Dem Schmerz begegnen

Theologische Deutungen

Schmerz scheint kein Thema zu sein. Selbst in Zeiten von Covid-19 wird kaum darüber gesprochen. Und auch in theologischen Kontexten beschäftigt man sich erstaunlich wenig damit. Das könnte daran liegen, dass sich das Empfinden körperlicher Schmerzen mit sprachlichen Mitteln nur unzureichend zum Ausdruck bringen lässt. Gleichwohl haben theologische Deutungen von Schmerz den kulturellen Umgang mit ihm entscheidend mitgeprägt – von der Aufforderung zum Mitleiden über das »mannhafte« Ignorieren des Schmerzes bis zu den unterschiedlichen Bemühungen, Schmerzen zu lindern und seine Ursachen zu heilen.

49,00 € *

18. August 2021, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5547-6

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Katharina Greschat

Katharina Greschat, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

Claudia Jahnel

Claudia Jahnel, Ruhr-Universität Bochum, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Jeder kennt den Schmerz, ob Zahn-, Wund- oder Kreuzschmerzen. Der Schmerz ist omnipräsent und begegnet tagtäglich in Filmen oder Nachrichten. Aber das individuelle Schmerzgefühl lässt sich schwer in Worte fassen und die Schmerzen anderer bleiben letztlich unzugänglich. Schmerz entzieht sich und verlangt doch nach Deutung. Wer Schmerzen erleidet, will sie eingeordnet wissen, und wer andere Menschen leiden sieht, muss sich irgendwie dazu verhalten. Das Bedürfnis nach seiner Deutung ist groß.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Begegnung mit dem Schmerz und die Deutung von Schmerz ist ein zentrales theologisches Thema: Bekannt sind die Bilder von Jesus als Schmerzensmann oder von Gott, der sich vom Schmerz des Menschen berühren lässt. Das Buch zeigt die Fülle theologischer Schmerzdeutungen, die auch den Umgang mit Schmerz in unserer Kultur wie auch global geprägt hat. Zentral ist gerade in Zeiten von Covid-19, ob die Begegnung mit dem Schmerz des anderen Solidarität stiften kann.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Nur wenige Forschungen widmen sich der Frage, was die Begegnung mit dem Schmerz des anderen auslöst: Führt er zu mehr Empathie und gesellschaftlicher Solidarität? Oder zu Abstumpfung? Medizinische Abhandlungen sind mehr an Schmerzvermeidung interessiert und für Pharmaunternehmen ist nur der Schmerz, der sich durch Tabletten vermeiden lässt, ein guter Schmerz. Die Frage, ob – und, wenn ja, wie viel – Schmerz zum Menschsein und zu der Welt, in der wir leben wollen, dazu gehört, muss ethisch immer wieder neu reflektiert werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Pharmaunternehmen, Verantwortlichen in der Hospizbewegung und Paliativmedizin, der Weltgesundheitsorganisation, der deutschen Schmerz-Gesellschaft, Kommissionen für Medizin und Ethik, Traumatherapeut*innen und Post-/Transhumanismusforschenden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Schmerz ist eine existentielle Erfahrung, dessen theologische Deutungen den kulturellen Umgang mit ihm entscheidend mitgeprägt haben.

Autor_in(nen)
Katharina Greschat / Claudia Jahnel (Hg.)
Buchtitel
Dem Schmerz begegnen Theologische Deutungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 SW-Abbildungen, 2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5547-6
DOI
10.14361/9783839455470
Warengruppe
1541
BIC-Code
HRA HRAX
BISAC-Code
REL000000 REL033000
THEMA-Code
QRA QRAX
Erscheinungsdatum
18. August 2021
Auflage
1
Themen
Körper, Religion
Adressaten
Theologie, Philosophie, Kulturwissenschaft, Psychologie, Literaturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft, Schmerzforschung sowie Praktiker*innen in den Bereichen Kulturarbeit und Kirche
Schlagworte
Körper, Schmerz, Leiden, Ästhetik, Susan Sontag, Religion, Religionswissenschaft, Religionsgeschichte

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