Warum treffen sich soziale Bewegungen?

Vom Wert der Begegnung: Interaktionssoziologische Perspektiven auf das Weltsozialforum

Warum treffen sich soziale Bewegungen? Dieser Frage geht Rainald Manthe am Beispiel der transnationalen Bewegungskonferenz des Weltsozialforums nach. Mithilfe einer interaktionssoziologischen Perspektive zeigt er auf, welche Eigenleistungen die Sozialform der (physischen) Interaktion für das Zustandekommen und den Erfolg der Treffen sozialer Bewegungen erbringt. Hierzu analysiert er, wie eine fragile Interaktionsordnung konstruiert, Verstehen ermöglicht und Zusammenhalt geschaffen wird – und dadurch Alternativen lebbar werden. Dabei wird deutlich, dass es nicht nur bei sozialen Bewegungen einen Eigenwert hat, sich leibhaftig zu treffen, anstatt über technische Medien zu kommunizieren.

42,00 € *

27. Dezember 2020, ca. 324 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5616-9

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Dezember 2020

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Rainald Manthe

Rainald Manthe, Zentrum Liberale Moderne Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Es ist erstaunlich: Soziale Bewegungen treffen sich ständig physisch und doch ist unklar, warum sie das tun. Intuitiv haben wir darauf alle Antworten, aber es fehlen systematische Studien dazu, warum face-to-face Interaktion digitaler Kommunikation überlegen ist. Dem bin ich mit meiner Arbeit anhand eines unwahrscheinlichen Ereignisses nachgegangen: den transnationalen Großtreffen sozialer Bewegungen, den Weltsozialforen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch nimmt face-to-face Interaktion als Sozialform eigener Ordnung ernst, mit ihren Logiken und Pfadabhängigkeiten, mit der starken Rolle des Zufalls. Diese Perspektive zeigt für soziale Bewegungen, wie Zusammengehörigkeit interaktiv entsteht, wie alternative Umgangsformen geprobt und gelebt werden können und wie so eine andere Interaktionsordnung entstehen kann. Das lässt sich auch auf andere Phänomene übertragen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Studie zeigt beispielhaft, wie die interaktionssoziologische Analyse eines Phänomens aussehen kann. Sie zeigt auch, dass es sich für die Forschung etwa zu sozialen Bewegungen lohnt, die Ebene der Interaktion als solche ernstzunehmen und nicht nur als Ableitung anderer Phänomene, etwa kollektiver Identität, zu betrachten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit dem berühmten Interaktionssoziologen Erwing Goffman. Er hat die Grundlagen für die Erforschung von Interaktion als Sozialform eigener Ordnung gelegt. Ich würde mit ihm gern diskutieren, wie er auf das Phänomen schaut und was er zu den sich rasant entwickelnden Möglichkeiten digitaler Kommunikation sagt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Sich zu treffen statt nur digital miteinander zu kommunizieren hat einen Eigenwert – das zeigen auch die Großtreffen sozialer Bewegungen.

O-Ton: »Wie sich demokratische Begegnungsräume durch Corona verändern« – Rainald Manthe im Progressiven Zentrum am 24.07.2020.
http://bit.ly/37mwCwr
Autor_in(nen)
Rainald Manthe
Buchtitel
Warum treffen sich soziale Bewegungen? Vom Wert der Begegnung: Interaktionssoziologische Perspektiven auf das Weltsozialforum
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 324
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 4 SW-Abbildungen, 4 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5616-9
Warengruppe
1728
BIC-Code
JHB JPWF JHBA
BISAC-Code
POL010000 SOC026000 POL003000
THEMA-Code
JHB JPWG JHBA
Erscheinungsdatum
27. Dezember 2020
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik
Adressaten
Soziologie, Bewegungsforschung, Politische Soziologie sowie Praktiker*innen aus NGOs, Zivilgesellschaft und Politik
Schlagworte
Soziale Bewegungen, Interaktion, Weltgesellschaft, Politische Soziologie, Zivilgesellschaft, Protestbewegungen, Weltsozialforum, Gesellschaft, Politik, Soziologische Theorie, Soziologie

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