Gesprächskünste

Goethes »Wahlverwandtschaften« neu erwogen

Goethes Wahlverwandtschaften wurden schon unter vielen Aspekten untersucht, eine eingehende Betrachtung ihrer raffinierten bis arglosen Gesprächskunst stand bisher jedoch noch aus. Gerhard Bauer untersucht dieses Zureden und Abwehren, auch Sticheln, die meist frei fließende, manchmal aber auch stockende Rede, mit Untertönen, wo sie ans Unerlaubte rührt – und macht deutlich: Goethes Dichtkunst erweist sich in der Ausgestaltung dieser Gesprächsverläufe nicht weniger als in der Konzeption und Durchführung der ruhigen – und unversehens dramatisch zugespitzten – Handlung.

44,99 € *

7. Dezember 2020, 208 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5540-1
Dateigröße: 1.51 MB

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Gerhard Bauer

Gerhard Bauer, Freie Universität Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Unter den zahlreichen Untersuchungen zu Goethe, speziell zu seinen Wahlverwandtschaften, fehlt noch eine, die das erst ruhige, dann sich dramatisierende, schließlich desaströse Geschehen auf die Auswirkungen der verbalen Interaktionen zwischen den vier (aktiv nur drei) Hauptfiguren zurückführt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Liebe sowieso, aber auch Abstand von der Liebe, Sich-Versagen, selbst Ottilies Verwirrung und ihre größte Verfehlung werden hier aus einem Geflecht von Rücksichten auf ihre Ziehmutter und ihren überströmend redseligen Liebhaber verständlich gemacht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Einen ›linguistic turn‹ sowie weitere wissenschaftsgeschichtliche ›turns‹ hatten wir schon. Am ›poetic turn‹ arbeiten die Philologen seit längerem, und mit Erfolg. Was hier eröffnet werden soll, ließe sich als ›colloquial turn‹ fassen. Und zwar von einem, einem überschaubaren Gegenstand aus, nicht aus einem Sammelsurium von Texten (wie in meiner Habilschrift, von 1969).

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meiner Frau hab ich die Arbeit zweimal, auf unterschiedlichen Stufen der Entstehung, diskutiert. Jetzt, ein paar Wochen vor der Publikation, sehe ich keine Gelegenheit mehr zu einem wissenschaftlichen Austausch und sehe auch keinen Bedarf. Die Publikation sollte gerade eine nächste Stufe des Gesprächs über die hier vorgelegte Thesen eröffnen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ottilie verstummt – müsste sie das auch, müsste sie aus ihrem fatalen Versäumnis (am See) gleich tödliche Folgen ziehen, wenn ihre Redepartner (und -kontrahenten) rechtzeitig ihren Mund gehalten hätten?

Autor_in(nen)
Gerhard Bauer
Buchtitel
Gesprächskünste Goethes »Wahlverwandtschaften« neu erwogen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
208
ISBN
978-3-8394-5540-1
DOI
10.14361/9783839455401
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB HBTB
BISAC-Code
LIT004170 HIS054000
THEMA-Code
DSB NHTB
Erscheinungsdatum
7. Dezember 2020
Themen
Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Soziologie, Psychologie, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
Dialog, Liebe, Natur, Gesellschaft, Adel, Johann Wolfgang Von Goethe, Kommunikation, Gespräch, Literatur, Kulturgeschichte, Germanistik, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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