Rechte Gefühle

Affekte und Strategien des digitalen Faschismus

Dem Faschismus geht es gut – er ist Meme, Konsumgut und Gefühlswelt geworden. Seine Gewaltträume und Männerphantasien finden im Netz ein perfektes Biotop. Rechte Agitator*innen schaffen marktfähige Gefühlsmuster, die von YouTube und den Parlamenten bis auf die Straße reichen. Sie bauen anziehende Gegenrealitäten – und gewinnen damit Wahlen, Follower und Publikum. Von GamerGate bis Halle, »großer Austausch« bis »Corona-Lüge« - Simon Strick untersucht die affektiven Strategien rechter Akteur*innen. Zahlreiche Analysen zeigen, wie sie Gefährdungsgefühle für Weiße und Männer populär und anschlussfähig machen: Dieser Faschismus spricht die Sprache der Risikogesellschaft und manipuliert effektiv demokratische Öffentlichkeiten. Distanzierung ist kein Mittel gegen diese rechte Gefühlsrevolution. Auf Rechte Gefühle muss kollektiv und affektiv geantwortet werden.

Auszeichnung
Hans-Bausch-Mediapreis 2021 des SWR ↗

 

Stimmen zum Buch
»Ein Ariadnefaden durch rechte Echokammern.«
(Hito Steyerl, Medienkünstlerin, Universität der Künste Berlin)

»Dieser Ritt durch rechte Klimazonen und Gefühlslandschaften ist unkonventionell, erfrischend und beißend klug. Hier entfaltet die Affektforschung eine konzeptuelle Schärfe und einen begrifflichen Erfindungsreichtum, die im deutschen Sprachraum bislang einzigartig sind. Ein verstörendes Porträt des banalen Faschismus der Gegenwart.«
(Christine Hentschel, Soziologin, Universität Hamburg)

»Die Alternative Rechte im digitalen Kosmos ist viel weniger beschränkt als die linke Kritik glaubt. Dieses Buch lässt schaudern und verlangt Nerven.«
(Gabriele Dietze, Genderforscherin, Humboldt-Universität zu Berlin)

33,99 € *

10. Mai 2021, 480 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5495-4
Dateigröße: 22.96 MB

als Sofortdownload verfügbar

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer.

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Simon Strick

Simon Strick, Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Soziale Medien bestimmen die Lage und den Diskurs, genau wie die rechten Gefühlswelten, die sich dort entfaltet und durchgesetzt haben. Beide prägen die Bedingungen, unter denen Dinge wie ›Diskussion‹, ›Meinungsbildung‹ oder auch einfach ›Zugänge zur Welt‹ derzeit möglich sind. Wir leben in einer Zeit wuchernder, neuer Faschismen, die nicht als Anormales auftreten, sondern den Alltag bestimmen, für viele.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Ich hoffe, dass das Buch zahlreichen Debatten um Meinungsfreiheit, Identitätspolitik und neue Faschismen sowohl neue Gegenstände und Präzedenzfälle mitgibt, wie es auch eine kritische Metatheorie zu den Debatten und Haltungen um/mit/gegen Rechts besteuert.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das interdisziplinäre Buch füllt zahlreiche Lücken in der Diskussion rechter Phänomene: Medientheoretische und genderinfomierte Perspektiven sind weitgehend Mangelware, wie auch inhaltliche Auseinandersetzungen mit digitaler Propaganda. Affekttheorie, wie sie im Buch entwickelt wird, ist generell randständig in der Forschungslandschaft.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Sie bringt zwei Aspekte ein: 1. Dass öffentliche Diskussionen vielfach Produkte rechter Kulturkämpfe sind. 2. Dass die Forschung von diesen ebenso betroffen ist und daher nicht neutral agieren sollte.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit jungen Menschen.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Die digitale Gesellschaft bekommt den Faschismus, der zu ihr passt.

