Die Kunst des Büchermachens: Autorschaft und Materialität der Literatur zwischen 1765 und 1815

Autorschaft erfordert mehr als das Schreiben eines Textes: Um 1800 wird sie vor allem durch das gedruckte Buch hervorgebracht. In dieser Zeit entwickelt sie sich zu einem sozialen Phänomen, im deutschsprachigen Raum grassiert die »Schriftstellersucht«. Tobias Fuchs untersucht in diesem Kontext die auf das Buchartefakt bezogenen Praktiken des Publizierens zwischen 1765 und 1815. Die Materialität von Literatur betrachtet er dabei in ihren ästhetischen, merkantilen, poetologischen, rechtlichen sowie wissensgeschichtlichen Dimensionen. Der Bogen reicht von Jean Pauls handgeschriebenen Büchern über gedruckte Artefakte bis zur Makulatur.

44,00 € *

27. Januar 2021, ca. 322 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5530-8

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Januar 2021

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Tobias Fuchs

Tobias Fuchs, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Wir erleben, dass sich im digitalen Zeitalter das Publizieren von der Materialität gedruckter Medien wie dem Buch oder der Zeitung loslöst. Das ist eine historische Zäsur, die Grundbegriffe der Literatur in Frage stellt. Deshalb wollte ich wissen, wie stark unsere moderne Vorstellung von Autorschaft an das Buch als Artefakt gebunden ist. Dabei setze ich im späten 18. Jahrhundert an, in einer Zeit, in der die ›Autorsucht‹ grassiert und das Urheberrecht entsteht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Autorschaft ergibt sich für mich nicht unmittelbar aus dem Schreiben eines Textes, sondern aus den Praktiken des Publizierens. Wer um 1800 einen Text veröffentlicht, muss sich mit der Materialität des Buchartefakts befassen und in dessen Herstellung einbringen, über Formate, Papiersorten oder die Typographie nachdenken. Das Schreiben wird in einem hohen Maß durch das Buchartefakt geformt. Ein besonderes Augenmerk lege ich auf Autorschaft als soziales Phänomen der gesellschaftlichen Umbruchzeit um 1800.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Materialitätsbegriff erlebt seit Jahren eine ungebrochene Konjunktur in den Kultur- und Sozialwissenschaften. Nach der Materialität der Literatur zu fragen, erscheint wie ein Reflex auf die Digitalisierung des Schreibens und Publizierens. Zugleich schärft sich unser historisches Bewusstsein für die Materialität von Praktiken und Artefakten, die ins Feld der Literatur gehören. Die Literaturwissenschaft muss klären, wie sie mit diesen Materialitäten umgeht. Dazu will ich durch eine Praxeologisierung von Autorschaft beitragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Heinrich Bosse, der mit »Autorschaft ist Werkherrschaft« ein Standardwerk zur Theorie der Autorschaft verfasst hat. Seinen umfangreichen Forschungen zum 18. Jahrhundert verdanke ich wertvolle Einsichten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Autorschaft gründet um 1800 nicht auf Texten, sondern auf Praktiken des Publizierens, denen dieses Buch nachspürt – vom Manuskript bis zur Makulatur.

Autor_in(nen)
Tobias Fuchs
Buchtitel
Die Kunst des Büchermachens: Autorschaft und Materialität der Literatur zwischen 1765 und 1815
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 322
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 6 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5530-8
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB HBTB JFD
BISAC-Code
LIT000000 HIS054000 SOC052000
THEMA-Code
DSB NHTB JBCT
Erscheinungsdatum
27. Januar 2021
Auflage
1
Themen
Medien, Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Buchwissenschaft, Mediengeschichte, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Kultursoziologie
Schlagworte
Deutschsprachige Literatur, Autorschaft, Publizistik, Materialität, Buchgeschichte, Praxeologie, Urheberrecht, Jean Paul, 18. Jahrhundert, Manuskript, Buchdruck, Makulatur, Literatur, Kulturgeschichte, Medien, Allgemeine Literaturwissenschaft, Analoge Medien, Literaturwissenschaft

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