Masken denken – in Masken denken

Figur und Fiktion bei Friedrich Nietzsche

Als kulturgeschichtlich bedeutsame Phänomene entstammen Masken der Ritual- und Theaterpraxis und traten schon in der Antike als Metapher in den Sprachgebrauch über. Kaum ein Philosoph hat den Masken so viel Raum gegeben wie Friedrich Nietzsche: Sie sind ihm Hilfsmittel der Erkenntnis und conditio humana, sie ermöglichen Höflichkeit und Selbstschutz, fungieren aber auch als Darstellungsform. Corinna Schubert führt zentrale Themen seines Denkens unter einem neuen Gesichtspunkt zusammen und erschließt sie als Philosophie der Masken. Dabei geht es nicht nur darum, was Nietzsche über Masken denkt, sondern auch, wie er mit und in Masken denkt.

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3. Dezember 2020, 264 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5486-8

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Corinna Schubert

Corinna Schubert, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Masken sind im Denken Friedrich Nietzsches wie bei kaum einem anderen Philosophen präsent. Bisher waren in der Forschung einzelne Aspekte thematisiert sowie die Masken v.a. als Masken des Autors Nietzsche und damit als intellektuelles Versteckspiel gedeutet worden. Diese verkürzte Interpretation, die dem Facettenreichtum von Nietzsches Maskensemantik nicht gerecht wird, wird mit dieser Studie revidiert. Das Buch erschließt die Maskenproblematik bei Nietzsche erstmals in ihrem gesamten Spektrum.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch erörtert die vielfältigen Bedeutungsweisen, die Nietzsche am Begriff der Maske reaktualisiert: Entgegen ihrer historisch begründeten, moralischen Abwertung werden Aspekte der Verwandlung, des Spiels und der Produktivität von Fiktionen betont. Ich zeige die mit der Maske verbundenen psychologischen und interindividuellen Funktionen sowie ihre anthropologische und erkenntnispraktische Dimension. Die textformale Seite erscheint als performativer Ausdruck der philosophischen Programmatik.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Vor dem Hintergrund der Maskenproblematik wird die Analyse der Philosophie Nietzsches mit einer Erörterung ihrer performativen Darstellungsformen verbunden. Damit schließt die Arbeit an die aktuelle, kontextsensible Forschung an und erweitert sie gleichzeitig um ein thematisches Desiderat. Die anthropologische Dimension des Menschen als ›Maskenensemble‹ ohne Substanz- bzw. Seelenkern weist Nietzsches antimetaphysische Philosophie als Vorläufer soziologischer und psychologischer Erkenntnisse aus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde gern mit Persönlichkeiten vom dramatischen Fach, wie der Schauspielerin Corinna Harfouch oder mit Shakespeare diskutieren, weil sie Experten im Spiel mit Figuren und der Verwandlung sind. Verändert sich ein Mensch durch das Verinnerlichen verschiedener Positionen? Ist es plausibel, nichts Gleichbleibendes mehr anzunehmen?

Auch ein Gespräch mit dem Biologen Thomas Bosch wäre spannend, denn Nietzsches Konzept der ›Subjekts-Vielheit‹ ähnelt der Hypothese des Menschen als Metaorganismus.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch erschließt Nietzsches Denken gleichzeitig als eine Philosophie der Masken und als ein Philosophieren in Masken.

Autor_in(nen)
Corinna Schubert
Buchtitel
Masken denken – in Masken denken Figur und Fiktion bei Friedrich Nietzsche
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
264
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-5486-8
Warengruppe
1521
BIC-Code
JFC HP HPS
BISAC-Code
PHI034000 PHI019000
THEMA-Code
JBCC QD QDTS
Erscheinungsdatum
3. Dezember 2020
Auflage
1
Themen
Kultur
Adressaten
Philosophie, Literaturwissenschaft, Soziologie, Theaterwissenschaft
Schlagworte
Friedrich Nietzsche, Maske, Schauspieler, Theater, Denken, Rolle, Figur, Sprache, Kultur, Kulturphilosophie, Politische Philosophie, Philosophie

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