Sozial-ökologische Krise und kollektives Landeigentum

Eine (re)produktionstheoretische Analyse in Bukidnon, Philippinen

Gerodete Wälder, Landspekulationen, Care-Krise: Kann gemeinschaftliches Eigentum helfen, die sozial-ökologische Krise zu überwinden? In den Philippinen sind vorkoloniale kollektive Landrechte Indigener rechtlich anerkannt. Wie manifestiert sich unter diesen Bedingungen die sozial-ökologische Krise? Mit feministischer Forschungsperspektive nähert sich Janina Dannenberg dieser Frage in einer Fallstudie zu Materialität und Alltagspraxis der Matigsalug Manobo in Bukidnon an. Der (Re)Produktivitätsansatz, der analytisch feministische Ökonomiekritik und Ökologische Ökonomik miteinander verbindet, wird dezidiert empirisch getestet, kritisch diskutiert und im Sinne von Bruno Latours »Nichtmoderne« erweitert.

69,99 € *

15. März 2021, 454 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5548-7
Dateigröße: 5.98 MB

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Janina Dannenberg

Janina Dannenberg, Leuphana Universität Lüneburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Postwachstumsökonomie und Gemeineigentum sind in der Diskussion um die sozial-ökologische Krise in aller Munde. Indigene werden häufig als diejenigen, bei denen alles irgendwie ökologischer läuft, idealisiert. In den Philippinen gibt es die gesetzlichen Grundlagen dafür, dass Indigene ihr angestammtes Land gemeinschaftlich besitzen. Das ist nicht nur mit Hinblick auf die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftspraxis spannend, sondern auch für die Theorieentwicklung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich zeige auf, wie Indigene quasi aus dem Kapitalismus herausphantasiert werden und was das mit Geschlechtergerechtigkeit zu tun hat. Ausschlüsse aus dem Sichtbaren der Wirtschaft, bei gleichzeitiger Ausbeutung als Naturschützer*innen, Hausfrauen oder Konsument*innen, die beständige Verschiebung von Grenzen: Das alles findet sich nicht nur in gesellschaftlichen Natur- und Geschlechterverhältnissen, sondern auch in der Verhandlung dessen, was als ›modern‹ und was als indigen gilt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der (Re)Produktivitätsansatz, den ich nutze, soll helfen, die sozial-ökologische Krise zu erklären und Perspektiven der Krisentransformation zu entwickeln. Um seine Potenziale für die empirische Arbeit zu erkennen, macht es wenig Sinn, einen Theorieansatz nur bei augenscheinlich Passendem anzuwenden. Ich nutze den Ansatz von Grund auf für ein gesamtes Forschungssetting. Diese Form der (re)produktionstheoretischen Forschung gab es vorher noch nicht und sie liefert viele neue Impulse für den Ansatz.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit Bruno Latour. Ich will wissen, was er von meiner Art, ›nichtmodern‹ zu forschen, hält und davon, wie ich eine bedauerlich geschlechterblinde Arbeit von ihm feministisch nutze. Und: Ich wünsche mir, dass die Menschenrechtssituation in den Philippinen sich bessert und ich mein Werk mit Menschen dort diskutieren kann. Es mag so sein, dass meine sehr theoretische Perspektive vor Ort wenig nützt. Aber: Eine intensive Diskussion könnte Überraschungen bereithalten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die sozial-ökologische Krise zu verstehen, erfordert vermittelndes Denken, sie zu transformieren, vermittelndes Handeln.

Autor_in(nen)
Janina Dannenberg
Buchtitel
Sozial-ökologische Krise und kollektives Landeigentum Eine (re)produktionstheoretische Analyse in Bukidnon, Philippinen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
454
Ausstattung
8 SW-Abbildungen, 3 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5548-7
DOI
10.14361/9783839455487
Warengruppe
1781
BIC-Code
KCN RNU RNT
BISAC-Code
BUS072000 BUS099000 SOC015000 SOC026000
THEMA-Code
KCVG RNU RNT
Erscheinungsdatum
15. März 2021
Themen
Geschlecht, Gesellschaft, Natur, Neoliberalismus
Adressaten
Nachhaltigkeitswissenschaft, Ökonomie, Entwicklungsforschung, Geographie, Ethnologie, Soziologie
Schlagworte
Soziale Ökologie, Nachhaltige Entwicklung, Indigene, (Re)Produktivität, Landrechte, Philippinen, Feminismus, Bruno Latour, Gesellschaft, Natur, Geschlecht, Nachhaltigkeit, Humanökologie, Umweltsoziologie, Gender Studies, Politikwissenschaft

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