Heiner Müllers KüstenLANDSCHAFTEN

Grenzen - Tod - Störung

»Ich stand an der Küste und redete mit der Brandung BLABLA, im Rücken die Ruinen von Europa.« Bei Heiner Müller spielen Küste und Landschaft, Flucht und Grenzen, Gewalt und Tod eine zentrale Rolle. Migration und Klimawandel verändern die Landschaften, an den Küsten — den Räumen der Selektion — treten ihre Auswirkungen besonders deutlich in Erscheinung. Die Menschen und die Landschaften führen Krieg gegeneinander. Heiner Müllers Texte stören mit ihrem Geschichtsbewusstsein und ihrer Ästhetik, sie unterbrechen das gesellschaftliche und politische Kontinuum.

Die Beiträger*innen des Bandes untersuchen die KüstenLANDSCHAFTEN als performative und diskursive Räume. Es entsteht ein Mosaik aus den Sektionen ›Theater-Landschaft‹, ›Grenzen — Küsten — Landschaften‹, ›Landschaften jenseits des Todes‹ und ›Landschaften der Störung‹, ergänzt um Gespräche und Praxisdokumentationen zum »Landvermesser« Heiner Müller.

0,00 € *

3. September 2021, ca. 514 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5563-0
Dateigröße: ca. 9.88 MB

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Till Nitschmann

Till Nitschmann, Leibniz-Universität Hannover, Deutschland

Florian Vaßen

Florian Vaßen, Internationale Heiner-Müller-Gesellschaft, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Heiner Müllers Texte mit ihrem spezifischen Politikverständnis, ihrem Geschichtsbewusstsein, ihrer Erinnerungskultur, ihrem ›Dialog mit den Toten‹ und ihrer ästhetischen Konstellation der ›Störung‹ sind in der Theater-, Medien- und Kulturlandschaft von besonderer Bedeutung. Grenzen, wie sie uns immer häufiger im räumlichen und zeitlichen Kontext begegnen, sind nicht naturgegeben, sie werden ›gemacht‹, sind folglich änderbar und können ›gestört‹ werden – eine zentrale Aufgabe der Kunst.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Natur-, Industrie- und besonders Katastrophen-Landschaften spielen in Müllers Texten eine große Rolle, dennoch wurde in der Forschung zu Heiner Müller der Raum- bzw. Landschaftsbegriff (vgl. spatial turn, topographical turn) eher nur am Rande thematisiert. Heiner Müller sagt von sich selbst in einem Interview: »Ich bin ein Landvermesser.« Vor dem Hintergrund von Migrations- und Klimakrise rückt der vorliegende Sammelband erstmals die KüstenLANDSCHAFTEN in das Zentrum der Müller-Forschung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Erst mit dem spatial turn wurde der Raumbegriff in Relation zum Zeitbegriff wieder intensiv diskutiert. Gerade für Heiner Müller sind literarische Räume, vor allem aber das Theater als Ort der räumlich präsenten Aufführung – im Zusammenspiel mit der Zeit –, besonders wichtig. Weitgehend unbeachtet blieb in der Forschung bisher, welche besondere Bedeutung den Landschaften, vor allem der Küste, in Müllers Texten als Räumen der Grenze, des Todes und der Störung zukommen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Heiner Müller-Forscher*innen, mit Kultur- und Kunstinteressierten, mit der Literatur- und Theaterszene und mit allen, die sich für Heiner Müllers Texte und die Inszenierungen seiner Stücke interessieren bzw. aufmerksam Kunst, Geschichte und Politik beobachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Heiner Müllers KüstenLANDSCHAFTEN werden in Hinblick auf Grenzen, Tod und Störung im Kontext von Theater, Ästhetik, Geschichte und Politik analysiert.

Autor_in(nen)
Till Nitschmann / Florian Vaßen (Hg.)
Buchtitel
Heiner Müllers KüstenLANDSCHAFTEN Grenzen - Tod - Störung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 514
Ausstattung
16 Farbabbildungen, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5563-0
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB
BISAC-Code
PER011020 LIT004170
THEMA-Code
ATD DSB
Erscheinungsdatum
3. September 2021
Themen
Theater, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Theaterwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie sowie Praktiker*innen im Bereich Theater
Schlagworte
Heiner Müller, Literatur, Theater, (Post-)Kolonialismus, Landschaft, Grenze, Migration, Reise, Krieg, Küste, Utopie, Theaterwissenschaft, Germanistik

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