Europäisierung des Gedenkens?

Der Erste Weltkrieg in deutschen und britischen Ausstellungen

Gaskrieg und Schützengräben prägen die Geschichtsbilder des Ersten Weltkrieges und unterliegen nationalen geschichtspolitischen Deutungen. In Zeiten jedoch, in denen die Einheit Europas beschworen wird, drängt sich die Frage nach einer Europäisierung der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg auf.

Die Studie von Judith Heß fasst namhafte deutsche und britische Museen wie das Deutsche Historische Museum und das Imperial War Museum als selbstständige geschichtspolitische Akteure im Spannungsfeld von Wissenschaft und Politik. Es zeigt sich: Wirkmächtige nationale Erinnerungskulturen erschweren eine gemeinsame europäische Erinnerung.

60,00 € *

29. April 2021, 358 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5619-0

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Judith Heß

Judith Heß, Universität Mannheim, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Akademische Forschungen für Museumsbesucher auf begrenztem Platz verständlich zu machen, ist für die beteiligten Akteure ein spannender Vorgang. Meine Erfahrungen aus dem Museumsvolontariat haben mich zu meinem Buch inspiriert. Dafür Ausstellungen zum Ersten Weltkrieg zu untersuchen, lag nahe, da sich zahlreiche Museen ab 2014 damit beschäftigen würden und daher zahlreiche Untersuchungsquellen in Deutschland und Großbritannien zur Verfügung standen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Auf politischer Ebene wurde zu der Zeit über die Neubesetzung der EU-Ratspräsidentschaft gestritten und Großbritannien steuerte auf das Referendum um den Verbleib in der EU zu. Gleichzeitig mahnten die Politiker auf den Gedenkveranstaltungen den Zusammenhalt und die europäische Gemeinschaft an. Meine Arbeit zeigt auf, dass und wie Museen auch in Weltkriegsausstellungen Geschichtsbilder zu solch aktuellen Fragen vermitteln.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Thema ist aus geschichtspolitischer und erinnerungskultureller Sicht von großer Relevanz für die Einordnung gegenwärtiger Konflikte um die Haltung zur Europäischen Union und zum Multilateralismus. Garantieren nationale Souveränität oder transnationale Kooperationen wie die EU Sicherheit und Handlungsspielraum? Die Arbeit erweitert darüber hinaus die methodischen Analysewerkzeuge von historischen Ausstellungen und die Auswertung im transnationalen Vergleich.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit David Cameron. Nach dem Brexit wäre es interessant von ihm zu hören, ob er mit seiner geschichtspolitischen Botschaft im ›Centenary‹ das Nationale nicht zu sehr betonte und damit im Widerspruch zu seiner Remain-Kampagne stand.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Geschichtspolitisch aufgeladene Geschichtsbilder in Weltkriegsausstellungen versäumen, zur Europäisierung des Gedenkens beizutragen.

Autor_in(nen)
Judith Heß
Buchtitel
Europäisierung des Gedenkens? Der Erste Weltkrieg in deutschen und britischen Ausstellungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
358
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 15 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5619-0
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD JFC HBTB
BISAC-Code
HIS010000 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
NHD JBCC NHTB
Erscheinungsdatum
29. April 2021
Auflage
1
Themen
Museum, Politik, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur, Europa
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Kulturwissenschaft, Museologie sowie Praktiker*innen im Bereich Kulturarbeit
Schlagworte
Museumsausstellung, Geschichtswissenschaft, Geschichtspolitik, Erinnerungskultur, Weltkriegsforschung, Transnationaler Vergleich, Deutsches Historisches Museum, Imperial War Museum, Europa, Kulturgeschichte, Europäische Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts

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