Welterzeugung als Experiment

Zur Bedeutung der Räume im Werk von Julian Barnes

Über das gesamte Werk von Julian Barnes hinweg lassen sich immer wieder geschlossene, exponierte Räume beobachten, die sich markant von einem offenen, bewegten Außen abheben: Inseln, Schiffe, Gerichtssäle oder ein Friseursalon. Sebastian Basler stellt die These auf, dass diese Innen-Außen-Opposition verschiedene Fragen der Welterzeugung verräumlicht: Die kleinen und großen Welten der geschlossenen Räume sind nicht nur Schauplätze in den Erzählungen, sondern geben als experimentelle Anordnungen auch Aufschluss über ihr je spezifisches Gemacht-Sein. Mit dem Raum kommt eine Dimension in den Blick, die in der Literatur über Julian Barnes auch aufgrund der dominanten Zeitdiskurse der Geschichte und des Gedächtnisses noch wenig Beachtung gefunden hat.

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1. Dezember 2020, 260 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5531-5

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Sebastian Basler

Sebastian Basler, Lehrer, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Julian Barnes ist nicht nur einer der bekanntesten, sondern auch innovativsten britischen Autoren der Gegenwart. In verschiedensten Formen und Gestalten stellen seine Romane und Kurzgeschichten die Frage, wie wir Welten erschaffen und uns in ihnen einrichten. Barnes` Werke zeichnen sich dabei durch ihren spielerischen, tastenden Charakter aus. Hier setzt meine Arbeit an: Sie nimmt das experimentelle Element als zentrale künstlerische Strategie in den Blick und kommt so zu einer systematischen Beschreibung des ›fiktionalen Versuchsaufbaus‹ bei Julian Barnes.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Für Barnes` ›fiktionalen Versuchsaufbau‹ spielt die räumliche bzw. topologische Gestaltung der Erzählungen eine zentrale Rolle. Der Fokus auf den Raum gibt einen Blick auf Barnes` Worldmaking-Experimente frei und rückt dabei eine Dimension in den Mittelpunkt, die aufgrund der oft dominanten Zeit-Diskurse der Geschichte und des Gedächtnisses in der Barnes-Forschung bisher wenig Beachtung gefunden hat.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Frage, wie Individuen und Gruppen Welten einrichten und bestimmten Ordnungen Bedeutung einschreiben, ist in Zeiten von ›alternativen Fakten‹ und Brexit aktueller denn je. Über diese allgemeinere Dimension der Welterzeugung hinaus knüpft die Arbeit an literatur- und kulturwissenschaftliche Versuche an, das Worldmaking-Konzept des Philosophen Nelson Goodman auf die fiktiven Welten eines Erzähltextes anzuwenden. Schließlich steuert dieses Buch auch eine neue Perspektive zur Debatte über die (literaturhistorische) Einordnung von Julian Barnes zwischen Postmoderne und Postpostmoderne bei.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Nelson Goodman, dessen Worldmaking-Konzept der Ausgangspunkt des Buchs ist und im Laufe der Analyse kritisch hinterfragt und erweitert wird, und natürlich the man himself _ Julian Barnes!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch untersucht die Strategien und Elemente der Welterzeugung im Werk von Julian Barnes und nimmt dabei insbesondere den erzählten Raum in den Blick.

Autor_in(nen)
Sebastian Basler
Buchtitel
Welterzeugung als Experiment Zur Bedeutung der Räume im Werk von Julian Barnes
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
260
Ausstattung
kart., Klebebindung, 1 SW-Abbildung
ISBN
978-3-8376-5531-5
DOI
10.14361/9783839455319
Warengruppe
1564
BIC-Code
DSB JHB RGC
BISAC-Code
LIT004120 SOC026000 LIT000000
THEMA-Code
DSB JHB RGC
Erscheinungsdatum
1. Dezember 2020
Auflage
1
Themen
Raum, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Raumtheorie
Schlagworte
Welterzeugung, Raum, Welt, Erzählung, Julian Barnes, Topologie, Nelson Goodman, Literatur, Anglistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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