Fernbeziehungen

Diffraktionen zu Intimität in medialen Zwischenräumen

Fernbeziehungen reproduzieren nicht nur normalisierte Vorstellungen von Intimität, sondern stellen sie zugleich infrage. Madeleine Scherrer erforscht, wie Frauen in Fernbeziehungen von vergeschlechtlichten Erfahrungen und Erwartungen berichten. Anhand theoretischer Ansätze zu Raum und Medialität zeigt sie auf, wie Fernbeziehungen als produzierte und sich überlagernde mediale Zwischenräume fungieren. Mit Rückgriff auf Karen Barads Methode der Diffraktion dekonstruiert sie normalisierte Intimitätsvorstellungen und hegemoniale dualistische Denkweisen.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Dank

    Seiten 9 - 10
  4. 1. Einleitung: Zur Produktion des Phänomens der Fernbeziehungen

    Einleitung

    Seiten 11 - 18
  5. 1.1 Gliederung und Kapitelvorschau

    Seiten 19 - 23
  6. 1.2 Zum Einstieg: Einige Figuren der (Fernbeziehungs-)Liebe

    Seiten 23 - 30
  7. 2. Normalisierungen: Fernbeziehungen als ›Spezialform‹ von Paarbeziehungen

    Einleitung

    Seiten 31 - 32
  8. 2.1 Erste Begriffsbestimmungen: Soziale Beziehungen und Paarbeziehungen

    Seiten 33 - 35
  9. 2.2 (Selbstenthüllungs-)Intimität im Fokus

    Seiten 35 - 39
  10. 2.3 (Selbstenthüllungs-)Intimität im Kontext der Giddens'schen ›reinen Beziehung‹

    Seiten 39 - 45
  11. 2.4 Fernbeziehungen unter dem Blickwinkel von Intimitätsdiskursen

    Seiten 45 - 52
  12. 2.5 Resümee

    Seiten 52 - 54
  13. 3. Methodologie und Methode I: Narrative Interviews und Narrationsanalyse

    Einleitung

    Seiten 55 - 57
  14. 3.1 Zur Besonderheit der Interviewsituation aus erzähltheoretischer Perspektive

    Seiten 57 - 65
  15. 3.2 Forschungspraktisches Vorgehen: Feldzugang, Fallauswahl und Durchführung der Interviews

    Seiten 65 - 70
  16. 3.3 Transkription

    Seiten 70 - 72
  17. 3.4 Auswertungsverfahren: Narrationsanalyse nach Schütze und eigene Adaptionen

    Seiten 72 - 80
  18. 3.5 Poststrukturalistische Analyseansätze und Darstellung der Ergebnisse

    Seiten 80 - 88
  19. 4. Fernbeziehungserzählungen in Spuren – Spuren in Fernbeziehungserzählungen

    Einleitung

    Seiten 89 - 90
  20. 4.1 Zeitliche Strukturierung: Zehn erste Spuren

    Seiten 90 - 116
  21. 4.2 Räumliche Dimensionierung: Weitere rhizomatische Spuren mit der Erzählerin F.

    Seiten 116 - 138
  22. 5. Intermezzo: Ausblick auf die theoretischen Schnitte

    Seiten 139 - 148
  23. 6. Theoretischer Schnitt I: Raum

    6.1 Vorbemerkungen

    Seiten 149 - 159
  24. 6.2 Zur kritisch-materialistischen Raumtheorie im Anschluss an Henri Lefebvre

    Seiten 160 - 172
  25. 6.3 Zwischenresümee

    Seiten 172 - 174
  26. 6.4 Zur feministischen Rekonzeptualisierung der Raumtheorie im Anschluss an Doreen Massey

    Seiten 174 - 185
  27. 6.5 Vorüberlegungen zur Analyse des Phänomens der Fernbeziehungen im Kontext der sozialen Produktion des Raums (Lefebvre) und der RaumZeit-Theorie (Massey)

    Seiten 185 - 190
  28. 7. Theoretischer Schnitt II: Medialität

    7.1 Vorbemerkungen

    Seiten 191 - 201
  29. 7.2 Zum Zusammenhang von Medialität und Raum: Die Produktion von Kommunikationsräumen

    Seiten 201 - 206
  30. 7.3 Das Narrativ der Raum-Zeit-Kompression

    Seiten 206 - 214
  31. 7.4 MediaSpaces und Leiblichkeit/Körperlichkeit

    Seiten 214 - 228
  32. 7.5 Zwischenräume

    Seiten 228 - 230
  33. 8. Methodologie und Methode II: Diffraktion

    Seiten 231 - 244
  34. 9. Das Phänomen der Fernbeziehungen in Diffraktionsmustern

    Diffraktionsmuster I.

