Digitale Materialität

Eine Ethnografie arbeitsteiliger Visual-Effects-Produktion

Das Digitale gilt als artifiziell, synthetisch, fluid. Was, wenn sich derart jede Stofflichkeit gestaltet, die es zu bearbeiten gilt? In der arbeitsteiligen, teilautomatisierten Herstellung von Filmbildern stellt digitale Materialität Projektteams vor allerlei praktische Probleme, die diese zu bewältigen wissen. Ronja Trischler beobachtet die schrittweise Entstehung medialer Bilder in Visual-Effects-Firmen in Deutschland und England und zeichnet grundlegende Praktiken des gemeinsamen digitalen Gestaltens nach. Ihr Fokus auf Alltagsvollzüge digitaler Arbeit eröffnet eine gehaltvolle Perspektive auf digitale Kreativarbeit — und deren Materialisierung ganzer Bilderwelten.

48,00 € *

13. Dezember 2021, 310 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5796-8

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Ronja Trischler

Ronja Trischler, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In der Arbeit an Visual Effects für Film und Fernsehen entstehen wirkmächtige Medienbilder. Projektteams erstellen, sichten und verändern dafür unzählige Entwürfe aus Computersimulationen, -animationen und Bildkompositen. Anhand meines Buches untersuche ich diese komplexe Kreativarbeit, um die praktischen Verwicklungen zwischen Menschen, Dateien, Software, Hardware und Infrastrukturen aufzuzeigen, die digitale Arbeitspraxis auszeichnen – und in denen schrittweise Filmbilder entwickelt werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die ethnografische Studie zeigt, dass auch digitale Arbeit materiell erfolgt – und dass dies Bedingung und Konsequenz des Zusammenarbeitens ist. Materialität als Teil sozialer Praxis zu verstehen, bedeutet ihre Wirkmächtigkeit einzubeziehen. In meinem Buch lege ich dar, dass der Spielraum für die Arbeit an digitalen Dingen situativ und zeitlich ist: Was kann zu welchem Moment (noch) gestaltet werden? Erst die Analyse der konkreten Praxis lässt erkennen, wie ›Digitalisierung‹ alltäglich bewerkstelligt wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Praxistheorien haben die Materialität gesellschaftlicher Prozesse erneut auf die Agenda soziologischer Debatten gesetzt und damit auch den Austausch mit Kultur- und Medienwissenschaften gestärkt. Nun geht es darum, analytische Konzepte zu erarbeiten, um die Beiträge des Materiellen im Angesicht digitaler Technologie zu differenzieren. Dafür schlage ich eine praxistheoretische Empirie vor, die die praktischen Verflechtungen digitaler Materialität im sozialen Geschehen erfasst.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch entstand nicht in Isolation, sondern ist auch Resultat von zahlreichen Diskussionen mit Expert*innen aus Wissenschaft sowie aus der Visual-Effects-Produktion. Daher würde ich mir eine Fortsetzung des Gesprächs mit beiden Kreisen wünschen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wie formbar das Digitale ist, entfaltet sich in der Gestaltung von Visual Effects als eine praktische Frage der Zusammenarbeit an (un-)berechenbaren Bildern.

Autor_in(nen)
Ronja Trischler
Buchtitel
Digitale Materialität Eine Ethnografie arbeitsteiliger Visual-Effects-Produktion
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
310
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 21 SW-Abbildungen, 2 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5796-8
DOI
10.14361/9783839457962
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD APFA
BISAC-Code
SOC052000 PER004030
THEMA-Code
JBCT1 ATF
Erscheinungsdatum
13. Dezember 2021
Auflage
1
Themen
Medien, Technik, Film
Adressaten
Soziologie und Medienwissenschaft sowie Praktiker*innen im Filmbereich
Schlagworte
Technik, Arbeit, Visualität, Materialität, Ethnografie, Soziologie, Kreativität, Medien, Film, Digitale Medien, Mediensoziologie, Technologie

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