Solidarische Care-Ökonomie

Revolutionäre Realpolitik für Care und Klima

Sorgearbeit ist ein lebensnotwendiges Fundament der Gesellschaft. Ohne die vielen Menschen, die sich tagtäglich um Kinder kümmern, unterstützungsbedürftige Angehörige pflegen oder Menschen in Not helfen, würde diese sofort zusammenbrechen. Gleichzeitig werden diejenigen, die diese Arbeit übernehmen, ebenso überbeansprucht wie die Ökosysteme und ihre Stoffkreisläufe, auf denen alles Leben beruht. Diese Probleme sind letztendlich in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung nicht lösbar.

Daher müssen wir profitorientiertes Wirtschaften radikal einschränken zugunsten einer Care-Ökonomie, die sich an gelingenden Sorgebeziehungen und der Belastbarkeit der Ökosysteme orientiert. Das Konzept der Care Revolution eröffnet den Weg in eine Gesellschaft, die von Sorge und Solidarität statt von Konkurrenz und Ausgrenzung geprägt ist.

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15,00 € *

8. März 2021, 216 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5463-9

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Gabriele Winker

Gabriele Winker, Care Revolution, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Sorgearbeit, insbesondere die unentlohnte Arbeit in Familien, wird weitgehend ignoriert und viel zu wenig unterstützt. Sie scheint ebenso wie die natürlichen Ressourcen unbegrenzt zur Verfügung zu stehen. Dies führt zu menschlicher Erschöpfung und ökologischen Katastrophen. Eine solidarische Care-Ökonomie muss daher der Unterstützung von Sorgearbeit und dem Stopp der Klimazerstörung zentrale Bedeutung geben und die Wachstumsdynamik des Kapitalismus einschränken.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Die Aktionen der Klimabewegung und auch die Debatten über die untragbaren Zustände in der Alten- und Krankenpflege haben viele Menschen aufgerüttelt. Ein grundlegendes Umsteuern ist erforderlich. Entsprechend ist politisches Handeln notwendig, das mehr Zeit für Care-Arbeit schafft und das permanente Wachstum in der Güterproduktion infrage stellt. Das lässt sich u.a. durch die radikale Verkürzung der Vollzeiterwerbsarbeit auf zunächst maximal 30 Wochenstunden erreichen.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es wird gezeigt, dass die Erschöpfung Sorgearbeitender und die Überlastung planetarer Ökosysteme parallele, in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung liegende Ursachen haben. Hiervon ausgehend und ansetzend an den Wünschen und Praxen vieler Menschen entwickle ich eine Transformationsstrategie. Die vorgeschlagenen Handlungsschritte zielen auf eine Gesellschaft, die auf Sorge, Solidarität und dem Respekt vor natürlichen Grenzen beruht.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Die Bedrohlichkeit der alltäglichen Arbeitsüberlastung und der fortschreitenden Erderwärmung spüren viele Menschen auch am eigenen Leib. Dass diese Entwicklungen systembedingt sind, dass eine stimmige Alternative jenseits von permanentem Wachstum möglich ist und welche Bestandteile zu einer gesellschaftlichen Transformation gehören, lässt sich jedoch nur auf analytischem Weg zeigen. Insofern soll hier Wissenschaft den Wunsch nach Veränderung zielgerichteter und plausibler machen.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die nicht auf Kosten anderer oder zukünftiger Generationen leben wollen, sondern die Sorge und Solidarität Raum geben wollen.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Auch wenn die Gegenwart bedrohlich ist, ist es möglich und bereichernd, sich diesen Entwicklungen entgegenzustellen und für eine solidarische Gesellschaft einzutreten.

