Choreographien der Homogenisierung

Zur Verkörperung von Gleichheiten in der Grundschule

Der Umgang mit scheinbar gegebenen, weiter zunehmenden Heterogenitäten in schulischen Lerngruppen wird wirkmächtig diskutiert. Valerie Riepe fragt – komplementär dazu – nach der praxeologisch zu untersuchenden Hervorbringung von stillschweigend vorausgesetzten Gleichheiten in der Schule und ihrer kulturell konstruierten, machtvollen Gestalt. Mit einer starken Fokussierung der Körperlichkeit untersucht sie Praktiken grundschulspezifischer Gleichheiten unter Kindern, wie sie sich in routinisierten Bewegungsordnungen manifestieren und beobachten lassen. Die Konzentration auf Bewegungsmuster eröffnet dabei einen für die Erziehungswissenschaft neuen und ungewöhnlichen Zugang.

59,99 € *

26. Februar 2021, 198 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5542-5
Dateigröße: 4.93 MB

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Valerie Riepe

Valerie Riepe, University of Applied Science Europe, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Innerhalb der breiten Diskussion um scheinbar gegebene, weiter zunehmende Heterogenitäten in schulischen Kontexten wird deren Ausgangspunkt bisher meist ignoriert: die Erwartung an eine homogene Lerngruppe, von deren festgelegter Norm ausgehend überhaupt erst differenziert werden kann.

Der Anrufung und Aufführung dieser Illusio von Gleichheit, aus praxeologischer und machttheoretischer Perspektive, widmet sich das Buch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Neuperspektivierung und Differenzierung zwischen einem ›doing sameness‹ und ›doing equality‹, innerhalb der Verkörperung von Gleichheiten, liegt eines der Hauptanliegen der Forschungsarbeit. Darüber hinaus bietet der Zugang der Sozialen Choreographie eine für die Erziehungswissenschaft neue Möglichkeit im Räumlichen, durch Bewegung hervorgebrachte, pädagogische Ordnungen zu fokussieren

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema bietet zum einen einen komplementären Anknüpfungspunkt zu anhaltenden Heterogenitäts-Debatten.

Zum anderen ermöglichte es eine methodisch explorative und innovative Herangehensweise um etwas in seinem Erscheinen um seines Erscheinens willen besser vernehmen zu können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Dass Michel Foucault und Judith Butler meine hypothetisch präferierten Diskussionspartner*innen wären, liegt durch den theoretischen Zugang auf der Hand.

Gerne würde ich die entstandenen Ergebnisse aber auch tiefergehend aus Tanztheoretischer Perspektive reflektieren, zum Beispiel im Gespräch mit Andrew Hewitt und Gabriele Klein, und neue Zugänge zur ästhetischen Beschreibung von Bewegungsabläufen und Ergebnissen – über das geschriebene Wort hinaus – im Austausch mit praktizierenden Künstler*innen finden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Versuch (Körper)Praktiken zur Herstellung und Manifestierung von Gleichheiten im Grundschulunterricht zu theoretisieren und in ihrem Erscheinen besser vernehmen zu können.

Autor_in(nen)
Valerie Riepe
Buchtitel
Choreographien der Homogenisierung Zur Verkörperung von Gleichheiten in der Grundschule
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
198
Ausstattung
32 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5542-5
DOI
10.14361/9783839455425
Warengruppe
1572
BIC-Code
JNA JHB
BISAC-Code
EDU036000 EDU040000 SOC022000
THEMA-Code
JNA JHB
Erscheinungsdatum
26. Februar 2021
Themen
Körper, Tanz, Bildung
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Bildungswissenschaft, Kulturwissenschaft, Soziologie, Tanzwissenschaft, Ethnologie, Kulturanthropologie
Schlagworte
Soziale Choreographie, Ethnografische Forschung, Schulforschung, Homogenität, Homogenisierung, Heterogenität, Heterogenisierung, Schule, Bildung, Ethnographie, Ethnografie, Körper, Bewegung, Tanz, Bildungsforschung, Bildungstheorie, Raum, Pädagogik

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