Anerkannter Protest?

Mediale Repräsentationen von Frauen in Ägypten in der deutschsprachigen Presse

In der global vernetzten Welt sind kosmopolitische Ansätze auch in der Medienkulturforschung bedeutsam: Sie eröffnen den Blick auf die Potenziale mediatisierter Anerkennung. Lina Brink zeigt, wie insbesondere feministische und postkoloniale Theorien eine machtkritische Auseinandersetzung mit solchen Ansätzen befördern und empirische Untersuchungen anleiten können. Am Beispiel der deutschsprachigen Berichterstattung zwischen 2011 und 2014 untersucht sie die mediale Repräsentation von protestierenden Frauen in Ägypten. Auf Grundlage dieser theoretisch versierten Studie entwirft sie ein Modell für eine empirische Analyse mediatisierter Anerkennung und verdeutlicht, wie eng diese mit der Etablierung hierarchisierender Deutungen verwoben sein kann.

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23. November 2020, 354 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5488-2

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Lina Brink

Lina Brink, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Berichterstattung über die Proteste in Ägypten ab 2011 wird im öffentlichen und auch wissenschaftlichen Diskurs oft als ein Wendepunkt in der Sichtbarkeit der Region in deutschsprachigen Medien gesehen. Es wird betont, dass insbesondere protestierende Frauen dabei erstmals in Text und Bild medial anerkannt wurden, statt tradierte orientalisierende Repräsentationen zu reproduzieren. Mir geht es in dem Buch vor allem darum, die Ambivalenzen dieser mediatisierten Anerkennung aufzuzeigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Theoretisch eröffnet das Buch eine kritische Perspektive auf aktuelle Debatten um Kosmopolitismus und den dafür zentralen Anerkennungsbegriff. Entlang dieser Auseinandersetzung wird ein Modell zur kritischen Analyse mediatisierter Anerkennung entwickelt. Empirisch lenkt das Buch den Blick auf die oft enge Verbindung zwischen anerkennenden Repräsentationen und hierarchisierenden Deutungen in der deutschsprachigen Text- und Bildberichterstattung über protestierende Frauen in Ägypten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Anerkennung ist nicht nur ein zentraler Begriff in politischen Auseinandersetzungen um den Zugang zu ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ressourcen, sondern auch in wissenschaftlichen Debatten um das Potenzial einer Kosmopolitisierung von Medienkulturen. Die Möglichkeit einer mediatisierten Anerkennung der ›Andersheit der Anderen‹ wird in der aktuellen Forschung zentral betont. Das Buch zeigt: Hier darf der kritische Blick auf machtvolle Anerkennungsordnungen nicht verloren gehen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten in einer Diskussionsrunde, an der sowohl Aktivist_innen aus der Protestbewegung in Ägypten teilnehmen als auch (Foto-)Journalist_innen, die über Proteste in Ägypten und ähnliche Ereignisse in deutschsprachigen Medien berichten. Diskutieren würde ich gerne darüber, welche Ansatzpunkte für journalistische Praktiken sich konkret aus meinen Überlegungen und Analysen ergeben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Anerkennung protestierender Frauen in Ägypten in der deutschen Presse verschiebt und reproduziert zugleich machtvolle Anerkennungsordnungen.

Autor_in(nen)
Lina Brink
Buchtitel
Anerkannter Protest? Mediale Repräsentationen von Frauen in Ägypten in der deutschsprachigen Presse
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
354
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 40 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5488-2
DOI
10.14361/9783839454886
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFSJ HBTR
BISAC-Code
SOC052000 SOC032000 POL045000
THEMA-Code
JBCT JBSF NHTR
Erscheinungsdatum
23. November 2020
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Gesellschaft, Geschlecht, Medien
Adressaten
Medien- und Kommunikationswissenschaft, Gender Studies, Diskursforschung, Journalistik
Schlagworte
Medien, Geschlecht, Protest, Ägypten, Kosmopolitismus, Feminismus, Postkolonialismus, Medienästhetik, Gender Studies, Cultural Studies, Medienwissenschaft

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