Campus Medius: Digitales Kartografieren in den Kultur- und Medienwissenschaften

Campus Medius erforscht und erweitert die Möglichkeiten der digitalen Kartografie in den Kultur- und Medienwissenschaften. Simon Ganahl dokumentiert die Entwicklung des Projekts von einer historischen Fallstudie zur Mapping-Plattform. Ausgehend von der Frage, was eine mediale Erfahrung ist, werden die Konzepte des Dispositivs und des Akteur-Netzwerks in ein Datenmodell übersetzt. Als Labor dient ein Zeit-Raum von 24 Stunden im Mai 1933 in Wien, der von einer austrofaschistischen »Türkenbefreiungsfeier« geprägt ist. Diese Massenkundgebung wird multiperspektivisch kartografiert und in medienhistorische Netzwerke eingeflochten, die sich vom 17. Jahrhundert bis in unsere Gegenwart aufspannen.

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7. März 2022, ca. 360 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5600-2
Dateigröße: ca. 33.11 MB

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Simon Ganahl

Simon Ganahl, Universität Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Im Wesentlichen aus drei Gründen: Erstens weil ich verstehen wollte, was sich an diesem verdichteten Wochenende am 13. und 14. Mai 1933 in Wien ereignete; zweitens um an dem Beispiel Medialität als modernes Erfahrungsfeld zu analysieren; und drittens weil ich zeigen will, was kultur- und medienwissenschaftlich informierte Digital Humanities leisten können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es verbindet medienwissenschaftliche Konzepte mit Verfahren der digitalen Kartografie und führt so zu einer wechselseitigen Aufklärung: Einerseits werden die Ideologien kartografischer Techniken bewusst gemacht und anderseits kommt das kulturwissenschaftliche Ideal der Multiperspektivität zur konkreten Anwendung in Form eines Mapping-Projekts.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Campus Medius verfolgt entgegen dem Trend keinen Big-Data-Ansatz, sondern arbeitet sozusagen mit small data, die aus kultur- und medienwissenschaftlichen wie informatischen und gestalterischen Perspektiven zerlegt und neu montiert werden. Es ist kein quantitatives, sondern ein qualitatives Digital-Humanities-Projekt, das in einer jahrelangen fachübergreifenden Kooperation durchgeführt wurde und versucht, traditionelle und digitale Publikationsmodelle zu verknüpfen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich bin erfreulicherweise seit Jahren mit bedeutenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Dialog, die international in den Forschungsfeldern des Buchs arbeiten. Interessant wäre, davon abgesehen, ein Gespräch über die historische Fallstudie mit dem österreichischen Politiker Ernst Rüdiger Starhemberg (1899-1956), dem Initiator der austrofaschistischen ›Türkenbefreiungsfeier‹ am 14. Mai 1933 in Wien, die Campus Medius multiperspektivisch untersucht.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine kartografische Vermessung des campus medius, des medialen Feldes, ausgehend von 24 Stunden im Mai 1933 in Wien.

Autor*in(nen)
Simon Ganahl
Buchtitel
Campus Medius: Digitales Kartografieren in den Kultur- und Medienwissenschaften
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 360
Ausstattung
92 SW-Abbildungen, 54 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5600-2
DOI
10.14361/9783839456002
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD DSB
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000 LIT004170
THEMA-Code
JBCT JBCT1 DSB
Erscheinungsdatum
7. März 2022
Themen
Medien, Kulturgeschichte, Literatur, Digitalisierung
Adressaten
Digital Humanities, Medienwissenschaft, Germanistik, Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft, Geschichtswissenschaft, Kartographie, Geographie, Informatik, Designforschung, Mediengeschichte, Politikwissenschaft
Schlagworte
Mapping, Digitale Kartografie, Medialität, Medienerfahrung, Wien, 1933, Austrofaschismus, Türkenbefreiungsfeier, Dispositiv, Akteur-Netzwerk, Designforschung, Medien, Literatur, Kulturgeschichte, Mediengeschichte, Digitale Medien, Germanistik, Digital Humanities, Medienwissenschaft

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