Digitalisierung ethnologischer Sammlungen

Perspektiven aus Theorie und Praxis

Die Digitalisierung ethnologischer Sammlungen ist ein wichtiger Schritt für eine »Öffnung der Inventare«. Mit ihren neuen Möglichkeiten bietet sie vielfältige Formen eines dialogischen Austauschs – auch mit sogenannten Herkunftsgesellschaften –, generiert erweiterte Perspektiven auf die eigenen Sammlungen und ermächtigt neue Akteur*innen. Dabei ergeben sich Fragen nach Ordnungssystemen, der angemessenen Beschreibung der Sammlungen, der Verantwortung für ihr Zustandekommen und der Legitimierung bestimmter Verbreitungspraktiken. Auf der Grundlage von Fallbeispielen präsentieren die Beiträger*innen des Bandes Antworten und zeichnen ein praxisorientiertes Bild von Wirkungen der Digitalisierung ethnologischer Sammlungen heute.

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3. September 2021, 368 Seiten
ISBN: 978-3-8394-5790-0
Dateigröße: 7.35 MB

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Hans Peter Hahn

Hans Peter Hahn, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Frankfurt a.M., Deutschland

Oliver Lueb

Oliver Lueb, Rautenstrauch-Joest-Museum Köln, Deutschland

Katja Müller

Katja Müller, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Deutschland

Karoline Noack

Karoline Noack, Universität Bonn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Digitalisierung ist der Trend der Gegenwart. Museen und Universitäten mobilisieren erhebliche Ressourcen, um neue digitale Techniken einzusetzen. Zugleich gibt es sehr unterschiedliche Auffassungen über deren Bedeutung für Sammlungen. Manche sehen sie als ›moderne‹ Bestandskataloge, andere betonen den tiefgreifenden Wandel der Aufgaben entsprechender Institutionen. Das Buch positioniert sich in dieser Debatte und fordert einen reflektierten und differenzierten Umgang mit den neuen Technologien.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Digitale Technologien ergreifen nahezu alle Bereiche ethnologischer Sammlungen, vom Erwerb und der Einordnung über das Management bis hin zur Ausstellung. Die Veränderungen sind weitreichend und reich an Ambivalenzen, die bei einem auf die technischen Aspekte reduzierten Blick oftmals übersehen werden. Die praxisnahen Beispiele zeigen, in welchen Bereichen es wichtig ist, mit besonderer Vorsicht vorzugehen, und welche Fehler zu vermeiden sind.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Institutionen mit ethnologischen Sammlungen agieren häufig in der Erwartung, die Digitalisierung als wichtigstes Instrument für Provenienzforschung und Dekolonisierung einzusetzen. Dies ist möglich, führt aber nicht automatisch zum Ziel. In dem Buch wird erstmals differenziert untersucht, welche Beiträge von der Digitalisierung für die beiden genannten Ziele zu erwarten sind. Das Buch zeigt die Grenzen dieses Trends und plädiert dafür, Vor- und Nachteile der Digitalisierung nüchtern abzuwägen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ideale Gesprächspartner*innen zur Erörterung der vorgelegten Argumente und zur kritischen Reflexion von Positionen zur Digitalisierung sind zunächst Experten im Umfeld ethnologischer Sammlungen, natürlich vor allem mit deren Digitalisierung befasste Personenkreise. Darüber hinaus betrifft dieses Thema Nachwuchswissenschaftler*innen in museumsbezogenen Studiengängen. Angesichts der lebhaften Debatte zur Dekolonialisierung bietet das Buch auch Beispiele für mit dem Thema befassten Journalist*innen und Politik*innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wenn eine Digitalisierung ethnologischer Sammlungen erfolgreich sein soll, dann bitte keine falschen Erwartungen – nebenbei ist sie nicht zu machen!

Buchtitel
Digitalisierung ethnologischer Sammlungen Perspektiven aus Theorie und Praxis
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
368
Ausstattung
25 SW-Abbildungen, 25 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8394-5790-0
DOI
10.14361/9783839457900
Warengruppe
1786
BIC-Code
GM
BISAC-Code
BUS100000 ART059000
THEMA-Code
GLZ
Erscheinungsdatum
3. September 2021
Themen
Medien, Kultur, Postkolonialismus, Erinnerungskultur, Museum, Internet, Kulturmanagement
Adressaten
Museologie, Sozial- und Kulturanthropologie, Ethnologie, Archivwissenschaft, Internet Studies, Digital Humanities
Schlagworte
Ethnologische Museen, Museum, Sammlung, Universität, Digitalisierung, Objektdatenbanken, Digitale Sammlung, Ausstellungspraxis, Erinnerungskultur, Internet, Museumsmanagement, Praktische Museumskunde, Museumswissenschaft, Postkolonialismus

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