktur im Blick. Oder es sind Lehrbücher für Menschen, die Gebärdensprache erlernen. Diese Bücher begreifen Gebärdensprache als Sprache tauber Menschen. Außerdem gibt es jede Menge Bücher zu Gesten und Körpersprache. In diesen Büchern ist von tauben Menschen nicht die Rede. Mein Buch versucht, die komplizierte Beziehung zwischen hörenden und tauben Menschen zu beleuchten sowie die Bedeutung von Gebärdensprache für taube und hörende Menschen zu verstehen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die akademischen und pädagogischen Debatten um Inklusion haben die binäre Vorstellung von behinderten und nicht behinderten, von tauben und hörenden Menschen aufgebrochen und auf die Bedeutung der engen Beziehung hingewiesen, die behinderte und nicht behinderte Menschen miteinander verbindet. Wie in den Disability Studies erwarten hörende und taube Studierende der Deaf Studies auch eine kulturwissenschaftliche Perspektive, die für die eigene Verortung im Studiengang erforderlich ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Inklusive Kulturprojekte fragen danach, wie wir das, was wir voneinander lernen, kulturell umsetzen können. Dazu bedarf es eines kritischen Blicks auf die eigene Perspektive, aber auch auf die der anderen. Ich möchte mit Menschen diskutieren, die diesen kritischen Blick auf die eigene Perspektive wagen und sich nicht von denen entmutigen lassen, die an geordneten Welten, sei es die der Behinderten, der Hörenden und der Gehörlosen festhalten. Mit anderen Worten: Ich möchte mit Menschen diskutieren, die Sprache als etwas begreifen, die nicht beherrscht, sondern erfahren werden will.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Hörende und taube Menschen haben sich viel mitzuteilen und können eine Menge voneinander lernen. Das ist nicht einfach – aber es ist der Mühe wert.

Autor_in(nen)
Tomas Vollhaber
Buchtitel
Wem gehört die Gebärdensprache? Essays zu einer Kritik des Hörens
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 474
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 92 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5455-4
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFG DSB AN
BISAC-Code
SOC029000 LIT000000 PER011020
THEMA-Code
JBFM DSB ATD
Erscheinungsdatum
27. Juni 2021
Auflage
1
Themen
Kultur, Theater, Sprache, Film, Literatur
Adressaten
Kulturwissenschaft, Deaf Studies, Disability Studies, Performance Studies
Schlagworte
Gehörlosigkeit, Sprache, Deutsche Gebärdensprache, Gehörlose, Hörende, Theater, Literatur, Film, Kulturelle Aneignung, Kultur, Behinderung, Allgemeine Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft

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