Zwischen Biomacht und Lebensmacht

Biopolitisches Denken bei Michel Foucault und Ernst Jünger

Gibt es Parallelen zwischen Michel Foucaults und Ernst Jüngers politischem Denken? Auf den ersten Blick scheint dies abwegig. Doch Nasser Ahmed deckt in Foucaults »Sexualität und Wahrheit I« und Jüngers »Der Arbeiter« denselben Typus biopolitischen Denkens auf und zeigt, wie nah sich beide Ansätze sind. Zwischen der Biomacht auf der einen und der Lebensmacht auf der anderen Seite erhellt er einen Raum, der in bisherigen politischen Einordnungen unsichtbar geblieben ist: Foucault und Jünger stehen als biopolitische Denker auf derselben Seite einer fundamentalen Zweiteilung des politischen Denkens, welche das Politische weniger als Funktion der Verständigung, sondern eher als Funktion des Kampfes versteht.

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5. November 2021, 388 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5663-7
Dateigröße: 2.48 MB

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Nasser Ahmed

Nasser Ahmed, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Unsere Demokratie steht unter Druck. Demokratieforschung tut daher Not. Basis der Demokratie sind bestimmte normative Vorstellungen des Politischen. Mein Buch verfolgt die Frage, welche normativen Vorstellungen des Politischen dem Konzept der Biomacht bei Ernst Jünger und Michel Foucault zugrundeliegen

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Durch das Parallel-Lesen von Jünger und Foucault arbeite ich einen Typus des Politischen heraus, der Politik v.a. als Funktion des Kampfes und des Körpers anstatt der Verständigung und der Rationalität auffasst.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für den Diskurs über das Politische eröffnet dieser von mir herausgearbeitete Typus des Politischen eine neue Perspektive auf beide Denker. In bisherigen Typologien politischen Denkens stehen sie in Kategorien wie ›rechts‹ und ›links‹ eher weit voneinander entfernt. Und in ihren normativen politischen Weltanschauungen trifft dies auch durchaus zu. Doch wenn es um Grundlagen politischen Denkens geht, so teilen sie eine in meinen Augen problematische Zuspitzung des Politischen auf Kampf und Körper.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit meinem Doktorvater, Prof. Clemens Kauffmann, der leider viel zu früh von uns gegangen ist. Sehr gerne hätte ich mit ihm, der zeitlebens ein liberaler Vorkämpfer für die Demokratie war, über die Ergebnisse meiner Dissertation diskutiert. Ich bin ihm zu großem Dank verpflichtet, dass er mir die Chance gab und auch Freiheiten, eigene akademische Wege zu gehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Foucault und Jünger stehen als biopolitische Denker auf derselben Seite einer fundamentalen Zweiteilung des politischen Denkens, welche das Politische weniger als Funktion der Verständigung, sondern eher als Funktion des Kampfes versteht.

Autor_in(nen)
Nasser Ahmed
Buchtitel
Zwischen Biomacht und Lebensmacht Biopolitisches Denken bei Michel Foucault und Ernst Jünger
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
388
ISBN
978-3-8394-5663-7
DOI
10.14361/9783839456637
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA HPS
BISAC-Code
POL010000 PHI019000
THEMA-Code
JPA QDTS
Erscheinungsdatum
5. November 2021
Themen
Politik, Biopolitik
Adressaten
Politikwissenschaft, Philosophie, Soziologie, Demokratieforschung
Schlagworte
Politik, Philosophie, Biopolitik, Michel Foucault, Ernst Jünger, Biomacht, Lebensmacht, Politische Theorie, Politische Philosophie, Politikwissenschaft

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