Alltag in der Moschee

Eine Feldforschung jenseits von Integrationsfragen

Was macht eine Moschee aus? In ihrer Untersuchung der Strukturen und zentralen Angebote »Gebet«, »Bildung« und »öffentliche Veranstaltungen« gibt Veronika Rückamp Einblicke in das Alltagshandeln in Moscheen. Anhand qualitativer Interviews und Feldforschung in Zürich und Wien zeigt sie, dass sich Moscheen in einem Spannungsfeld zwischen sich wandelnden Mitgliedererwartungen und externen Einflüssen befinden und sich dabei immer wieder neu definieren müssen. Damit leistet sie einen wichtigen Beitrag, um Moscheen in der Schweiz und in Österreich jenseits von Integrationsfragen besser zu verstehen.

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16. April 2021, 422 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5633-6
Dateigröße: 7.79 MB

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Veronika Rückamp

Veronika Rückamp, Religionswissenschaftlerin, Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Dem Alltagshandeln in Moscheen wurde im öffentlichen Diskurs bislang wenig Beachtung geschenkt, vielmehr stehen Fragen zu Integration und Extremismus im Fokus. Dieses Buch soll über die Bedeutung und Funktion einer Moschee informieren, die sie für die Gläubigen hat und fragt dabei insbesondere nach Faktoren die diese beeinflussen. Dabei liegt der Fokus der Analyse auf Ländern in denen der Islam noch keine lange Tradition hat und in denen Muslim*innen eine religiöse Minderheit darstellen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch beleuchtet Moscheen aus der theoretischen Perspektive der Organisationsforschung, welche bislang im Kontext religiöser Gemeinschaften kaum genutzt wurde. Das Gebet, Bildungsangebote und öffentliche Veranstaltungen sowie Strukturen und Entwicklungen werden vor dem Hintergrund der Auswirkungen verschiedener Erwartungen, die durch unterschiedliche Gruppen (z.B. Gläubige, Gesellschaft, öffentliche Verwaltungen) an die Moscheen herangetragen werden, untersucht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Bei der Studie handelt es sich um Grundlagenforschung, die einen in der Religionsforschung bislang wenig beachteten theoretischen Ansatz, den des Neo-Institutionalismus, auf religiöse Organisationen anwendet. Dabei werden soziologische Theorien mit einer religionswissenschaftlichen Perspektive auf Glaubensinhalte und -praktiken in einer qualitativen Tiefenbohrung kombiniert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eine Moschee kann eine Vermittlerrolle zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen übernehmen. Ihre Nutzung ist jedoch auch geprägt von loser Zugehörigkeit und Flexibilität. Die damit verbunden Fragen, wer unter welchen Umständen für Muslim*innen sprechen und wer als Ansprechpartner*in dienen kann, würde ich gerne mit Akteuren aus Politik, öffentlicher Verwaltung und dem interreligiösen Dialog diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Moschee ist ein religiöser und sozialer Raum, der sich aufgrund externer Einflüsse und Mitgliedererwartungen in stetem Wandel befindet.

Autor_in(nen)
Veronika Rückamp
Buchtitel
Alltag in der Moschee Eine Feldforschung jenseits von Integrationsfragen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
422
Ausstattung
4 SW-Abbildungen, 34 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-5633-6
DOI
10.14361/9783839456330
Warengruppe
1541
BIC-Code
JFSR JPW HRA
BISAC-Code
SOC039000 POL003000 REL000000
THEMA-Code
JBSR JPW QRA
Erscheinungsdatum
16. April 2021
Themen
Islam, Religion
Adressaten
Religionswissenschaft, Soziologie, Islamwissenschaft sowie Praktiker*innen im interreligiösen Dialog und in der Integrationsarbeit
Schlagworte
Islam, Muslim*innen, Moscheegemeinde, Religiöse Praxis, Europa, Schweiz, Österreich, Religiöse Organisationen, Ethnographie, Religion, Religionssoziologie, Zivilgesellschaft, Religionswissenschaft, Islamwissenschaft, Soziologie

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