Migration in den Alpen

Handlungsspielräume und Perspektiven

Wie lebt es sich als Migrantin oder Migrant in Graubünden?

Am Beispiel der touristischen Region Oberengadin und dem ländlich-peripheren Avers und Schams zeigt diese kulturwissenschaftliche Studie Handlungsspielräume und Gestaltungsmöglichkeiten aus der Sicht von Zugewanderten auf. Wie richten sie sich am Ort und zwischen den Orten ein? Wie entstehen und gestalten sich Zugehörigkeiten? Welche Potenziale bietet die Region Zugewanderten und welche Ressourcen bringen diese mit? Mono- und multilokale Lebensweisen, transnationale Familien, innovatives Unternehmertum – ein breites Spektrum an Lebensentwürfen entfaltet sich.

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12. Januar 2021, 226 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5564-7
Dateigröße: 7.32 MB

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Flurina Graf

Flurina Graf, Institut für Kulturforschung Graubünden, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Migrationsforschung fokussiert weitgehend auf den urbanen Kontext. Noch wenig ist darüber bekannt, was es für Zugewanderte heißt, sich im ländlich-alpinen Raum einzurichten und eine Zukunft aufzubauen. Ebenso besteht ein Forschungsdefizit zum Spannungsfeld von Tourismus und Migration in einer alpinen Tourismusdestination, wo Migrantinnen und Migranten hauptsächlich als Arbeitskräfte wahrgenommen werden, die umworbene ausländische Gäste bedienen sollen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Sicht- und Lebensweisen der Interviewten zeigen uns noch wenig beachtete Handlungsspielräume, die für eine zukunftsgerichtete Regionalentwicklung von Bedeutung sein könnten. Beispielsweise multilokal orientierte Menschen, die Ortsverbundenheit mit Mobilität kombinieren und neue Ideen sowie die Bereitschaft zur Partizipation und Weiterentwicklung in die Region bringen. Das damit verbundene erneuernde Potenzial für die Menschen selbst, aber auch für die Region, wird noch wenig erkannt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Migrationsforschung wächst das Interesse an den Potenzialen der Migration für die Regionalentwicklung in ländlichen Räumen sowie an multilokalen Lebensformen. Dabei wird jedoch oft auf sogenannte ›amenity‹ oder ›lifestyle migrants‹ fokussiert. Mein Buch zeigt, dass Menschen unabhängig von ihrem ökonomischen, kulturellen und sozialen Kapital eine Bereicherung für die Region darstellen, und dass auch von Abwanderung geprägte Regionen durchaus attraktiv für Zugewanderte sein können.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich das Buch in thematischen Diskussionsrunden mit Interviewten sowie regionalen Entscheidungsträgern und Schlüsselpersonen diskutieren. Vielleicht würde dies zu einem verstärkten Bewusstsein führen, dass eine Region oder eine Dorfgemeinschaft nicht aus ‹Wir‹ und ›die Anderen‹ besteht, sondern dass permanent ein neues ›Wir‹ entsteht, geprägt von den Menschen, die am Ort leben, und dass diese Offenheit nicht eine Bedrohung, sondern die Zukunft der Region bedeutet.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Interviews mit Migrantinnen und Migranten zeigen Chancen, Herausforderungen und Potenziale der Zuwanderung in zwei alpinen Regionen Graubündens.

»Sehr interessante Lektüre, gerade auch für diejenigen von uns, die zwischen Zuoz und Maloja gerne Ferien machen.«
https://bergliteratur.ch, 20.03.2021
Autor_in(nen)
Flurina Graf
Buchtitel
Migration in den Alpen Handlungsspielräume und Perspektiven
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
226
Ausstattung
29 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5564-7
DOI
10.14361/9783839455647
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN RGC JHMC
BISAC-Code
SOC007000 SOC015000 SOC002010
THEMA-Code
JBFH RGC JHMC
Erscheinungsdatum
12. Januar 2021
Themen
Raum, Stadt, Migration
Adressaten
Ethnologie, Kulturanthropologie, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Migration, Ländlicher Raum, Tourismusregion, Peripherie, Alpen, Graubünden, Multilokalität, Transnationalismus, Raum, Stadt, Geographie, Kulturgeographie, Kulturanthropologie

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