Muslimischsein im Sicherheitsdiskurs

Eine rekonstruktive Studie über den Umgang mit dem Bedrohungsszenario

Wie fühlt es sich an, als Sicherheitsproblem wahrgenommen zu werden? Wie wirkt sich das auf das Leben von »Muslim:innen« aus? Wie gehen sie in ihrem Alltag, ihren Beziehungen und bei ihrer Arbeit damit um? In Einzelinterviews und Gruppendiskussionen sprechen muslimische Akteur:innen darüber, wie sie angesichts des Sicherheitsdiskurses ihre Deutungs- und Handlungsmacht (wieder) gewinnen. Dabei wird rekonstruiert, wie Muslim:innen (oder als solche Markierte) das Verhältnis von Zustimmung und Kritik angesichts ihrer Adressierung austarieren und wie es ihnen gelingt, ihre Diskursivierung nicht (gänzlich) anderen zu überlassen und ihre Interessen umzusetzen.

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21. Mai 2021, 198 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5711-1

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Iman Attia

Iman Attia, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland

Ozan Zakariya Keskinkiliç

Ozan Zakariya Keskinkiliç, Politikwissenschaftler und Rassismusforscher, Deutschland

Büsra Okcu

Büsra Okcu, Praxisforscherin der Sozialen Arbeit und Pädagogik, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Muslim_innen hören, sehen, erfahren täglich, dass von ihnen eine Gefahr ausgeht. Was sagen sie dazu und wie gehen sie damit um, im Mittelpunkt eines Bedrohungsszenarios zu stehen? Wie treten sie in den Sicherheitsdiskurs ein? Arrangieren sie sich damit und versuchen, irgendwie klarzukommen? Wie üben sie Kritik und woran genau? Gelingt es ihnen, sich zu entziehen und eigene Interessen zu artikulieren?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch knüpft kritisch an Debatten zur Inneren Sicherheit, zu Muslim_innen, zur Gouvernementalität und zu rekonstruktiven Methoden an. Es liefert keinen Beitrag zur Frage, ob Muslim_innen zu Deutschland gehören, wohl aber zur Frage, wie sie dazu gehören. Fragestellung, theoretische Grundlegung und Methodik werden rassismuskritisch und intersektional akzentuiert und die Perspektiven von Muslim_innen in den Mittelpunkt gestellt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Forschung über Muslim_innen folgt meist den Interessen von Politik, Medien, Wissenschaft, Pädagogik, besorgten Bürger_innen, Islamkritiker_innen usw. Zahlreiche Studien fragen danach, wie bedrohlich (und) fremd Muslim_innen sind. Die vorliegende Studie nimmt diese Debatten und entsprechende Maßnahmen zum Anlass, um die Blickrichtung umzukehren. Sie fragt danach, wie Muslim_innen ihre Diskursivierung als Bedrohung wahrnehmen und welche Folgen dies für ihr Leben hat.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Besonders ergiebig wären Diskussionen mit Muslim_innen verschiedener sozialer Positionierungen und geo-politischer Lebensmittelpunkte. Die Ergebnisse unserer Rekonstruktionen würden sicherlich kontrovers diskutiert und weitere Perspektiven auf unsere Fragen geworfen werden. Wie lesen Muslim_innen unsere Ergebnisse, deren Zugehörigkeit zur Gesellschaft nie zur Disposition stand, die in Europa, Nordamerika, Australien und vielen anderen Ländern unter Verdacht stehen, diskriminiert werden oder gar stärkeren Repressalien wenn nicht Verfolgungen ausgesetzt sind?

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wie Kontaktschuldvorwürfe und Generalverdacht Misstrauen schüren und wie Muslim_innen darauf antworten.

»Es wird überzeugend gezeigt, dass der heutige Sicherheitsdiskurs keine quasi-natürliche Reaktion auf 9/11 war. Der Ursprung des Sicherheitsdiskurses ist also nicht die Angst vor islamistischem Terrorismus, sondern sogenannte Islamfeindlichkeit ist eine traditionsreiche zentrale Dimension des europäischen Rassismus. Diese Einordnung ist äußerst wichtig für die gesellschaftspolitische Debatte, da sie die Verantwortung für den Kampf gegen antimuslimischen Rassismus zurückgibt, an Politik und Gesellschaft der Rassifizierung von Muslim:innen entgegenzuarbeiten.«
Franziska Baumbach, www.socialnet.de, 15.10.2021
O-Ton: »Antimuslimischer Rassismus ist keine Ausnahmeerscheinung« – Iman Attia im Interview bei Islam iQ am 19.09.2020.
Islam iQ
Buchtitel
Muslimischsein im Sicherheitsdiskurs Eine rekonstruktive Studie über den Umgang mit dem Bedrohungsszenario
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
198
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5711-1
DOI
10.14361/9783839457115
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JFSR2 JHBC
BISAC-Code
SOC007000 SOC049000 SOC019000
THEMA-Code
JBFH QRPP JHBC
Erscheinungsdatum
21. Mai 2021
Auflage
1
Themen
Islam, Migration
Adressaten
Sozialwissenschaft, Islamwissenschaft, Kulturwissenschaft, Erziehungswissenschaft, Gesellschaftswissenschaft, Gouvernementality Studies, Cultural Studies, Rassismusforschung
Schlagworte
Rassismus, Sicherheitsdiskurs, Gouvernementalität, Rekonstruktive Forschungsmethoden, Islam, Migration, Islamwissenschaft, Qualitative Sozialforschung, Kulturwissenschaft, Soziologie

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