Regieren durch Vorbeugen

Eine kritische Analyse der Burnout-Prävention nach Michel Foucault

Im Hinblick auf die globale Krise der Mental-Health ist es unerlässlich, Burnout-Prävention als ein Regierungsproblem und Teil eines Präventionsdispositivs ins Auge zu fassen. Ausgehend von der Gouvernementalitätsperspektive zeigt Jozef Zelinka, wie die Prävention psychischer Störungen zur Sicherung der neoliberalen Leistungsgesellschaft eingesetzt wird: Subjekte werden durch kontinuierlichen Gefährdungsdruck und Risikokalkulation zur Selbstführung gedrängt. Die kritische Dispositivanalyse macht diese diskursiven, alltagspraktischen und vor allem materiellen Manifestationen der Prävention sichtbar.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 7 - 8
  4. Danksagung und Widmung

    Seiten 9 - 10
  5. Einleitung

    Seiten 11 - 18
  6. Aktueller Forschungsstand

    1 Psychologische Untersuchungen zum Burnout-Syndrom

    Seiten 19 - 23
  7. 2 Arbeitssoziologische Beobachtungen zum Burnout-Syndrom

    Seiten 23 - 26
  8. 3 Soziokultureller Blick auf das Burnout-Syndrom

    Seiten 26 - 32
  9. 4 Kulturgeschichtliche Perspektive auf die Prävention psychischen Leidens

    Seiten 33 - 38
  10. 5 Der Mehrwert bisheriger Forschungen und das bestehende Desiderat

    Seiten 39 - 40
  11. Theoretische Grundlage: Machtanalytik Michel Foucaults

    Einleitung

    Seiten 41 - 42
  12. 1 Geschichte des Denkens als Analyse der Problematisierungen

    Seiten 42 - 47
  13. 2 Foucaults Analyseinstrumente

    Seiten 47 - 63
  14. 3 Gouvernementalität – ein Denken über das Regieren

    Seiten 63 - 66
  15. Methodologischer Vorgang der Dispositivanalyse

    1 Das Konzept des Dispositivs bei Michel Foucault

    Seiten 67 - 73
  16. 2 Wissenschaftliche Rezeption Foucaults Dispositivbegriffs

    Seiten 73 - 81
  17. 3 Operationalisierung der Dispositivanalyse

    Seiten 81 - 84
  18. Empirischer Teil: Kritische Analyse des Präventionsdispositivs

    Einleitung

    Seiten 85 - 87
  19. 1 Diskurs

    Seiten 87 - 196
  20. 2 Nicht-diskursive Praktiken

    Seiten 196 - 209
  21. 3 Objektivationen/Vergegenständlichungen

    Seiten 209 - 229
  22. 4 Subjektivation/Subjektivierung

    Seiten 229 - 253
  23. 5 Gesellschaftstheoretische Kontextualisierung

    Seiten 254 - 299
  24. 6 Verknüpfungen zwischen den dispositiven Elementen

    Seiten 300 - 306
  25. Diskussion der Ergebnisse

    1 Landschaft des Präventionsdispositivs

    Seiten 307 - 309
  26. 2 Machteffekte und Widerstandspotentiale

    Seiten 309 - 315
  27. 3 Regieren durch Vorbeugen

    Seiten 315 - 324
  28. Schluss und Ausblick

    Seiten 325 - 328
  29. Literaturverzeichnis

    Seiten 329 - 366
Mehr
60,00 € *

1. Februar 2022, 366 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5662-6

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Jozef Zelinka

Jozef Zalinka, Politikwissenschaftler, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Burnout-Syndrom wird oft als rein individuelles Misslingen gedeutet. Selten wird jedoch der Blick auf seine gesellschaftliche Seite geworfen. Erst die hier vorgenommene Analyse der Burnout-Prävention erhellt nach und nach die gut getarnten Konturen eines neoliberalen Macht- und Regierungsregimes, das bis in die fraglosesten Handlungen und Gegenstände unseren Alltag arrangiert und uns vorschreibt, wie wir zugleich leistungsstark und gefährdungsbewusst leben sollten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch lädt zur Lektüre der psychischen Störungen als Effekte gesellschaftlicher Macht- und Herrschaftsverhältnisse ein und zeigt zum ersten Mal, wie das neoliberale Regieren durch das gleichzeitige Schaffen von Anreizen zur Selbstoptimierung und Empfehlungen zur Gefährdungsbeurteilung das Individuum an sich selbst haftet und die Hinterfragung gesellschaftlicher Verhältnisse dadurch verunmöglicht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Neoliberalisierung der Gesellschaft stellt einen wichtigen Forschungsgegenstand dar. Zahlreiche Untersuchungen analysieren die Ursachen und Folgen der neoliberalen Tendenz zur ständigen Produktivität, Optimierung und Innovation. Das Buch leistet einen wichtigen Beitrag zur Diskussion der krisenhaften Schattenseite des Wachstumsideals, die sich in den großen Krisentendenzen der Gegenwart, wie die Umweltkrise, Flüchtlingskrise bzw. die Mental-Health-Krise bemerkbar macht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch steht sowohl der fachlichen Community, als auch der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung. Besondere Impulse für das Weiterdenken der hier erfassten Argumente bieten allerdings die direkt betroffenen Individuen, die das Buch in großen Teilen inspiriert haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch hinterfragt die Selbstverständlichkeit der Burnout-Prävention und entlarvt diese als Teil eines neoliberalen Macht- und Regierungsregimes.

Autor*in(nen)
Jozef Zelinka
Buchtitel
Regieren durch Vorbeugen Eine kritische Analyse der Burnout-Prävention nach Michel Foucault
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
366
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 3 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5662-6
DOI
10.14361/9783839456620
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA JPHC JPQB
BISAC-Code
POL010000 POL028000
THEMA-Code
JPA JPHC JPQB
Erscheinungsdatum
1. Februar 2022
Auflage
1
Themen
Politik, Arbeit, Neoliberalismus
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Critical Studies, Public Health, Präventionswissenschaft, Rehabilitationswissenschaft
Schlagworte
Prävention, Dispositivanalyse, Subjektivierung, Burnout-Syndrom, Leistungsgesellschaft, Politik, Gouvernementalität, Michel Foucault, Neoliberalismus, Selbstführung, Care, Arbeit, Politische Theorie, Staat, Policy, Arbeits- und Industriesoziologie, Politikwissenschaft

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