Judith Butler und die Theologie der Freiheit

Judith Butler und Michel Foucault haben der katholischen Theologie wesentliche Einsichten zu vermitteln, denn sie betonen – mit je eigener Schwerpunktsetzung – die Notwendigkeit einer genauen Machtanalyse. Dabei wird dem Gender und damit dem Körper, insbesondere auch in der sprachlosen Performativität, ein angemessener Raum gegeben. So kann Freiheit als Grundlage kreativen und kritischen menschlichen Handelns gedacht und für die Theologie umgesetzt werden. Die Problematiken dieser Themen innerhalb des katholischen Diskursraumes sind einerseits aktuell, andererseits haben sie eine Entstehungs- wie Rezeptionsgeschichte.

Die Theologin und Dogmatikerin Gunda Werner erkundet, wie die Genderdiskurse zur Prägung des Subjektes Judith Butlers und Michel Foucaults Diskurskonzept der Parrhesia, des Wahrsprechens, für eine Theologie der Freiheit fruchtbar gemacht werden können. In mehreren Casestudies zeigt sie, wie die Trias Freiheit – Gender (Körper) – Macht (Kritik) die Kategorien und Strukturelemente einer Theologie der Freiheit bilden kann.

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31. Mai 2021, 278 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5507-0

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Gunda Werner

Gunda Werner, Karl-Franzen Universität Graz, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Gender-Zuschreibungen und ihre Folgen im alltäglichen Leben sind gerade in der Pandemie wieder deutlich geworden, insbesondere die Mehrbelastung ›der‹ Frauen. In dieser Zeit ist ein Buch, das mit Judith Butler darüber nachdenkt, was Freiheit bedeutet und wie ein gutes Leben für viele denkbar ist, umso nötiger. Dazu gehört auch, die Ursachen für die heutige Situation zu benennen, die historisch sind und sehr in religiösen Überzeugungen gegründet sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch eröffnet die neue Perspektive, dass eine Theologie der Freiheit ohne Gender-Theorien nur eine halbe Freiheit meint, denn Freiheit ist nie abstrakt, sie ist konkret, verkörpert und bedeutet ein kritisches Hinterfragen der Lebensbedingungen und ihrer Ursachen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die aktuellen theologischen Forschungsdebatten möchten entweder eine abstrakte Freiheit denken, die nichts mit Gender-Theorien zu tun hat. Oder sie bezweifeln die Freiheit in ihrer ursprünglichen Kreativität ganz. Ebenso werden die Erkenntnisse der Gender-Theorie als Sonderwissen abgetan. Dieses Buch möchte deswegen die abstrakten transzendentalen Freiheitstheorien mit den Gender-Theorien verbinden und darüber hinaus eine historische Genealogie für die katholische und konservative Gender-Kritik bieten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Judith Butler natürlich.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kritisch-kreativ-performativ: so ist eine Theologie der Freiheit, die mit aktuellen Fragestellung historisch fundiert im Gespräch ist.

Autor_in(nen)
Gunda Werner
Buchtitel
Judith Butler und die Theologie der Freiheit
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
278
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5507-0
Warengruppe
1541
BIC-Code
HRA HPS HPQ
BISAC-Code
REL000000 PHI019000 PHI005000
THEMA-Code
QRA QDTS QDTQ
Erscheinungsdatum
31. Mai 2021
Auflage
1
Themen
Religion
Adressaten
Theologie, Gender Studies, Feminismus, Soziologie, Philosophie
Schlagworte
Theologie, Judith Butler, Freiheit, Leben, Parrhesia, Ethik, Gender, Wahrheit, Michel Foucault, Körper, Macht, Diskurs, Religion, Religionswissenschaft, Politische Philosophie, Poststrukturalismus

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