Berührbarkeit als conditio humana

Emotionale Phänomene in Hannah Arendts politischem Denken

Hannah Arendts leidenschaftliches Denken offenbart sich in ihrem Werk u.a. durch die häufige Nennung emotionaler Phänomene wie Wut, Liebe, Mut oder Mitleid. Bislang wurde diese affektive Argumentationsebene jedoch nicht systematisch untersucht. Héla Hecker argumentiert dafür, dass Arendt Gefühle und Affekte nicht als per se apolitisch, sondern als welteröffnende bzw. -verschließende Artikulationen einer grundsätzlich menschlichen Berührbarkeit bewertet. Das Politische ist der Bereich, in dem diese Berührbarkeit als conditio humana frei und geschützt gelebt werden kann. Gleichzeitig bürgt die Fähigkeit, sich vom Anderen und von der Welt berühren zu lassen, für die Möglichkeit von Freiheit und Neubeginn.

34,99 € *

10. Mai 2021, 248 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5720-7
Dateigröße: 1.36 MB

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Héla Hecker

Héla Hecker, Stiftung Innovation in der Hochschullehre, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ein solches Buch wurde noch nicht geschrieben. Über Hannah Arendt gibt es zwar mittlerweile eine (Über-)Fülle an Analysen und Interpretationen, jedoch wurden emotionale Phänomene in ihrem Werk noch nicht systematisch untersucht. In einer politischen Gegenwart, die einerseits emotionell hochgekocht ist, andererseits aber noch immer mit rationalen und emotionsarmen Ordnungsprinzipien argumentiert, bietet die Verbindung von Berührbarkeit und politischer Freiheit eine gewinnbringende Perspektive.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Grundsätzlich werden zwei neue Deutungsebenen etabliert. Erstens werden die Fülle und die Bedeutung emotionaler Phänomene in Arendts Oeuvre erfasst. Es wird gezeigt, dass Arendt diese nicht per se als apolitische Entitäten versteht, sondern sie vor dem Hintergrund einer als ›conditio humana‹ verstandene Berührbarkeit zum Politischen in Bezug setzt. Zweitens tritt Arendts leidenschaftliches Denken selbst in den Vordergrund, auch ihre von rassistischer Gesinnung fehlgeleiteten Gedankengänge.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Arendt hat gegenwärtig Popstatus. In diesem Kontext eröffnet das Buch einen komplementären Blick nicht nur zu der breiten Arendt-Forschung, sondern auch zu dem sog. ›affective turn‹, zum Vulnerabilitätsdiskurs und zu der akuten Frage, wie menschliche Gefühle das gesellschaftliche Miteinander formen und vice versa.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich mit Hannah Arendt selbst. Durch das Schreiben dieses Buches wollte ich verstehen, wie das politische Miteinander und die individuellen Empfindungen aufeinander auswirken und einander formen. Dieses Buch ist eine Erkundung dieser Fragestellung. Über meine Entdeckungen würde ich gerne mit jedem diskutieren, der Freude daran hat, über die Welt und über uns darin nachzudenken.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ohne Berührbarkeit keine Freiheit.

Autor_in(nen)
Héla Hecker
Buchtitel
Berührbarkeit als conditio humana Emotionale Phänomene in Hannah Arendts politischem Denken
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
248
ISBN
978-3-8394-5720-7
DOI
10.14361/9783839457207
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPS
BISAC-Code
PHI019000 PHI015000 PHI034000
THEMA-Code
QDTS
Erscheinungsdatum
10. Mai 2021
Themen
Politik
Adressaten
Politische Philosophie, Politische Theorie, Sozialphilosophie, Sozialtheorie, Praktische Philosophie
Schlagworte
Hannah Arendt, Emotion, Gefühl, Affekt, Affect Studies, Politische Philosophie, Politik, Philosophie des Körpers, Sozialphilosophie, Deutsche Philosophiegeschichte, Philosophie

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