Die Mehrdeutigkeit geteilter religiöser Orte

Eine ethnographische Fallstudie zum Kloster Sveti Naum in Ohrid (Mazedonien)

Religiöse Orte werden erst durch diskursive Strategien als solche konstruiert und wahrgenommen. Auf der Grundlage jüngerer Theorien zu mehrfach gemeinsam genutzten religiösen Orten zeigt sich, dass historisch kontingente Orte mehrdeutige Räume sein können: Am Kloster Sveti Naum überlappen sich interreligiöse Aushandlungen mit Tourismus, Wirtschaft und Politik. Anhand empirisch-qualitativer Daten ihrer einjährigen Feldforschung zeigt Evelyn Reuter Kontinuitäten und Brüche im Wandel dieses Klosters auf und kontextualisiert sie in der regionalen Religionsgeschichte bis zur Gegenwart postsozialistischer Transformationsprozesse.

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20. Januar 2021, 410 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5519-3

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Evelyn Reuter

Evelyn Reuter, Universität Bremen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wahrnehmung und Nutzung religiöser Orte sind oftmals sehr emotional aufgeladen, vor allem wenn sie aufgelöst oder umgenutzt werden sollen. Ich möchte zeigen, dass auch religiöse Orte nie nur bestimmten religiösen Zweck dienen. Beispiele aus Südosteuropa eignen sich dafür wegen der regionalen, religiösen und sprachlich-kulturellen Vielfalt hervorragend, weil sich die Vielfalt in den Orten niederschlägt, die für die vorfindlichen Religionsgemeinschaften unterschiedliche Bedeutungen haben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch zeigt, dass Orte nicht per se religiös, politisch oder wirtschaftlich sind, sondern erst durch Handlungen und Zuschreibungen von beteiligten Akteur*innen ihre Bedeutung erhalten. Die diskursiven Strategien basieren auf Eigenschaften des Ortes und historischen Ereignissen, die die Handelnden ihren Bedürfnissen entsprechend aufgreifen. Unter Rückgriff auf das Konzept von Religion als Kulturmuster verdeutliche ich die Dominanz des Religiösen an einem mehrdeutigen Ort.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Geteilte religiöse Orte und Räume sowie diskursive Strategien zur deren Etablierung sind in der Forschung bereits von großem Interesse. Dabei stehen oftmals physische Orte von Religionsgemeinschaften im Fokus, ohne metaphorische Orte einzubeziehen oder danach zu fragen, was genau religiös bedeutet. Die dichotome Unterscheidung von religiösen und nicht-religiösen Aspekten problematisierende Studie ergänzt die bisherige Forschungsdebatten um ein Raumkonzept der erkennbaren Mehrdeutigkeit.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Da der Gegenstand die Forschung sowohl in der Religionswissenschaft als auch in den Südosteuropastudien zu verorten ist, würde ich sie gern in einer gemischten Gruppe mit Mitgliedern aus diesen Fachrichtungen diskutieren. Außerdem würde ich Personen aus der Praxis dazu einladen, die an mehrdeutigen geteilten religiösen Orten wie Häusern der Religionen oder Räumen der Stille tätig sind oder solche gerade konzipieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Ethnographie zeigt, wie unterschiedliche gesellschaftliche Bedeutungen eines orthodoxen, multireligiös besuchten Klosters ausgehandelt werden.

Autor_in(nen)
Evelyn Reuter
Buchtitel
Die Mehrdeutigkeit geteilter religiöser Orte Eine ethnographische Fallstudie zum Kloster Sveti Naum in Ohrid (Mazedonien)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
410
Ausstattung
kart., Klebebindung, 9 SW-Abbildungen, 4 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5519-3
DOI
10.14361/9783839455197
Warengruppe
1541
BIC-Code
HRA JFSR JHMC
BISAC-Code
REL000000 SOC039000 SOC002010
THEMA-Code
QRA JBSR JHMC
Erscheinungsdatum
20. Januar 2021
Auflage
1
Themen
Raum, Religion
Adressaten
Religionswissenschaft, Balkanologie, Religionsgeschichte, Geschichte (Süd-)Osteuropas
Schlagworte
Religion, Mazedonien, Balkan, Postsozialismus, Transformation, Interreligiösität, Tourismus, Wirtschaft, Politik, Raum, Religionswissenschaft, Religionssoziologie, Ethnologie, Interkulturalität

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