Stillstand in Bewegung?

Kollektives Lernen in sozialen Bewegungen

Wie lernen soziale Bewegungen? Im Unterschied zu anderen Organisationen wie Parteien oder Gewerkschaften gibt es bei ihnen in der Regel keine feste Mitgliedschaft, keine klare Aufgabenteilung und keine verlässlichen Regeln der Entscheidungsfindung. Wie kann es ihnen dennoch gelingen, ein gemeinsames Wissen auszubilden, aus vergangenen Erfahrungen zu lernen und nachfolgende (Protest-)Generationen von diesen Erkenntnissen profitieren zu lassen?

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12. August 2021, 434 Seiten
ISBN: 978-3-8376-5828-6

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Christoph Hoeft

Christoph Hoeft, Deutscher Gewerkschaftsbund, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Viele Ansätze der Bewegungsforschung setzen implizit voraus, dass soziale Bewegungen ihr eigenes Verhalten reflektieren und an gemachten Erfahrungen ausrichten, dass sie also in der Lage sind, aus ihrer eigenen Vergangenheit zu lernen. Dabei bleibt aber häufig unklar, wer in einem solchen Fall eigentlich lernt und wie genau altes Wissen weitergegeben werden und neues Wissen entstehen kann. Wann kann überhaupt von einem ›kollektiven Lernen‹ einer Bewegung gesprochen werden? Diesen Fragen widmet sich das Buch in einer detaillierten qualitativen Studie.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Um die Frage nach kollektiven Lernprozessen von sozialen Bewegungen zu beantworten, werden im Buch Diskussionen und Konflikte um die kollektive Identität einer Bewegung nachgezeichnet. Soziale Bewegungen verhandeln kontinuierlich, was sie auszeichnet, wer dazu gehört und wer nicht, welche Ziele sie mit welchen Mitteln verfolgen möchte. In diesen Debatten zeigen sich Veränderungen des kollektiven Wissens, die als Lernen gedeutet werden können. Dabei zeigen sich übrigens auch die Wichtigkeit des Verlernens oder auch die positive Bedeutung von Wiederholungen von Debatten – auch wenn beides aus Sicht der Aktivist*innen selbst meist negativ beurteilt wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Viele Studien, die sich mit Lernen und Engagement beschäftigen, analysieren insbesondere, wie und was die engagierten Individuen lernen. Im vorliegenden Buch wird der Blick dagegen ergänzend auf die kollektive Ebene von sozialen Bewegungen gerichtet. Dazu werden Erkenntnisse zum Lernen von Parteien und Organisationen aufgegriffen und für die Debatte um Bewegungen nutzbar gemacht. Auf diese Weise wird ein schwer zu greifendes Phänomen, das häufig im Dunkeln und Ungefähren bleibt, näher beleuchtet.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Spannend wäre eine Debatte mit Aktivist*innen aus unterschiedlichen sozialen Bewegungen. Können sie die Erkenntnisse aus der Studie in irgendeiner Form für ihre ganz praktische tägliche Arbeit nutzen? Meine Hoffnung ist, dass ein besseres Verständnis von kollektivem Lernen und Verlernen auch die Praxis einer Bewegung unterstützen kann – ob das wirklich gelingen kann, können aber nur die Aktivist*innen selbst beurteilen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine empirische Spurensuche nach Problemen, Hindernissen, Möglichkeiten und Potentialen für das kollektive Lernen von sozialen Bewegungen.

Autor*in(nen)
Christoph Hoeft
Buchtitel
Stillstand in Bewegung? Kollektives Lernen in sozialen Bewegungen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
434
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 9 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-5828-6
DOI
10.14361/9783839458280
Warengruppe
1721
BIC-Code
JPWF JPF JPH
BISAC-Code
POL003000 POL042000 POL016000
THEMA-Code
JPWG JPF JPH
Erscheinungsdatum
12. August 2021
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Politik, Stadt
Adressaten
Politikwissenschaft, Bewegungsforschung sowie Aktivist*innen aus der Praxis sozialer Bewegungen
Schlagworte
Soziale Bewegung, Protest, Kollektives Lernen, Kollektive Identität, Aktivismus, Politik, Stadt, Gesellschaft, Soziale Bewegungen, Politische Ideologien, Politics, Wissenssoziologie, Politikwissenschaft

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