»Beeindruckende Studie.«
Christoph Raetzsch, Medien & Kommunikation, 69/4 (2021)
O-Ton: »Die Neue Rechte ist eine der besten Kommunikationsagenturen« – Simon Strick im Interview bei Telepolis am 12.10.2021.
Telepolis
»Strick [zeigt]: Rechtes Denken und Fühlen ist nicht irgendwo anders, sondern mitten unter und sehr oft wohl auch in uns.«
Ariane Rüdiger, http://anderewirtschaft.arianeruediger.de, 05.10.2021
»Simon Strick präsentiert ein lesenswertes Panorama der Präsenz ›rechter‹ Gefühle, Themen und Aktionen im Internet. Lesenswert sind – das ist bei wissenschaftlichen Büchern selten der Fall – auch die Fußnoten.«
Norbert Reichel, https://demokratischer-salon.de, 30.09.2021
O-Ton: »Die rechte Medienmaschine aus der digitalen Geschichte heraus erklären« – Simon Strick im Videocast bei The Failure of Knowledge – Knowledges of Failure am 30.09.2021.
The Failure of Knowledge – Knowledges of Failure
O-Ton: »Arme weiße Männer« – Simon Strick im Interview bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung am 26.09.2021.
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Seine zentrale These, dass die alternative Rechte versucht, die Räume im vorpolitischen Raum zu besetzen und über soziale Medien ein neues kollektives Bewusstsein zu schaffen, hat Simon Strick in seinem reich illustrierten Buch gut belegt. Seine Warnung, dass dieser Entwicklung nicht allein mit Faktenchecks begegnet werden kann, sollte nicht ungehört verklingen.«
Gerhard Klas, SWR 2 – Lesenswert, 23.09.2021
»Strick schreibt explizit in der ersten Person, nämlich als jemand, dessen eigene akademische Position als rassismuskritischer Genderforscher im Fadenkreuz des rechten Kulturkampfs steht. Wer die gegenwärtige Rechte und ihr digitales ›emotioneering‹ verstehen will, kommt um seine Lektüre nicht herum.«
Roland Meyer, cargo, 51 (2021)
O-Ton: »Das Spiel um Aufmerksamkeit« – Simon Strick im Interview bei der taz am 01.09.2021.
taz
O-Ton: »Faschismus kommt als Schwarmbewegung von unten wieder« – Simon Strick im Interview bei SPIEGEL online am 08.08.2021.
Spiegel online
»Stricks geballte Ladung an Information, Deutung und Theorie [ist] die wohl intelligenteste und umfassendste Darstellung des zeitgenössischen Faschismus und seines fundamentalen Gestaltwandels [...]. Pflichtlektüre für alle Nie-Wieder-Strategen!«
Ingo Arend, Deutschlandfunk Kultur, 02.08.2021
»Dieses Buch behandelt die emotionalen Anziehungskräfte, ihre Weltbilder, Affekte und Ideologemen, die der Faschismus dem digitalen Raum und seinen Möglichkeiten angepasst hat.«
Michael Lausberg, www.scharf-links.de, 18.07.2021
»Die Botschaft des Buchs ist eindeutig: Auf Rechte Gefühle muss kollektiv und affektiv geantwortet werden!«
Oliver Neumann, www.lehrerbibliothek.de, 18.07.2021
O-Ton: »Die Antwort war Frauenhass« – Simon Strick im Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger am 15.07.2021.
Schweizer Tagesanzeiger
O-Ton: »Alte Tränen in neuen Schläuchen« – Simon Strick bei Deutschlandfunk Kultur am 10.07.2021.
Deutschlandfunk Kultur
O-Ton: »Ein unglaublich weißes Jahrzehnt« – Simon Strick im Interview über rechtsextreme Nostalgie mit der Amadeu-Antonio-Stiftung am 06.07.2021.
Bell Tower News (Amadeu-Antonio-Stiftung)
O-Ton: »Die Strategien der Insta-Nazis: Hans Bausch-Mediapreis für Simon Strick« – Simon Strick im Interview für SWR Aktuell am 20.05.2021.
SWR2
Besprochen in:
http://www.christa-tamara-kaul.de, 8 (2021)
IDA-NRW, 3 (2021)
InfoDienst Migration, 4 (2021)
Autor_in(nen)
Simon Strick
Buchtitel
Rechte Gefühle Affekte und Strategien des digitalen Faschismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
480
Ausstattung
170 SW-Abbildungen, 6 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5495-4
DOI
10.14361/9783839454954
Warengruppe
1739
BIC-Code
JPFQ JFD JFSJ
BISAC-Code
POL042030 SOC052000 SOC032000
THEMA-Code
JPFQ JBCT1 JBSF
Erscheinungsdatum
10. Mai 2021
Themen
Medien, Zeitdiagnose, Politik
Adressaten
Kulturwissenschaft, Gender Studies, Postcolonial Studies, Affektforschung, Medienwissenschaft, Literaturwissenschaft, Extremismusforschung sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Internet, Medien, Faschismus, Alt-Right, Rassismus, Gender, Affekt, Netzwerk, Rechtsextremismus, Populismus, Neue Rechte, Meme, Politik, Gender Studies, Politische Soziologie, Politikwissenschaft

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