Inszenierung von Diversität

Performanz kultureller Vielfalt und Differenz im Theater von Robert Lepage

Robert Lepages Theater inszeniert auf besondere Weise kulturelle Vielfalt und Differenz und stellt dabei soziale Differenzierungsmuster infrage. Sarah Larsen-Vefring beleuchtet aus kulturwissenschaftlicher Perspektive in einer umfangreichen Analyse neun Stücke des Quebecer Regisseurs aus den Jahren 2003 bis 2013. Ihre Untersuchung basiert auf Videomitschnitten und enthüllt die scheinbar grenzenlosen Möglichkeiten der Vernetzung in den transkulturellen Lebenswelten, die Lepage performativ erschafft. Durch die Lupe des Performanzkonzepts werden tiefgehende Einblicke in das Vermögen des Theaters vermittelt, mit ästhetischen Strategien Raum und Diversität in der Gesellschaft neu zu gestalten.

39,99 € *

12. Januar 2021, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5491-6
Dateigröße: 4.69 MB

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Sarah Larsen-Vefring

Sarah Larsen-Vefring, Universität des Saarlandes, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Diversität ist etwas Inszeniertes, oder? Dieser Frage gehe ich aus verschiedenen Blickwinkeln auf Lepages Theater nach. Warum Lepage? Er ist einer der international bekanntesten zeitgenössischen Theatermacher und setzt einen ganz wesentlichen Schwerpunkt seiner Arbeit auf die Inszenierung kultureller Verflechtungen im alltäglichen Leben. Sein Theater ist dabei höchst innovativ, intermedial, experimentell und poetisch zugleich – und wird den Leser meines Buches schnell in seinen Bann ziehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Quebecer Perspektive erscheint mir hier besonders spannend. Lepages Theater ist als künstlerisches Produkt einer Gesellschaft zu sehen, die stark durch Immigration geprägt ist und in einem täglichen Spannungsfeld zwischen frankofoner, anglofoner, allofoner und autochthoner Kulturen lebt. Lepage erweitert dies um transkulturelle Raumauffassungen, wodurch sein Theater ein neues Bewusstsein für Differenzierungsprozesse aufzeigt und die (negative) Bedeutung kultureller Differenz relativiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Umgang mit Diversität ist immer wieder Gegenstand intensiver Diskussionen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Doch was bezeichnen wir eigentlich als Diversität? Lepages Theater erschafft selbst performativ Diversität und verhandelt dabei Differenzkategorien und soziale Zuschreibungen neu. Mit der Analyse der transkulturell vernetzten Welten Lepages zeige ich neue Möglichkeiten des Einflusses künstlerischer Akteure auf, was für die kulturwissenschaftliche Forschung höchstinteressant ist.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Robert Lepage selbst. Ich habe ihn viel gesehen und gehört, aber mich noch nie mit ihm über unsere jeweilige Sicht auf sein Theater ausgetauscht. Wahrscheinlich wird er sagen: ›Les critiques cherchent toujours des sens cachés qui ne s'y trouvent pas‹ – eine wunderbar ironisierende Betrachtung der Arbeit von Kritikern und Wissenschaftlern durch die Figur Jean Cocteau im Theaterstück Les Aiguilles et l'opium.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Tauchen Sie ein in eine Theaterwelt voller kulturübergreifender Mobilität und Kommunikation und erleben Sie eine neue Wahrnehmung von Diversität.

Besprochen in:
https://romanistik.de, 08.01.2021
www.fabula.org, 08.01.2021, Marc Escola
ekz. bibliotheksservice, 9 (2021), Michael Raab
Autor_in(nen)
Sarah Larsen-Vefring
Buchtitel
Inszenierung von Diversität Performanz kultureller Vielfalt und Differenz im Theater von Robert Lepage
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
272
Ausstattung
5 Farbabbildungen, 6 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5491-6
DOI
10.14361/9783839454916
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN
BISAC-Code
PER011020
THEMA-Code
ATD
Erscheinungsdatum
12. Januar 2021
Themen
Theater
Adressaten
Kulturwissenschaft, Diversity Studies, Performanzforschung, Kanada- und Quebec-Studien, Theaterwissenschaft
Schlagworte
Kulturelle Diversität, Theater, Robert Lepage, Quebec, Raum, Gesellschaft, Performanz, Inszenierung, Differenz, 21. Jahrhundert, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft

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