Schrift und Herrschaft

Facetten einer komplizierten Beziehung

Ist Schrift immer nur als Herrschaftsinstrument zu betrachten, so wie es Schriftwissenschaft, Ethnologie und Universalgeschichte behaupten? Vom antiken Scherbengericht bis zur Samisdat-Presse konnte Schrift auch der Bestreitung oder Einhegung der Herrschaft dienen. Während Herrschenden-Apotheosen Maßstäbe setzen, an denen real Herrschende scheitern können, zeigen uns Chroniken, wie umkämpft jede Macht ist. Die Beiträger*innen des Bandes zeigen, dass es bei der Instrumentalisierung von Schrift auf die Trägergruppen der Schriftlichkeit, auf Genres und die kulturelle Einbettung ankommt. Anhand von Beispielen, die von der Antike bis in die Zeitgeschichte reichen, beleuchten sie das prekäre Verhältnis zwischen Literalität und Macht.

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30. März 2022, 270 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5626-8

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Ines Soldwisch

Ines Soldwisch, RWTH Aachen, Deutschland

Rüdiger Haude

Rüdiger Haude, RWTH Aachen, Deutschland

Klaus Freitag

Klaus Freitag, RWTH Aachen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das ›Ende der Gutenberg-Galaxis‹ ist oft besungen worden, doch auch in unserer neuen Medien-Welt ist Schrift das dominierende Kommunikationsmedium. Ob ihre Ubiquität zur Befreiung oder zur Unterdrückung führt, oder ob sie ein politisch völlig neutrales Medium ist – dazu kann der Blick in die Geschichte wichtige Anhaltspunkte liefern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In den Medientheorien und in der Universalgeschichtsschreibung herrscht ein eindimensionaler Blick auf die politischen Implikationen von Schriftkultur vor. Die Empirie zeigt ein bunteres Bild. Diese Vielfalt der Interdependenzen zwischen Schrift und Macht wollen wir exemplarisch beleuchten. Dies kann der etwas still gewordenen Debatte um politische Implikationen von Schriftlichkeit neues Leben einhauchen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Evolutionistische Geschichtstheorien sind vielleicht nicht mehr aktueller Stand der Forschungsdebatten; aber ihre Annahmen prägen als Prämissen dennoch die Diskurse der politischen Anthropologie. Demgegenüber kann der vorliegende Band zeigen, dass die ›Errungenschaften‹ Staat und Schrift keiner gemeinsamen Fortschrittslogik folgen, sondern ein – teilweise antagonistisches – Eigenleben führen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Dieses Buch würden wir am liebsten mit all jenen diskutieren, welche die Weltgeschichte anhand von klaren deterministischen Fortschrittsgradienten glauben erklären zu können.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Schriftkultur hat sich in der Geschichte immer als hochpolitisch gezeigt, aber ihr Verhältnis zur Herrschaft war höchst wandelbar und prekär.

Autor*in(nen)
Ines Soldwisch / Rüdiger Haude / Klaus Freitag (Hg.)
Buchtitel
Schrift und Herrschaft Facetten einer komplizierten Beziehung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
270
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 1 SW-Abbildung
ISBN
978-3-8376-5626-8
DOI
10.14361/9783839456262
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBG HBTB
BISAC-Code
HIS010000 HIS037000 HIS054000
THEMA-Code
NHD NHB NHTB
Erscheinungsdatum
30. März 2022
Auflage
1
Themen
Kultur, Politik, Kulturgeschichte, Sprache
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Soziologie, Philosophie, Ethnologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Schriftwissenschaft
Schlagworte
Literalität, Schrift, Herrschaft, Macht, Legitimation, Antike, Mittelalter, Frühe Neuzeit, Zeitgeschichte, Kultur, Kulturgeschichte, Politik, Europäische Geschichte, Globalgeschichte, Antike Geschichte, Geschichtswissenschaft

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