    Seiten 245 - 262
  35. Diffraktionsmuster II.

    Seiten 263 - 284
  36. Diffraktionsmuster III.

    Seiten 284 - 292
  37. 10. Zum Schluss: Relationalität im Dazwischen – Rekapitulation und Implikationen

    Seiten 293 - 302
  38. Literatur

    Seiten 303 - 328
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45,00 € *

25. Februar 2021, 328 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5728-9

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Madeleine Scherrer

Madeleine Scherrer, Universität Freiburg (CH), Schweiz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Fernbeziehungen werden nicht nur in alltäglichen, sondern auch in wissenschaftlichen Kontexten oft als ›Spezialform‹ intimer sozialer Beziehungen etikettiert. Aus einer sozialwissenschaftlichen Perspektive ist eine Beschäftigung mit diesem Phänomen deshalb interessant, weil sich an Fernbeziehungen zahlreiche Einsichten generieren lassen, die auch die Normalisierung von Paarbeziehungen im Allgemeinen betreffen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Nähe und Ferne sowie Anwesenheit und Abwesenheit sind keineswegs so eindeutig zu bestimmende Begriffe, wie vermeintlich angenommen wird. Meine Arbeit hat zum Ziel, wirkmächtige binäre Denkweisen zu dekonstruieren, um das Phänomen der Fernbeziehungen in seiner Komplexität zu untersuchen und dessen häufig defizitären Verständnisse zu problematisieren. Eine diffraktive Analyseperspektive stellt diese Komplexität heraus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Eine Analyse von Fernbeziehungen erfordert eine Auseinandersetzung mit Fragen des Raums und der Medialität. In Untersuchungen zu hybriden medialen Räumen findet der Zusammenhang von Raum und Medialität einen Widerhall. Der Frage, welche Implikationen das physikalische Phänomen der Diffraktion im Rahmen von sozialwissenschaftlichen Studien haben kann, gehen zahlreiche Theoretiker_innen der Feminist Science and Technology Studies nach. Diffraktiv vorgehende empirische Studien liegen allerdings erst wenige vor.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die in Fernbeziehungen leben, würde ich gerne über ihre vergeschlechtlichten Erfahrungen im Zusammenhang mit ihrer Beziehung sprechen. Ein Gespräch über die Bedeutsamkeit der feministischen Rekonzeptualisierung von Raum und Räumlichkeit hätte ich gerne mit Doreen Massey geführt. Und mit Karen Barad fände ich es anregend, über Möglichkeiten der Weiterentwicklung diffraktiver Analysen zu diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Was bedeuten Ferne und Nähe, Abwesenheit und Anwesenheit in Bezug auf sogenannte ›Fernbeziehungen‹ und wie lassen sich die Bedeutungen diffraktiv analysieren?

Autor_in(nen)
Madeleine Scherrer
Buchtitel
Fernbeziehungen Diffraktionen zu Intimität in medialen Zwischenräumen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
328
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-5728-9
DOI
10.14361/9783839457283
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFD JFSJ
BISAC-Code
SOC052000 SOC032000
THEMA-Code
JBCT JBSF
Erscheinungsdatum
25. Februar 2021
Auflage
1
Themen
Sozialität, Familie, Raum
Adressaten
Erziehungswissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Gender Studies, Philosophie
Schlagworte
Fernbeziehung, Intimität, Normalisierung, Raum, Medialität, Diffraktion, Geschlecht, Gender, Hegemonie, Sozialität, Familie, Mediensoziologie, Gender Studies, Medienästhetik, Sozialpädagogik, Soziologie

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