Grenzenlos menschlich?

Tierethische Positionen bei Elias Canetti, Marlen Haushofer und Brigitte Kronauer

Der Umgang mit unseren Mitgeschöpfen stellt uns als Individuen sowie als Gesellschaft immer wieder vor elementare moralische Fragen: Welche Ernährungsform ist moralisch vertretbar? Wie viel Leid können wir ertragen, ignorieren oder verdrängen? Und was zählt das Leiden und Sterben nichtmenschlicher Tiere überhaupt? Für Antworten auf diese Fragen bietet sich die Literatur als Raum für Gedankenexperimente und Perspektivenwechsel an. Vera Zimmermann betrachtet die diskursiven und sprachkünstlerischen Möglichkeiten moderner und postmoderner Literatur anhand der Positionen von Elias Canetti, Marlen Haushofer und Brigitte Kronauer, um tierethische Positionen sowie deren Begründungen darzustellen.

44,99 € *

26. Februar 2021, 276 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5672-9
Dateigröße: 1.81 MB

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Vera Zimmermann

Vera Zimmermann, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Frage, wie wir menschlichen Tiere mit unseren nichtmenschlichen Mitgeschöpfen umgehen, ist in Zeiten globaler Pandemien, wachsender Märkte für Fleischprodukte weltweit und allen damit einhergehenden Problemen äußerst aktuell. Elias Canetti, Marlen Haushofer und Brigitte Kronauer zeigen in ihren Werken nicht nur, dass nichtmenschlichen Tieren ein Eigenwert zukommt, sondern auch, weshalb es sich lohnt, diesen zu berücksichtigen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Tierethik und Tierphilosophie haben viele gute Argumente dafür vorgetragen, nichtmenschliche Tiere als moralische Objekte oder gar Subjekte zu denken. In meinem Buch zeige ich, wie Canetti, Haushofer und Kronauer diese Argumente in Geschichten übersetzen: Canetti erfindet eine Gedankenlerche und einen Ameisenstreik, Haushofers Figuren fürchten sich nicht, ein Tier zu werden, und Kronauer erhebt ein Faultier zum Symbol ihrer Poetologie. Die Analysen dieser vielfältigen literarischen Strategien bilden das Kernstück meines Buchs.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Relevanz nichtmenschlicher Tiere bei Canetti, Haushofer und Kronauer ist mehrfach herausgestellt worden, eine (vergleichende) Monografie fehlt jedoch bislang. Hinzu kommt der Aspekt der Tierethik, der noch nie so konsequent an Literatur herangetragen wurde. Diese Forschungslücken werden durch mein Buch geschlossen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Gern hätte ich mit Brigitte Kronauer, die eine engagierte Tier- und Umweltschützerin war, über die literarische Ausgestaltung tierethischer Positionen in ihren eigenen sowie weiteren Werken diskutiert. Auch mit Elias Canetti hätte ich gern gesprochen und dabei vielleicht herausgefunden, ob er selbst jemand ist, der in Tieren denkt, wie andere in Begriffen; so lautet nämlich einer seiner schönsten und rätselhaftesten Tier-Aphorismen. Und Marlen Haushofer hätte ich gefragt, wie viel von ihren eigenen kätzischen Mitbewohner*innen in ihren Romanen steckt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Mein Buch legt dar, wie Literatur die Einzigartigkeit und den moralischen Wert nichtmenschlichen wie menschlichen Lebens in Geschichten verpackt.

Autor_in(nen)
Vera Zimmermann
Buchtitel
Grenzenlos menschlich? Tierethische Positionen bei Elias Canetti, Marlen Haushofer und Brigitte Kronauer
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
276
ISBN
978-3-8394-5672-9
DOI
10.14361/9783839456729
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFFZ DSB HPQ
BISAC-Code
SOC000000 NAT039000 LIT004170 PHI000000
THEMA-Code
JBFU DSB QDT
Erscheinungsdatum
26. Februar 2021
Themen
Mensch, Literatur, Tier, Ethik
Adressaten
Literaturwissenschaft, Germanistik, Human-Animal Studies
Schlagworte
Literatur, Elias Canetti, Marlen Haushofer, Brigitte Kronauer, Tierethik, Tier, Ethik, Human-animal Studies, Germanistik, Tierphilosophie, Kulturwissenschaft

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