Polemische Öffentlichkeiten

Zur Geschichte und Gegenwart von Meinungskämpfen in Literatur, Medien und Politik

Bringt die öffentliche politische Diskussion eher einen Polarisierungs- als einen Rationalisierungseffekt hervor? Diese Frage ist insbesondere angesichts der jüngsten Entwicklungen im digitalen Raum virulent geworden. Polemische Öffentlichkeiten sind jedoch nicht erst ein Phänomen unserer Gegenwart, sondern haben eine lange Geschichte. Diese nehmen die Beiträger*innen des Bandes in der Zeitspanne vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in unsere Gegenwart in den Blick und fokussieren dabei die Interferenz zwischen politischer und literarischer Kommunikation. Erst vor diesem historischen Hintergrund wird deutlich, was an den aggressiven öffentlichen Meinungskämpfen unserer Tage neu ist - und was nicht.

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26. Juli 2021, 252 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5471-4

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Elke Dubbels

Elke Dubbels, Universität Bonn, Deutschland

Jürgen Fohrmann

Jürgen Fohrmann, Universität Bonn, Deutschland

Andrea Schütte

Andrea Schütte, Universität Bonn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In der öffentlichen Kommunikation ist in unterschiedlichen medialen Formaten eine Verschärfung des Tons zu beobachten, der mit rechtlichen Schritten (Netzsäuberungsgesetze u.a.) und dem Appell zu affektiver Mäßigung begegnet wurde. Habermas' Vorstellung eines öffentlichen Raumes, den ein deliberatives kommunikatives Handeln prägen soll, scheint weniger denn je der Realität zu entsprechen. Wir binden die gegenwärtig festzustellende Polemik in öffentlicher Kommunikation an die Entwicklung/Geschichte der Moderne an, um auch an historischen Vorläufern zu zeigen, welche kommunikativen Funktionen Polemik in den adressierten Öffentlichkeiten annehmen kann. Auf diese Weise lässt sich der gegenwärtige Stellenwert von Polemik besser einschätzen und genauer bestimmen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir untersuchen, wann und warum es in der Moderne, verstanden als Prozess gesellschaftlicher Ausdifferenzierung und zunehmender massenmedialer Kommunikation, zu Hotspots öffentlicher Polemik kommt. Der historische Überblick zeigt, dass sich öffentliche Polemik seit dem 18. Jahrhundert in die gleichen sozialen, kognitiven, ökonomischen und affektiven Funktionen wie heute auffächert, die allerdings in anderen medialen Formaten und zu unterschiedlichen politischen Rahmenbedingungen ausgetragen und befördert werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Band verbindet in einer langen Reihe systematisch theoretische Ansätze zur Polemik mit Öffentlichkeitskonzepten seit der Aufklärung. Wir sehen hier die Gelenkstelle, die nachvollziehbar macht, wie die öffentliche Polemik sich im Zuge gesellschaftlicher Entwicklung zur populistischen Rhetorik der Gegenwart auswachsen konnte.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit polemisch agierenden Politiker*innen und ihren Wahlkampfstrateg*innen, mit den Gatekeeper*innen des öffentlichen Nachrichtenwesens und des Kulturbetriebs, mit Betreiber*innen von Social Media-Kanälen und Gegner*innen wie Freund*innen des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes. Und natürlich mit den literatur-, medien- und sozialwissenschaftlichen Communities.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band zeigt im Rahmen eines funktional differenzierenden Zugangs, wie polemisches Kommunikationsverhalten in unterschiedlichen medialen und politischen Konstellationen die Geschichte moderner Öffentlichkeiten bis heute prägt.

Besprochen in:
https://www.literaturhaus.at, 04.11.2021, Stefan Winterstein
Buchtitel
Polemische Öffentlichkeiten Zur Geschichte und Gegenwart von Meinungskämpfen in Literatur, Medien und Politik
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
252
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 4 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5471-4
DOI
10.14361/9783839454718
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBTB
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000 HIS054000
THEMA-Code
DSB NHTB
Erscheinungsdatum
26. Juli 2021
Auflage
1
Themen
Medien, Politik, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Polemik, Öffentlichkeit, Literatur, Medien, Politik, Diskurs, Rationalisierung, Digitalisierung, Soziale Medien, Populismus, Kommunikation, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturgeschichte, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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