Revolution und defekte Transformation in Ägypten

Säkulare Parteien und soziale Bewegungen im »Arabischen Frühling«

»Das Volk will den Sturz des Regimes!« Unvergessen bleibt der Ruf der Menschen in Ägypten nach Freiheit und Selbstbestimmung, der im Jahr 2011 durch die Straßen Kairos hallte. Auf theoretisch innovative und interdisziplinäre Weise kombiniert Imad Mustafa strukturelle, netzwerktheoretische, konstruktivistische und kommunikative Aspekte des Transitionsprozesses zur umfassenden Untersuchung der revolutionären Mobilisierung säkularer Netzwerke sowie der konfliktiven Auseinandersetzungen mit dem Regime und der Muslimbruderschaft. So zeigt er auf, dass Demokratisierung ein widersprüchlicher und schwieriger Prozess ist, an dessen Ende die Re-Autoritarisierung der Politik stehen kann.

0,00 € *

12. Juli 2021, 384 Seiten
ISBN: 978-3-7328-5754-8
Dateigröße: 1.03 MB

Weiterempfehlen

Imad Mustafa

Imad Mustafa, Universität Erfurt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Bei den arabischen Revolutionen von 2010/2011 handelt es sich um die bedeutendsten Massenaufstände der neueren Geschichte – vergleichbar mit den Aufständen, die Ende der 1980er Jahre zum Fall der Sowjetunion geführt haben. Die Analyse der Revolution und der ihr zugrundeliegenden sowie daraus resultierenden gesellschaftlichen Konflikte mittels polit-soziologischer Analyseinstrumente war notwendig, um ein besseres Verständnis für den unorthodoxen Verlauf der Demokratisierung zu erlangen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Selbstverständnis der säkularen Bewegungen und Parteien wird ernst genommen. Nicht Religion und Kultur stehen als Determinanten ihres Handelns im Fokus, sondern ihre Handlungsmacht, die asymmetrische Verfügungsgewalt über (im)materielle Ressourcen sowie die Mobilisierung und umkämpfte Organisierung kollektiver Protestakteure entlang ideologischer Bruchlinien im Spannungsfeld von repressivem Staat, demokratischer Transition und Zivilgesellschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die häufige Verengung der Perspektive auf die (destruktive) Rolle der Muslimbruderschaft oder des Militärs verdeckt die demokratischen Defizite der säkularen Opposition. Der Fokus der Studie auf säkulare Parteien und ihre ambivalente Rolle bietet einen umfassenden Einblick in einen bisher unterbeleuchteten Teilbereich der Forschung zur Revolution. Das Buch bedient sich dabei einer Theoriematrix, die sowohl handlungstheoretische als auch strukturelle Faktoren gleichberechtigt berücksichtigt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Chantal Mouffe und Asef Bayat würde ich gerne über Revolution und Ideologie sprechen.

Mit meinen Interviewpartner*innen würde ich gerne meine Schlussfolgerungen diskutieren. Und mit Anhänger*innen der These, dass die ›Arabische Welt‹ bzw. ›Islamische Welt‹ für eine umfassende Demokratisierung nicht reif sei, würde ich ebenfalls gerne über meine Ergebnisse sprechen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Soziologie der ägyptischen Revolution.

Autor_in(nen)
Imad Mustafa
Buchtitel
Revolution und defekte Transformation in Ägypten Säkulare Parteien und soziale Bewegungen im »Arabischen Frühling«
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
384
Ausstattung
7 SW-Abbildungen, 2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-7328-5754-8
DOI
10.14361/9783839457542
Warengruppe
1721
BIC-Code
JPWF JPHV
BISAC-Code
POL003000 POL007000
THEMA-Code
JPWG JPHV
Erscheinungsdatum
12. Juli 2021
Themen
Gesellschaft, Politik, Zivilgesellschaft
Adressaten
Politikwissenschaft, Middle East Studies, Kommunikationswissenschaft, Protestforschung, Politische Soziologie, Konfliktforschung
Schlagworte
Arabischer Frühling, Ägypten, Demokratisierung, Transformationsprozess, Netzwerkanalyse, Soziale Bewegung, Netzwerktheorie, Konstruktivismus, Zivilgesellschaft, Politik, Gesellschaft, Demokratie, Politische Soziologie, Politikwissenschaft, Soziale Bewegungen

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung