Instabile Bildlichkeit

Eine Prozess- und Medienphilosophie digitaler Bildkulturen

Instabile Bildformen, die aus technischen Dysfunktionen, materieller Abnutzung oder digitalen »Glitches« entstehen, werden in diesem Band als Symptome einer prozessualen Zeitlichkeit digitaler Bewegtbilder betrachtet. Deren Entwicklung wird anhand konkreter medientheoretischer Analysen nachgezeichnet, die sich mit beschädigten VHS-Kassetten, verpixelten Handyvideos, sich zersetzenden Zelluloidfilmbildern und der (post-)digitalen Ästhetik des Datamoshing auseinandersetzen. Zeitphilosophische Theoriekonzepte von Gilles Deleuze, William James und Alfred N. Whitehead erweisen sich dabei als anschlussfähig für die Reflexion digitaler Temporalität.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Einleitung – Das digitale Bild gibt es nicht

    Seiten 7 - 18
  4. 1 Medienphilosophie

    1.1 Zwischen Renovierungsarbeit und Gelegenheitsphilosophie

    Seiten 19 - 26
  5. 1.2 Positionen und Themen der Medienphilosophie

    Seiten 27 - 39
  6. 1.3 Die ästhetische Dimension technischer Instabilität

    Seiten 39 - 46
  7. 2 Glitch

    Einleitung

    Seiten 47 - 48
  8. 2.1 Ein neues Zeit-Bild

    Seiten 48 - 53
  9. 2.2 Dauer als temporale Differenz

    Seiten 53 - 59
  10. 2.3 Abweichende Bewegungen

    Seiten 60 - 64
  11. 3 Analysen

    3.1 Die Liquidation des Intervalls

    Seiten 65 - 69
  12. 3.2 Analyse: Exilerfahrung auf VHS – »Flotel Europa«

    Seiten 69 - 93
  13. 3.3 Analyse: Flucht mit dem Smartphone – »Meine Flucht«

    Seiten 93 - 112
  14. 4 Stream

    Einleitung

    Seite 113
  15. 4.1 Der Stream of Thought als Denkfigur

    Seiten 114 - 118
  16. 4.2 Eine Theorie zeitlicher Relationen

    Seiten 118 - 125
  17. 4.3 Streaming und die Relationalität digitaler Bildkulturen

    Seiten 125 - 132
  18. 5 Analysen

    5.1 Die zeitliche Dynamik digitaler Bildkulturen

    Seiten 133 - 137
  19. 5.2 Analyse: Bill Morrison: »Decasia: The State of Decay«

    Seiten 137 - 157
  20. 5.3 Analyse: Nicolas Provost – Datamoshing und Glitch

    Seiten 157 - 186
  21. 6 Prehension

    Einleitung

    Seiten 187 - 188
  22. 6.1 Whiteheads Prozessphilosophie

    Seiten 188 - 198
  23. 6.2 Der Begriff der prehension bei Whitehead

    Seiten 198 - 206
  24. 6.3 Prehension und digitale Medienökologie

    Seiten 206 - 214
  25. Schluss – Eine unberechenbare Zukunft

    Seiten 215 - 226
  26. Danksagung

    Seiten 227 - 228
  27. Abbildungsverzeichnis

    Seiten 229 - 230
  28. Literatur

    Seiten 231 - 248
Mehr
45,00 € *

18. Oktober 2021, 248 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5817-0

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Nicolas Oxen

Nicolas Oxen, Bauhaus-Universität Weimar, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In dem Buch geht es darum, die veränderte Zeitlichkeit digitaler Bilder zu beschreiben, die in technischer Hinsicht weniger als materiell fixierte Objekte, sondern als fortlaufend prozessierter, wandelbarer Code existieren. Gerade die instabilen Bildformen, welche aus

Störungen, Verlusten und Dysfunktionen entstehen, werden zu Anknüpfungspunkten für eine kritische medienphilosophische Betrachtung der technischen, ästhetischen und politischen Aspekte der gegenwärtigen digitalen Kultur.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Für die Medienwissenschaft eröffnet das Buch eine neue Perspektive auf die spezifische Zeitlichkeit digitaler Bilder und bietet konkrete Analysen der mit ihnen verbundenen Wahrnehmungserfahrungen und Bildpraktiken. Für die Medienphilosophie unternimmt es eine theoretische Aufarbeitung und experimentelle Lektüre prozessphilosophischer Zeitkonzepte aus Differenzphilosophie, Pragmatismus und spekulativem Denken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Herausforderungen der meist als technologische Fortschrittsideologie gepriesenen ›Digitalisierung‹ kritisch zu durchdenken, ist eine wichtige Aufgabe der Medien- und Kulturwissenschaft. Das Buch leistet hierzu medienphilosophische Theoriearbeit und bietet Anknüpfungspunkte für weitere gegenwärtige Debatten der Technikphilosophie, Akteur-Netzwerk-Theorie und Forschungsarbeiten, die sich mit Whiteheads Prozessphilosophie auseinandersetzen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Prof. Dr. Isabell Otto (Universität Konstanz), Prof. Dr. Melanie Sehgal (Europa Universität Frankfurt/Oder), Prof Dr. Christina Vagt (UC Santa Barbara).

5. Ihr Buch in einem Satz:

In instabilen Bildformen, die aus Störungen, Dysfunktionen und Verlusten hervorgehen, kommt die prozessuale Zeitlichkeit digitaler Bilder zum Ausdruck.

Autor_in(nen)
Nicolas Oxen
Buchtitel
Instabile Bildlichkeit Eine Prozess- und Medienphilosophie digitaler Bildkulturen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
248
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 2 SW-Abbildungen, 6 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-5817-0
DOI
10.14361/9783839458174
Warengruppe
1521
BIC-Code
JFD HP
BISAC-Code
SOC052000
THEMA-Code
JBCT QD JBCT1
Erscheinungsdatum
18. Oktober 2021
Auflage
1
Themen
Medien, Technik, Bild
Adressaten
Medienphilosophie, Philosophie, Medienwissenschaft, Filmwissenschaft, Bildwissenschaft, Kulturwissenschaft, Ästhetik
Schlagworte
Digitale Kultur, Zeit, Bewegtbild, Medienphilosophie, Medien, Bild, Technik, Digitale Medien, Medientheorie, Bildwissenschaft, Medienwissenschaft

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