Arbeit und Behinderung

Praktiken der Subjektivierung in Werkstätten und Inklusionsbetrieben

Wie wir arbeiten, beeinflusst in hohem Maße, wie wir uns selbst als Subjekte verstehen. Das gilt auch für Menschen mit Lernschwierigkeiten, die meist in Werkstätten oder Inklusionsbetrieben beschäftigt sind. Sarah Karims ethnografische Studie untersucht im Anschluss an die soziologischen Disability Studies sowie an Subjektivierungs- und Praxistheorien, wie Arbeitspraktiken das Handeln und Selbstverständnis der Beschäftigten beeinflussen. Anschaulich wird herausgearbeitet, dass Menschen mit Lernschwierigkeiten einem ambivalenten Umgang am Arbeitsplatz ausgesetzt sind. Dabei entwickeln sie eigenwillige und kreative Praktiken, um mit den Herausforderungen von Verbesonderung und Inklusion umzugehen.

39,00 € *

27. Oktober 2021, ca. 290 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5607-7

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Oktober 2021

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Sarah Karim

Sarah Karim, Universität zu Köln, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mich interessiert allgemein, wie der Arbeitsalltag mit unserem Selbstverständnis als handlungsfähige und selbstbestimmte Subjekte zusammenhängt. Um dieser Frage nachzugehen, habe ich eine Personengruppe, nämlich Menschen mit Lernschwierigkeiten, ausgewählt, die allgemein als marginalisiert gilt und in besonderen, kontrovers diskutierten Arbeitskontexten wie einer Werkstatt arbeitet. Die Anforderungen an die Werkstattbeschäftigten habe ich mit dem Arbeiten in einem inklusiven Umfeld verglichen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Erstens habe ich thematisch durch den Vergleich segregierender und inklusiver Arbeitskontexte den Raum für ein tiefergehendes Nachdenken über Inklusion in Arbeit eröffnet. Zweitens habe ich mit Menschen mit Lernschwierigkeiten eine Personengruppe fokussiert, die von der allgemeinen Soziologie bislang weitgehend ignoriert wird und selbst in den Disability Studies eher am Rand steht. Drittens habe ich methodisch die Ethnografie für die Subjektivierungsanalyse fruchtbar gemacht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für die Disability Studies und die Debatten um Inklusion in Arbeit habe ich zeigen können, dass das Leistungsprinzip als Anrufung allgegenwärtig und durchdringend ist. Auch Menschen mit Lernschwierigkeiten sind sich dieser Anforderung bewusst. Einerseits versuchen sie, ihr zu genügen; andererseits schaffen sie es, wenn auch nicht immer explizit, Kritik daran zu üben. Von ihnen kann man viel über unsere gegenwärtige Arbeitskultur lernen, wenn man ihnen zuhört.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Leser_innen aus den Disability Studies u.ä. Disziplinen würde ich gerne über die Möglichkeiten von Inklusion behinderter Menschen diskutieren, die über einen bloßen Einbezug in bestehende neoliberal geprägte Leistungs- und Fähigkeitsregime hinausgehen. Mit Soziolog_innen würde ich gerne über die Möglichkeiten inklusiver Forschung diskutieren, die Personen ernst nimmt, die bisher höchstens als Expert_innen ihrer selbst, nicht aber als kompetente Auskunftgeber_innen zu anderen Themen galten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch zeigt den alltäglichen Umgang behinderter Menschen mit den zahlreichen, sich teils widersprechenden Imperativen im modernen Arbeitsleben.

Autor_in(nen)
Sarah Karim
Buchtitel
Arbeit und Behinderung Praktiken der Subjektivierung in Werkstätten und Inklusionsbetrieben
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 290
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5607-7
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFG JKSN JHBL
BISAC-Code
SOC029000 SOC025000 SOC026000
THEMA-Code
JBFM JKSN JHBL
Erscheinungsdatum
27. Oktober 2021
Auflage
1
Themen
Medizin, Arbeit, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Soziologie, Disability Studies, Soziale Arbeit
Schlagworte
Behinderung, Inklusion, Subjektivierung, Arbeit, Ethnografie, Soziale Ungleichheit, Medizin, Sozialpädagogik, Arbeits- und Industriesoziologie, Arbeitsökonomie, Kulturwissenschaft

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