Der literarische Realismus und die illustrierten Printmedien

Literatur im Kontext der Massenmedien und visuellen Kultur des 19. Jahrhunderts

Illustrierte Zeitschriften entwickeln sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu den ersten Massenmedien der Moderne. Willi Wolfgang Barthold erforscht die Wechselwirkung der Literatur des Realismus mit diesem neuen medialen Kommunikationssystem und verbindet dabei Ansätze der Journalliteraturforschung und der Visual Culture Studies. Mit Hilfe einer Untersuchung sowohl kanonisierter als auch bisher kaum berücksichtigter Texte (von Wilhelm Raabe, Theodor Fontane, Marie von Ebner-Eschenbach und Balduin Möllhausen) zeigt er, wie sich der Realismus im intermedialen Spannungsfeld seiner Zeit positioniert und durch ein permanentes Hinterfragen der eigenen Wirklichkeitskonstruktionen ein Reflexionswissen produziert, das zur kritischen Beobachtung der entstehenden Massenmedien beiträgt.

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4. Juni 2021, 270 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5593-7
Dateigröße: 5.47 MB

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Willi Wolfgang Barthold

Willi Wolfgang Barthold, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Massenmedien und die Bilder, die sie verbreiten, sind heute allgegenwärtig. Ein Blick zurück ins 19. Jahrhundert hilft uns dabei, die Anfänge dieser für uns selbstverständlichen Kultur der Massenmedien besser zu verstehen. Insbesondere die Literatur, die zu dieser Zeit in illustrierten Zeitschriften veröffentlicht wurde, kann uns zeigen, wie sich der neue mediale Informations- und Bildüberfluss auf das damalige Verständnis von Kunst und Wirklichkeit auswirkte.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Studien zur Literatur des Realismus im 19. Jahrhundert tendieren dazu, immer wieder den selben ›Kanon‹ an Texten und Autor*innen zu untersuchen. Mein Buch betrachtet hingegen u.a. in diesem Forschungskontext noch kaum beachtete Werke von Ebner-Eschenbach und Möllhausen, die noch unerschlossene Perspektiven auf die Thematik entwickeln. Außerdem kombiniere ich auf neuartige Weise Erkenntnisse und Ansätze aus den Forschungsbereichen Visual Culture und Journalliteratur.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gegenwärtig gibt es einen Trend hin zur Untersuchung von Literatur im Kontext der Journalkultur des 19. Jahrhunderts, in der u.a. die Ursprünge heutiger Formen des seriellen Erzählens zu verorten sind. Zugleich wurde das intermediale Verhältnis der Literatur dieser Zeit zu neuen visuellen Medien intensiv erforscht. Mein Buch versucht, diese auf zwei unterschiedliche, aber miteinander verbundene Medienkonstellationen fokussierten Forschungsdebatten stärker als bisher in einen Dialog zu bringen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Wissenschaftler*innen und Studierenden, die an periodisch publizierter Literatur und visueller Kommunikation im Populärkultur-Kontext gleichermaßen interessiert sind. Spannend wäre es außerdem, das Thema mit Forscher*innen zu diskutieren, die sich mit der japanischen Manga-Magazin-Kultur beschäftigen. Denn dort funktioniert serielles Erzählen in Text und Bild bis heute über wöchentlich erscheinende Anthologien – fast wie in den Journalen des 19. Jahrhunderts!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt, wie sich die Literatur des Realismus selbstreflexiv mit Wirklichkeitskonstruktion in illustrierten Journalen auseinandersetzt.

Autor_in(nen)
Willi Wolfgang Barthold
Buchtitel
Der literarische Realismus und die illustrierten Printmedien Literatur im Kontext der Massenmedien und visuellen Kultur des 19. Jahrhunderts
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
270
Ausstattung
15 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-5593-7
DOI
10.14361/9783839455937
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JFD HBTB
BISAC-Code
LIT004170 SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
DSB JBCT NHTB
Erscheinungsdatum
4. Juni 2021
Themen
Medien, Bild, Kulturgeschichte, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft, Medienwissenschaft, Intermedialitätsforschung, Visual Culture Studies, Gender Studies, Postcolonial Studies
Schlagworte
Medien, Literatur, Realismus, 19. Jahrhundert, Zeitschrift, Massenmedien, Illustration, Moderne, Bild, Germanistik, Analoge Medien, Kulturgeschichte, Mediengeschichte, Literaturwissenschaft

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