Konfliktlandschaften des Südsudan

Fragmente eines Staates

Nach einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg erlangt die Republik Südsudan am 9. Juli 2011 ihre Unabhängigkeit. Doch trotz aller Bemühungen um einen friedlichen Staatsaufbau nimmt die erste Dekade der Eigenstaatlichkeit einen gewaltsamen Verlauf: Im Dezember 2013 schlittert der Südsudan in einen blutig geführten Bürgerkrieg, der sich nicht als einheitlicher Konflikt mit klar definierbaren Parteien, sondern zu einem Amalgam komplex verschachtelter Konfliktlandschaften entwickelt. In analytischen Vignetten, die verschiedene Regionen sowie die nationale und internationale Dimension des Bürgerkrieges untersuchen, gibt Jan Pospisil einen Einblick in die südsudanesische Konfliktrealität.

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17. September 2021, 336 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5580-3
Dateigröße: 1.38 MB

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Jan Pospisil

Jan Pospisil, Österreichisches Studienzentrum für Frieden und Konfliktlösung, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der zehnte Jahrestag der südsudanesischen Unabhängigkeit vom 9. Juli 2011 lädt zu einer Bestandsaufnahme der südsudanesischen Staatlichkeit ein. Allzu oft einzig als gescheiterter Staat mit präzedenzlosen humanitären Herausforderungen bekannt, ist der Südsudan eine faszinierende Größe, die eine vertiefte Auseinandersetzung verdient. Das Buch nähert sich seinem Gegenstand daher nicht aus einer normativen Perspektive, sondern versucht, eine an der Suche nach Verständnis orientierte Position einzunehmen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Analyseprozesse sind immer perspektivisch. Sie können nur aus einer Forschungsfrage entstehen, die selbst wiederum auf normativer Positionalität beruht. Staatlichkeit und Gewaltkonflikt werden nach wie vor hauptsächlich aus einer liberalen Grundannahme heraus debattiert: Es ist die Rede von Staaten, die scheitern oder von Grundursachen von Gewaltkonflikten, die zur Friedensschaffung nachhaltig adressiert werden müssten. Das Buch wendet sich explizit gegen solche monokausalen und teleologischen Muster. Es interpretiert die südsudanesische Realität als eine Entwicklung multipler Konfliktlandschaften, die alle eigenen, zum Teil widersprüchlichen Logiken folgen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Einsicht in den kontextuellen Charakter politischer und sozialer Institutionen hat sich in den letzten Jahren auch in der Politikwissenschaft als weitherum akzeptierte Einsicht durchgesetzt. Bedingt durch den normativen Fokus auf Dysfunktionalität bleibt die empirische Analyse solcher Institutionen in sich nur in Fragmenten vollziehender Staatlichkeit aber ein vernachlässigtes Forschungsgebiet. Durch die vertiefte Auseinandersetzung mit dem Fallbeispiel Südsudan versucht das Buch, einen Beitrag zu einem vertieften Verständnis von kontextualisierter Staatlichkeit zu leisten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen südsudanesischen Kolleg_innen, die maßgeblich an der Entstehung des Buches und der darin dargelegten Gedankengänge beteiligt waren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Landschaften sind eine Analysekategorie, mit deren Hilfe sich komplexe und widersprüchliche Phänomene wie Staatlichkeit und Gewaltkonflikt darstellen lassen.

Autor_in(nen)
Jan Pospisil
Buchtitel
Konfliktlandschaften des Südsudan Fragmente eines Staates
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
336
Ausstattung
1 Farbabbildung
ISBN
978-3-7328-5580-3
DOI
10.14361/9783839455807
Warengruppe
1737
BIC-Code
GTJ JPHC
BISAC-Code
POL034000 POL010000 POL016000
THEMA-Code
GTU JPHC
Erscheinungsdatum
17. September 2021
Themen
Politik, Gewalt
Adressaten
Internationale Beziehungen, Politikwissenschaft, Friedens- und Konfliktforschung, Entwicklungsforschung, Kultur- und Sozialanthropologie, Afrikawissenschaft, Geographie, Soziologie
Schlagworte
Südsudan, Bewaffneter Konflikt, Friedensentwicklung, Friedensprozess, Bürgerkrieg, Subsahara-Afrika, Politik, Gewalt, Konfliktforschung, Staat, Politics, Afrika, Politikwissenschaft

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