Fernbeziehungen

Diffraktionen zu Intimität in medialen Zwischenräumen

Fernbeziehungen reproduzieren nicht nur normalisierte Vorstellungen von Intimität, sondern stellen sie zugleich infrage. Madeleine Scherrer erforscht, wie Frauen in Fernbeziehungen von vergeschlechtlichten Erfahrungen und Erwartungen berichten. Anhand theoretischer Ansätze zu Raum und Medialität zeigt sie auf, wie Fernbeziehungen als produzierte und sich überlagernde mediale Zwischenräume fungieren. Mit Rückgriff auf Karen Barads Methode der Diffraktion dekonstruiert sie normalisierte Intimitätsvorstellungen und hegemoniale dualistische Denkweisen.

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27. April 2021, 328 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5728-9
Dateigröße: 0.57 MB

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Madeleine Scherrer

Madeleine Scherrer, Universität Freiburg (CH), Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Fernbeziehungen werden nicht nur in alltäglichen, sondern auch in wissenschaftlichen Kontexten oft als ›Spezialform‹ intimer sozialer Beziehungen etikettiert. Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive ist eine Beschäftigung mit diesem Phänomen deshalb interessant, weil sich an Fernbeziehungen zahlreiche Einsichten generieren lassen, die auch die Normalisierung von Paarbeziehungen im Allgemeinen betreffen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Nähe und Ferne sowie Anwesenheit und Abwesenheit sind keineswegs so eindeutig zu bestimmende Begriffe, wie vermeintlich angenommen wird. Meine Arbeit hat zum Ziel, wirkmächtige binäre Denkweisen zu dekonstruieren, um das Phänomen der Fernbeziehungen in seiner Komplexität zu untersuchen und dessen häufig defizitären Verständnisse zu problematisieren. Eine diffraktive Analyseperspektive stellt diese Komplexität heraus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine Analyse von Fernbeziehungen erfordert eine Auseinandersetzung mit Fragen des Raums und der Medialität. In Untersuchungen zu hybriden medialen Räumen findet der Zusammenhang von Raum und Medialität einen Widerhall. Der Frage, welche Implikationen das physikalische Phänomen der Diffraktion im Rahmen von sozialwissenschaftlichen Studien haben kann, gehen zahlreiche Theoretiker_innen der Feminist Science and Technology Studies nach. Diffraktiv vorgehende empirische Studien liegen allerdings erst wenige vor.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die in Fernbeziehungen leben, würde ich gerne über ihre vergeschlechtlichten Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrer Beziehung sprechen. Ein Gespräch über die Bedeutsamkeit der feministischen Rekonzeptualisierung von Raum und Räumlichkeit hätte ich gerne mit Doreen Massey geführt. Und mit Karen Barad fände ich es anregend, über Möglichkeiten der Weiterentwicklung diffraktiver Analysen zu diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Was bedeuten Ferne und Nähe, Abwesenheit und Anwesenheit in Bezug auf sogenannte ›Fernbeziehungen‹ und wie lassen sich die Bedeutungen diffraktiv analysieren?

Autor_in(nen)
Madeleine Scherrer
Buchtitel
Fernbeziehungen Diffraktionen zu Intimität in medialen Zwischenräumen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
ISBN
978-3-7328-5728-9
DOI
10.14361/9783839457283
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFD JFSJ
BISAC-Code
SOC052000 SOC032000
THEMA-Code
JBCT JBSF
Erscheinungsdatum
27. April 2021
Themen
Sozialität, Familie, Raum
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Gender Studies, Philosophie
Schlagworte
Fernbeziehung, Intimität, Normalisierung, Raum, Medialität, Diffraktion, Geschlecht, Gender, Hegemonie, Sozialität, Familie, Mediensoziologie, Gender Studies, Medienästhetik, Sozialpädagogik, Soziologie

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