»Mit zu den stärksten Teilen des Buches gehören Winkers Überlegungen zur Frage, welche Konsequenzen für die politische Arbeit mit Blick auf eine solidarische Care-Ökonomie folgen. Sie betont unter anderem, wie wichtig es ist, Bedürfnisse ernst zu nehmen und Lernprozessen Zeit zu geben. Winker gelingt es, das Ethos der Sorge politisch überzeugend auszuformulieren. Das Buch kann dabei helfen, das praktische politische Handeln wesentlich voranzubringen, weil es analytischen Scharfblick mit konkreten Strategien verbindet, die der Mehrfachkrise angemessen sind.«
Andrea_s Exner, Mehring1, 29.05.2021
»Gabriele Winker [denkt] zusammen, was zusammen gehört.«
A. Newball Duke, www.die-stadtredaktion.de, 22.05.2021
»Winkers schon 2015 vertretene Strategie, deutlich ausgebaute staatliche Dienstleistungen mit gemeinwirtschaftlichen Strukturen zu verbinden und so auf Freiwilligkeit beruhende Tätigkeiten zu unterstützen, wird in ihrem neuen Buch zum Kern einer Transformationsstrategie: eine solidarische Care-Ökonomie innerhalb noch bestehender kapitalistischer Strukturen aufzubauen, welche zunehmend Profit-Logik durch Care-Logik ersetzt.«
Friederike Habermann, OXI, 5 (2021)
»Das Buch ist ein gelungener Versuch, Sorgearbeit und Klimaschutz zusammen zu denken und ein konstruktives und produktives Angebot, einen breiten Sorgebegriff ins Zentrum politischen Denkens und Handelns zu rücken.«
Hauke Branding, www.socialnet.de, 14.05.2021
O-Ton: »Mein Ziel ist eine solidarische Gesellschaft« – Gabriele Winker im Interview beim Deutschlandfunk am 24.04.2021.
Deutschlandfunk
O-Ton: »Mit Vergesellschaftung gegen Care- und Klimakrise« – Gabriele Winker im Interview bei analyse & kritik am 20.04.2021.
analyse & kritik
O-Ton: »Wir verteidigen unsere Würde« – Gabriele Winker im Interview bei neues deutschland am 19.04.2021.
neues deutschland
O-Ton: »Empfehlung für alle, die mit dem Thema zu tun haben oder zu tun bekommen« – Antje Schrupp auf YouTube am 14.04.2021.
Antje Schrupp
»Gabriele Winker liefert, was es jetzt, in der hoffentlich letzten Phase der globalen Pandemie, braucht: eine geschlechtersensible Zusammenschau von Care-Revolution und Klimabewegung.«
Ina Praetorius, https://inabea.wordpress.com, 12.04.2021
»Gabriele Winker ist es gelungen, anhand einer Fülle von Fakten und in einer gut verständlichen Sprache die Notlage des Care Bereichs zu beschreiben und darüber hinaus die systemischen Ursachen dieser Fehlentwicklung aufzuzeigen.«
Norbert Bernholt, https://zukunftsrat-lueneburg.de/https://www.akademie-solidarische-oekonomie.de, 07.04.2021
O-Ton: »Das macht Mut« – Gabriele Winker im Interview bei Böll.Thema 01/21.
Böll.Thema 01/21
»Dieses Buch wird sicherlich kontrovers diskutiert werden. Darauf zielt die Autorin auch ab. Die Stärke des Buches ist, dass die Autorin versucht, die Fakten zu liefern, die sie zur Untermauerung ihrer Argumentation braucht, und sich dabei einer Sprache bedient, die die Zusammenhänge nicht zu sehr vereinfacht und sich dennoch um Verständlichkeit bemüht.«
Petra Samani, https://buchblinzler.blogspot.com, 23.03.2021
»Gabriele Winker legt den Finger in die von Corona einmal mehr aufgescheuerte Wunde: Die Überbeanspruchung der Trägerinnen von Sorge-Arbeit gleicht der Ausbeutung der Natur durch den Menschen – und kann so nicht weitergehen.«
FUTURZWEI– Flaschenpost, 3 (2021)
Besprochen in:
https://blog.richter.fm, Podcast › 4 Ohren für die Kapern-Pommes, 28.04.2021
https://www.dornrosa.de/bibliothek, Viola Schubert-Lehnhardt
https://www.links-bewegt.de/de/article/305.ausbeutung-verbindet.html, 05.05.2021, Matthias Neumann https://www.frauensolidaritaet.org/bib-neuzugang, 5 (2021)
Wir Frauen, 2 (2021)
express, 5 (2021)
Autor_in(nen)
Gabriele Winker
Buchtitel
Solidarische Care-Ökonomie Revolutionäre Realpolitik für Care und Klima
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
216
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-5463-9
DOI
10.14361/9783839454633
Warengruppe
1731
BIC-Code
JKS JFSJ
BISAC-Code
POL029000 SOC032000 SOC041000
THEMA-Code
JKS JBSF
Erscheinungsdatum
8. März 2021
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Arbeit, Zeitdiagnose, Politik
Adressaten
Sozialwissenschaft, Politische Ökonomie sowie Care-Beschäftigte, Eltern, pflegende Angehörige und soziale Bewegungen
Schlagworte
Care, Sorgearbeit, Klimawandel, Revolution, Transformation, Ökonomie, Ökologie, Nachhaltigkeit, Solidarität, Politik, Arbeit, Sozialpolitik, Gender Studies, Soziale Bewegungen, Zeitdiagnosen, Zivilgesellschaft

Buchempfehlung von Antje Schrupp

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