Sterben und Ehrenamt

Eine Ethnographie der Ausbildung zur Sterbebegleitung

Sterben ist ein Phänomen, das keinem Gesellschaftsmitglied erspart bleibt. Oftmals zeigt es sich in der Gegenwart in Form eines langen, konfrontativen Verlaufs. Wird seine Bewältigung zum Problem, bieten Hospizvereine Sterbebegleitungen an. Diese ehrenamtliche Tätigkeit wird in Vorbereitungskursen zum Gegenstand von Bildungspraktiken. Wie wird das Begleiten vermittelt, welche Bedeutungen erhält das Sterben und welcher gesellschaftliche Umgang mit der Endlichkeit wird dabei sichtbar? Diese ethnographische Studie widmet sich einem sozialen Bereich, der explizit macht, was in verwandten Feldern implizit bleibt.

45,00 € *

27. Mai 2021, ca. 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5625-1

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Mai 2021

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer. Deutschsprachige Bücher = gebundener Ladenpreis, fremdsprachige Bücher = unverbindliche Preisempfehlung. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

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Melanie Pierburg

Melanie Pierburg, Universität Hildesheim, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Sterben ist ein hochrelevantes Thema der sozialwissenschaftlichen Forschung. Schließlich ist das Ableben mit sozialen Praktiken und Bedeutungshervorbringungen verbunden, man denke bspw. an Hospizbegleitungen und Vorstellungen darüber, wie die letzte Lebensphase idealerweise aussehen sollte oder könnte. Das Buch soll anhand eines besonderen Forschungsfeldes einen Beitrag dazu leisten, diesen Bereich des sozialen Lebens, der zwangsläufig alle Gesellschaftsmitglieder betrifft, besser zu verstehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch gibt Einblicke in einen Hospizkurs, in dem ehrenamtliche Sterbebegleitende auf ihre Aufgabe vorbereitet werden. Anhand einer ethnographischen Forschung wird ein Praxisfeld erkundet, in dem der gesellschaftliche Umgang mit dem Sterben sichtbar wird. Der Ausbildungskontext macht dabei explizit, was in anderen sterbebezogenen Feldern implizit bleibt: Wie soll mit Sterbenden umgegangen werden? Wie kann die soziale Herausforderung dieser existenziellen Situation bewältigt werden?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Hospizforschung befasst sich vor allem mit stationären Einrichtungen, in denen Sterbende von professionellem Personal versorgt werden. Dabei kommt dem zivilgesellschaftlichen Engagement, das ambulante Sterbebegleitungen als psychosoziale Hilfestellung anbietet, eine eher randständige Position zu. In diesem Buch wird das hospizliche Ehrenamt deswegen dezidiert in den Blick genommen – anhand eines Hospizkurses, in dem das Begleiten von Sterbenden als Bildungsgegenstand gelehrt wird.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit der Sterbeforscherin schlechthin, Elisabeth Kübler-Ross. Ihr Konzept verschiedener Sterbephasen war der theoretische Angelpunkt im Hospizkurs, den ich beobachtete. Mich interessiert, wie sie die Integration ihres Modells in die aktuelle Praxis bewerten und sich zu kritischen soziologischen Einwänden positionieren würde. Außerdem wäre ihr Urteil über den gegenwärtigen Umgang mit dem Sterben spannend. Das ist leider nicht möglich, da sie die große Transzendenz bereits überwunden hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

In Hospizkursen wird der soziale Aspekt des Sterbens betont, was Perspektiven auf Handlungsspielräume in der letzten Lebensphase ermöglicht.

Autor_in(nen)
Melanie Pierburg
Buchtitel
Sterben und Ehrenamt Eine Ethnographie der Ausbildung zur Sterbebegleitung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 258
Ausstattung
kart., Klebebindung
ISBN
978-3-8376-5625-1
Warengruppe
1729
BIC-Code
JNA JFSP31 MQC
BISAC-Code
SOC026000 EDU040000 SOC013000 MED058200
THEMA-Code
JNA JBSP4 MQC
Erscheinungsdatum
27. Mai 2021
Auflage
1
Themen
Mensch
Adressaten
Thanatologie, Soziologie, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft sowie Praktiker*innen im Bereich Hospizarbeit und Ehrenamt
Schlagworte
Thanatologie, Thanatosoziologie, Ethnographie, Bildung, Sterbebegleitung, Hospizforschung, Mensch, Bildungssoziologie, Alter, Pflege, Sozialarbeit, Soziologie

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